Libellen - alle Arten der Eiablage - Libellen in Deutschland, Österreich und der Schweiz

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Eiablage

Im Prinzip gibt es bei allen Libellen (weltweit) nur eine Gemeinsamkeit bei der Eiablage - nur die Libellenweibchen legen Eier :-)
Alles Andere ist von Art zu Art verschieden. Wie unterschiedlich die Eiablage sein kann, zeige ich hier an vier Beispielen.

Jede Libellenart hat ihre ganz speziellen Ansprüche und Gewohnheiten!

Jedes Libellenweibchen will nur das Beste für ihren Nachwuchs, deshalb legen die Weibchen ihre Eier möglichst an den Stellen ab, an dem ihre Jungen die besten Überlebenschancen haben. Die besten Stellen sind aber nicht für jede Libellenart gleich! Prachtlibellen bevorzugen bestimmte Pflanzen mitten im Fluss. Die Grüne Mosaikjungfer legt ihre Eier nur in einer bestimmten Schwimmpflanze, der Krebsschere ab. Quelljungfern finden die besten Plätze an seichten Stellen in der Nähe einer kalten Quelle. Heidelibellen fühlen sich an seichten warmen Stellen im Uferbereich am wohlsten. Weidenjungfern legen ihre Eier nur im Uferbereich oberhalb des Wassers in Weidenzweigen oder anderen Weichhölzern ab. Azurjungfern setzen sich im Tandem gerne auf Seerosenblätter... u.s.w..

Eine Eiablage kann, je nach Art, im sitzen oder im fliegen erfolgen. Bei manchen Arten ist das Männchen die ganze Zeit dabei und bei anderen Arten sieht man es fast nie bei der Eiablage. Ob ein Männchen bei der Eiablage dabei ist oder nicht, richtet sich oft danach, wieviel Konkurrenz am Gewässer ist. Bei Edellibellen ist es üblich, dass ein Männchen ein kleines Gewässer komplett für sich beansprucht. Die Männchen der Großen Königslibelle sind besonders heftig, wenn es um die Verteidigung ihres Reviers geht. Ein zweites Männchen wird fast nie am Gewässer geduldet, es sei denn, das Gewässer ist groß genug.

Die Weibchen der Edellibellen legen ihre Eier immer alleine ab. Die Männchen verteidigen nach dem Paarungsakt sofort wieder ihr Revier, aus diesem Grund brauchen die Männchen auch keine Angst haben, dass sich das Weibchen noch mit anderen Männchen paart. Edellibellenweibchen legen ihre Eier fast immer in stehenden Gewässern in Pflanzen oder Totholz ab. Jede Art bevorzugt etwas andere Pflanzen, einige Edellibellenweibchen legen ihre Eier lieber dicht am Ufer ab, andere halten mehr Abstand zum Uferbereich.

Das Weibchen der Herbst-Mosaikjungfer legt ihre Eier alleine dicht neben dem Ufer im Schilf ab. Dabei sticht sie mit ihrem Legestachel in die Pflanze um dort ihre Eier abzulegen. Der ganze Vorgang kann eine Weile dauern, denn das Libellenweibchen ist sehr wählerisch und auch das Einstechen der Eier dauert relativ lange.
Auf dem Video sieht man wie der Legestachel des Herbst-Mosaikjungferweibchens in die Pflanzenblätter eindringt. Im Originalfilm kann man sehen, dass das Weibchen von einem Blatt zum anderen fliegt und überall ihre Eier platziert.

Heidelibellen sind fast nie alleine. Die Männchen haben keine Chance alle anderen Heidelibellenmännchen von einem Gewässer fern zu halten. Es ist auch nicht ihre Art das zu versuchen. Zwar liefern sich die Männchen auch erbitterte Revierkämpfe, aber das beanspruchte Revier besteht meist nur aus zwei bis fünf Meter Uferlinie. Um zu verhindern, das ein zweites Männchen das Weibchen befruchtet, bleibt das Männchen nach der Paarung solange beim Weibchen, bis das Weibchen ihre Eier gelegt hat. Dabei ist das Männchen sehr aktiv, er schleudert das Weibchen im Flug so, das sie ihre Eier an einer geeigneten Stelle abwerfen kann. Auf dem Video sieht man ein Tandem bei der Eiablage. Oben ist das Männchen und unten das Weibchen. Wenn Sie genau hinsehen, können Sie am Hinterleibsende die Eier der Großen Heidelibelle als eine kleine weiße Stelle sehen. In der 10 fachen Zeitlupe kann man die Eiablage ganz gut erkennen, in Echtzeit geht die Eiablage so schnell, das man nur erahnen kann, was die beiden gerade machen.
Prachtlibellen leben an klaren naturbelassenen Fließgewässern, das können Bäche, Kanäle, oder auch kleine Flüsse sein. Es gibt in Deutschland 2 Arten von Prachtlibellen, die Gebänderte Prachtlibelle ist etwas anspruchsloser und kommt deshalb häufiger vor als die Blauflügel-Prachtlibelle. Beide Arten legen ihre Eier fast auf die gleiche Art ab. Die Eiablage dieser beiden Arten sieht sehr gefährlich aus. Das Prachtlibellen-Weibchen trennt sich nach der Paarung vom Männchen und fliegt nach einer kurzen Pause auf die Wasserpflanzen im Revier des Männchens. Die ersten Eier sticht das Weibchen oberhalb des Wassers in die Pflanze ein, dann taucht das Weibchen immer weiter in das Wasser ein um dort ihre Eier in die Pflanze zu stechen. Nach ein paar Minuten ist das Weibchen komplett unter Wasser. Beim Eintauchen in das Wasser bildet sich eine Luftblase um die Libelle, die Blase schützt das Weibchen vor dem Wasser und gibt ihr die Luft zum Atmen. Über eine halbe Stunde kann das Prachtlibellenweibchen unter Wasser ihre Eier ablegen. Das Männchen ist immer in der Nähe und bewacht das Weibchen während der Eiablage.
Azurjungfern kommen an einem Gewässer oft in größeren Mengen vor, die Männchen haben nur sehr kleine Reviere und müssen bei der Eiablage darauf achten, dass das Weibchen nach der Paarung nicht noch einmal von einem anderen Männchen befruchtet wird. Aus diesem Grund bleibt das Männchen während der gesamten Eiablage bei dem Weibchen. Die Beiden bilden ein Tandem, oben ist das Männchen und unten das Weibchen. Bei der Eiablage sitzt das Weibchen gerne auf den Wasserpflanzen und sticht dort ihre Eier ein. Das Männchen hält sich mit seinen Hinterleibsanhängen (Cerci) die ganze Zeit am "Hals" des Weibchens fest. Die unten gezeigte Eiablage ist typisch für viele Azurjungferarten.
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