Libellen einfach bestimmen

Libellen sind die größten und für viele auch die schönsten Insekten in Deutschland. Doch nicht nur ihr Äußeres ist interessant, jede Art hat besondere Eigenschaften. Prachtlibellenmännchen haben metallisch-blaue Flügel und ihre Weibchen legen die Eier unter Wasser ab. Die Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) ist wahrscheinlich die neugierigste Libelle in Europa, dass ist auch der Grund warum sie uns Menschen so nahe kommt. Aber keine Angst, Libellen können nicht stechen! Zwar haben manche Weibchen einen Stachel, aber der ist zu stumpf um die menschliche Haut zu durchdringen. In den Steckbriefen / Artprofilen sind die Eigenschaften und die Lebensgewohnheiten genau beschrieben. Auf den Fotos sind die Libellen ganz groß abgebildet, nur so kann man die ganze Schönheit dieser Tiere entdecken

35 Libellen im gleichen Maßstab

Die meisten Libellenarten kann man sehr einfach über die Farbe bestimmen. Je nachdem welche Farbe die gesuchte Libelle hat, Rot, Blau, Grün, Gelb, Braun, Schwarz oder Bunt, sind sie unter der Rubrik "Farbe" in Groß- und Kleinlibellen unterteilt. Um die verschiedenen Gattungen besser vergleichen zu können, hat jede Libellen-Gattung eine eigene Seite.

Unter der Rubrik "Namen" sind alle Libellen namentlich aufgelistet. Zusätzlich gibt es hier noch eine Liste in englisch, niederländisch, polnisch und schwedisch.

In Deutschland haben wir 79 verschiedene Libellenarten. Auf vielen Homepages werden noch zwei ausgestorbene Arten dazu gezählt, das ist der Grund warum bei manchen Seiten von 81 Arten die Rede ist. In Österreich lebt die Große Quelljungfer (Cordulegaster heros), sie ist die größte Libellenart in Europa. Die Zwerglibelle (Nehalennia speciosa) ist die kleinste Art in Europa. Da die Hälfte aller Libellenarten in Deutschland gefährdet, oder vom Aussterben bedroht sind, ist es mir wichtig, hier alle Libellen einmal vorzustellen. Da man nur das schützt was man kennt, zeige ich hier die Habitate, Lebensgewohnheiten und die Besonderheiten der mitteleuropäischen Libellenarten.

Es gibt Libellenarten die man gut von allen anderen Arten unterscheiden kann und andere, die deutlich schlechter bestimmbar sind. Jede Art hat aber ihre typischen Merkmale, dass können Farben oder Zeichnungen sein, aber auch das Habitat wo man die Libelle gesehen hat. Die Art und Weise, wie die Libellen sich verhalten, oder wie und wo die Weibchen ihre Eier ablegen. Zu welcher Jahreszeit hat man die Libelle gesehen? All das sind Hinweise, mit denen man Libellen bestimmen kann. Eine einfache Methode zur Bestimmung ist der Vergleich von Fotos. Auf dieser Homepage finden Sie Makrofotos von allen Libellenarten aus Deutschland. Ein Vergleich mit den eigenen Fotos, zusammen mit den Artprofilen, vereinfacht die Libellenbestimmung sehr.

 

 

Eine echte Hilfe zum Bestimmen, ist die Libellen-Vergleichs-Seite !!! Dort kann man verschiedene Arten untereinander anzeigen lassen und so schneller die Unterschiede sehen. Testen Sie es einmal aus - Sie werden es lieben!

Für die Bestimmung im Habitat kann ich das "Libellen Handbuch" empfehlen, es zeigt alle deutschen- und viele europäische Libellen mit ihren wichtigsten Erkennungsmerkmalen. Die Artbestimmung wird so am Gewässer deutlich einfacher. Jede deutsche Art wird auf zwei Seiten gezeigt, eine Seite für das Männchen, die andere Seite für das Weibchen. Vergleiche der verschiedenen Gattungen und Libellenfotos im Maßstab 1:1 geben einen guten Überblick. Besonders für Libellenliebhaber die sich beim Bestimmen der Arten noch nicht ganz sicher sind, ist dieses Handbuch gut geeignet.
Hier finden Sie ein paar Demo-Seiten vom Libellen Handbuch...

Urlibellen (Anisozygoptera oder Epiophlebioptera)

Schon vor 320 Millionen Jahren flogen die ersten Libellen auf der Erde, sie hatten eine Flügelspannweite von bis zu 72 cm. Libellen haben die Dinosaurier kommen und gehen gesehen. Seit 150 Millionen Jahren haben sie sich fast nicht mehr verändert, sie sind nur noch ein bisschen kleiner geworden. Tyrannosaurus rex lebte vor 68 Millionen Jahren, bis heute haben sie sich kaum verändert. Libellen haben alle Eiszeiten und Kometeneinschläge überlebt, sie gehören zu den ältesten Tierarten auf der Erde.

Libellen in Deutschland

In den letzten 60 Jahren sind in Deutschland zwei Arten ausgestorben, die Bileks Azurjungfer und die Große Zangenlibelle. 15 Arten sind zurzeit (Stand Rote Liste 2016) stark gefährdet, oder vom Aussterben bedroht, trotz das alle Libellen in Deutschland gesetzlich streng geschützt sind. Man darf sie weder fangen noch töten. Klimawandel, Pestizide und eine sich ständig verändernde Umgebung machen es den Libellen immer schwerer zu überleben. Manche Libellen haben Lebensräume, die so unwirklich sind, dass wir sie oft nicht als schützenswerten Lebensraum erkennen. Die Kleine Pechlibelle zum Beispiel kann in einer Treckerspur leben, in die permanent ein wenig Wasser fließt. Andere Arten sind durch den Torfabbau stark gefährdet. In den Artprofilen sind die Habitate und die Lebensgewohnheiten genau beschrieben. Da man nur das schützt was man kennt, hoffe ich, dass diese Homepage das Interesse für Libellen weckt, um so etwas zur Erhaltung der heimischen Libellen beizutragen.

Stechen Libellen?

Es ist schon verrückt, wie lange sich manche Gerüchte halten. Jeden Tag gibt es Besucher, die wissen wollen ob Libellen stechen oder beißen? Bitte glauben Sie mir, Libellen stechen nicht! Das können sie auch gar nicht. Die Männchen haben keinen Stachel und bei den Weibchen gibt es nur weinige Arten, die einen Stachel haben, aber der ist nur für die Eiablage in Pflanzen gedacht. Der Stachel dieser Weibchen ist sehr stumpf, keine Libelle kann mit diesem Stachel in unsere Haut stechen. Das Gerücht, dass Libellen stechen können, kommt aus dem Mittelalter. Als die Menschen noch an Teufel und Hexen glaubten, nannte man die Libellen Teufelsnadeln und Augenstecher, weil die Menschen im Mittelalter Angst vor ihnen hatten. Man glaubte, dass Libellen stechen können. Selbst meine Eltern haben mir noch gesagt, dass Libellen stechen können. Heute weiß man es besser, da sich Libellen nicht verteidigen müssen, haben sie nur einen stumpfen Stachel für die Eiablage, dieser Stachel kann die menschliche Haut nicht durchdringen. Keine Libelle kann uns stechen oder verletzen, deshalb sind Libellen für Menschen völlig ungefährlich. Wenn man im Herbst Großlibellen fotografiert und sehr dicht bei ihnen ist, fliegen sie manchmal auf die Hand um sich zu wärmen - das ist ein schöner Moment. Spätestens dann, wenn man das einmal erlebt hat, weicht die Angst der Begeisterung! Falls Sie immer noch Zweifel haben, schauen Sie sich bitte diese Seite (Libellen stechen nicht) an, dort haben ich viele Bilder, auf denen Libellen zu sehen sind, die auf Menschen sitzen.

Interessantes von Libellen

Libellen sind die schnellsten Insekten der Welt! Die vier Flügel sind wie ein Turboantrieb, mit fast 50 km/h haben es selbst Vögel schwer sie zu fangen. Dazu kommt, dass sie unglaubliche Flugmanöver in der Luft machen können. Rückwärts fliegen ist für Libellen ganz normal, auch senkrecht hoch oder runter ist kein Problem. Libellen jagen im Flug Mücken und andere Insekten. Dazu bilden sie mit ihren Beinen bei der Jagd einen Fangkorb, aus dem ihre Beute nicht mehr entkommen kann. Die Farben der Libellen wirken auf den ersten Blick sehr auffällig, aber wenn sich die Libellen setzen, verschmelzen sie mit ihrer Umgebung und sind fast unsichtbar. Wir Menschen haben nur drei verschiedene Farbrezeptoren (für Blau, Grün und Rot) in unserem Auge, mit diesen drei Rezeptoren sehen wir alle Farben - denken wir. Libellen können deutlich mehr Farben sehen, kein anderes Lebewesen, kann so viele Farben sehen, wie eine Libelle. Zwar können einige Tiere, wie z.B. Bienen, auch Farben im Ultravioletten- und im Infrarot-Bereich sehen, aber Libellen haben über 30 verschiedene Rezeptoren. Libellen sehen diese Welt in einer Farbenpracht, die wir uns nicht einmal vorstellen können.
Jedes mal wenn ich Libellen sehe, bin ich von ihnen begeistert. Ihre Art zu fliegen, die rasanten Wendemanöver, die Geschwindigkeit und ihre Ausdauer. Die tollen Farben, wie sie in der Sonne schimmern - Libellen sind immer wieder schön anzusehen! Mit meinen Fotos versuche ich die Libellen so zu zeigen, wie ich sie sehe.

Jede Libelle ist einzigartig - wirklich jede!!!

In Deutschland leben 79 verschiedene Libellenarten. Die Arten unterscheiden sich unter anderem in Farben, Form, Muster und Verhalten von einander. Es gibt Libellenarten, wie die Blaugrüne Mosaikjungfer, die sehr neugierig sind und uns Menschen im Flug beobachten und andere Arten, die lieber mehr Abstand zu uns halten. Auch im Vergleich zur gleichen Art, hat jede Libelle ihre eigenen Angewohnheiten. So wie wir Menschen alle im Verhalten verschieden sind, so ist jede Libelle eine eigene Persönlichkeit. Auch wenn Libellen einer Art auf den ersten Blick alle gleich aussehen, so ist dennoch jede Libelle anders. Jede Libelle hat ein einzigartiges Flügelmuster, so wie ein Fingerabdruck. Die Wahrscheinlichkeit, dass man zwei Libellen mit identischem Flügelmuster findet, ist fast gleich Null. Wie gesagt, jede Libelle ist einzigartig und auf ihre Weise etwas ganz Besonderes.

Libellen schlüpfen aus Eiern

Die Larven von Libellen schlüpfen aus Eiern. Jede Libellenart bevorzugt andere Stellen, an denen die Weibchen ihre Eier ablegen. Die Weibchen der Westlichen Weidenjungfer stechen ihre Eier unter die Rinde von Weichholzzweigen, die Grüne Mosaikjungfer sticht die Eier in Krebsscheren und Heidelibellen werfen ihre Eier über dem Wasser ab. Auch wenn der Eiablageort sich stark unterscheidet, dass Resultat bleibt immer gleich. Die Larven der Libellen, egal von welcher Art, schlüpfen nach einer bestimmten Zeit aus ihrem Ei. Die Larve die aus dem Ei schlüpft, nennt man Prolarve. Wenige Minuten nach dem Schlupf häutet sich die Prolarve und wird damit zur Larve. Libellenlarven leben je nach Art, ein paar Monate oder bis zu fünf Jahren als Larve im Wasser. Ein harter Chitinpanzer schützt die Larve vor Fischen und anderen Feinden. Da der Chitinpanzer nicht mit der Libellenlarve mitwachsen kann, muss sich die Larve über zehnmal häuten. Wenn die Libellenlarve ausgewachsen ist, klettert sie aus dem Wasser und häutet sich ein letztes mal. Über eine Stunde braucht die Larve, bis sie sich zu einer Libelle entwickelt hat und dann zum ersten mal durch die Luft fliegen kann. Diesen Vorgang nennt man Emergenz oder Schlupf. Zurück bleibt nur die Haut der Larve (Exuvie). Etwa zwei Wochen braucht die Libelle bis zur Geschlechtsreife, dann hat sie noch vier bis sechs Wochen Zeit einen geeigneten Partner zu finden um den Fortbestand der Art zu sichern.

 


Die kleine Teichlibelle von Jesse Ch. Wen

Kleine Teichlibelle,
flatterst auf der Stelle,
wie von Geisterhande
im farbigen Gewande.
Summst mit den Honigbienen
zwischen den Lupinen,
auf Pergamentenflügeln,
die sich im Wasser spiegeln.

Gib acht kleine Libelle
vor Fröschlein und Forelle.
Denn schau so ein Geflatter
weckt Katz und Ringelnatter
und schnell wirst du entdeckt,
du kleines Raubinsekt.

Drum bleib in deinem Reiche,
am Bächlein, Tümpel, Teiche,
dann können wir dein Schweben
den Sommer lang erleben.


 

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Für mich sind Libellen die schönsten Insekten der Welt,
aber schauen Sie selbst...