Blaugrüne Mosaikjungfer
(Aeshna cyanea)

 

A. cyanea - male
Männchen der Blaugrünen Mosaikjungfer (Aeshna cyanea)

 

Namen:
de: Blaugrüne Mosaikjungfer / en: Blue Hawker / nl: Blauwe glazenmaker /
pl: żagnica sina / se: Blågrön mosaikslända
Wissenschaftlicher Name: Aeshna cyanea

Ordnung:
Unterordnung: Großlibellen / Familie: Edellibellen (Aeshnidae) / Gattung: Mosaikjungfern (Aeshna)

Größen:
gesamte Körperlänge:
67-76 mm / Spannweite der Flügel: 96-110 mm

Flugzeit:
Anfang Juni bis Ende Oktober, ab 8.3o Uhr sind die ersten Männchen am Gewässer, dort bleiben sie bis zur Dämmerung. Die Weibchen sind teilweise nach einer warmen Sommernacht auch früher im Habitat, um dort ihre Eier abzulegen.

Höhepunkt der Flugzeit:
Juli bis Mitte Oktober

Ähnliche Arten:
Früher Schilfjäger Grüne Mosaikjungfer
Früher SchilfjägerGrüne Mosaikjungfer

 

Merkmale:
Die Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) hat auffallend breite Streifen (Antehumeralstreifen) oben auf dem Thorax. Ihre grünen Flecken oben auf dem Hinterleib (Abdomen) und die blauen Flecken am Ende des Abdomens, sind einzigartig.

 

In unserem Libellen Handbuch sind alle
wichtigen Merkmale dieser Art aufgeführt.
Männchen und Weibchen werden dort in der Auf-
und in der Seitenansicht gezeigt und beschrieben.

Das Libellen Handbuch ist die optimale Ergänzung zu dieser Homepage !

 

Lebensraum (Habitat):
Die Blaugrüne Mosaikjungfer lebt an fast allen stehenden Gewässern. Vom kleinen Gartenteich bis zum großen See ist ihr jeder Lebensraum recht. Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist bei der Wahl ihres Lebensraumes nicht sehr anspruchsvoll und daher leicht zu finden.

Habitat
Habitat der Blaugrünen Mosaikjungfer (Aeshna cyanea)

 

Wissenswertes:
Die Blaugrüne Mosaikjungfer fliegt zwar von sich aus ganz nah an uns heran, aber wenn man sie im sitzen fotografieren will, mag sie das nicht so gerne. Wie bei allen Mosaikjungferarten, meiden die Weibchen die Gewässer, solange dort die Männchen patrouillieren. Die Weibchen kommen nur zur Eiablage und zur Paarung an das Gewässer, also meistens früh morgens, oder am späten Abend. Gewicht: M:0,67g - W:0,97g

Unten ist ein junges Männchen der Blaugrünen Mosaikjungfer zu sehen. An der Färbung kann man erkennen, dass das Männchen erst wenige Tage alt ist. Die Flecken auf dem oberen Teil des Hinterleibs sind bei diesem Männchen noch Blau. In wenigen Tagen werden sich die Flecken bis zum siebten Segment Grün färben.

Jungen Männchen der Blaugrünen Mosaikjungfer (Aeshna cyanea)
Junges Männchen der Blaugrünen Mosaikjungfer (Aeshna cyanea)

 

Gefährdung:
Von allen Mosaikjungfern ist die Blaugrüne Mosaikjungfer in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Häufigste. Sie ist in den drei Ländern nicht gefährdet.

Besonderheiten:
Von allen Libellen in Europa gibt es keine zweite Art, die so neugierig ist wie die Männchen der Blaugrünen Mosaikjungfer. Das Weibchen (Abb. unten) haben wir am Waldrand, weit über 500 m von einem Teich entfernt gefunden. Die Weibchen der Blaugrünen Mosaikjungfer fliegen nach einer warmen Nacht schon ab 6.oo Uhr morgens, das ist im Vergleich zu den anderen Edellibellen sehr früh.

Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) Weibchen
Weibchen der Blaugrünen Mosaikjungfer (Aeshna cyanea)

 

Larve:
Die Larve lebt ein bis zwei Jahre im Wasser, sie hat eine maximale Körperlänge von 41 bis 46 mm.

Schlupf:
Die Blaugrüne Mosaikjungfer schlüpft meistens zwischen 21.oo Uhr bis 24.oo Uhr. Wenn es ein bis zwei Tage hintereinander geregnet hat, kann man Glück haben, dass die Blaugrüne Mosaikjungfer erst früh am Morgen schlüpft. Auf dem unteren Foto ist ein Männchen der Blaugrüne Mosaikjungfer an seiner Exuvie hängend. Die Flügel sind wie bei einer Kleinlibelle üblich zusammen geklappt. Großlibellen haben ihre Flügel nur beim Schlupf zusammen geklappt. Erst wenn die Flügel fast komplett ausgehärtet sind, machen sie ihre Flügel auseinander. Kurz danach startet sie ihren Jungfernflug. Meine Frau und ich haben schon sehr viele Libellenschlüpfe beobachtet, aber für uns ist es immer noch ein kleines Wunder. Die Blaugrüne Mosaikjungfer auf dem Foto hat ihre Endgröße erreicht, auch die Flügel werden nicht mehr größer. Man kann sich kaum vorstellen, dass diese Libelle zwei Stunden zuvor noch als Larve in der dunklen Haut (Exuvie, über ihr) steckte und im Wasser gelebt hat? Ein paar interessante Fotos zum Thema Libellenschlupf finden Sie hier.

Wussten Sie, dass sich Libellen mit Flüssigkeit aufpumpen?
Tatsächlich benutzen Libellen Körperflüssigkeit um zuerst ihre Flügel und dann ihren Körper auszudehnen. Haben sie dann ihre endgültige Größe erreicht, scheiden sie die überflüssige Flüssigkeit aus. Am Ende des Hinterleibs sieht man den letzten überschüssigen Tropfen Körperflüssigkeit.

Schlupf Blaugrüne Mosaikjungfer
Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) - Männchen beim Schlupf

 

Reifezeit:
Die ersten 14 Tage verbringt die Blaugrüne Mosaikjungfer abseits vom Gewässer, mit der Geschlechtsreife suchen sich die Männchen ein geeignetes Gewässer. Die Männchen der Blaugrünen Mosaikjungfer sind sehr umtriebig, finden sie kein Weibchen an einem Gewässer, suchen sie sich ein anderes Habitat.

Cooles Männchen - unten sieht man das Männchen der Blaugrünen Mosaikjungfer gerade beim Fressen. Locker hängt es dabei mit nur einer Kralle an einem Blatt und lässt es sich gut gehen. Kleinere Insekten werden in der Regel noch im Flug verspeist, für größere Insekten setzen viele Libellen kurz hin.

Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) Männchen
Männchen der Blaugrünen Mosaikjungfer beim Fressen

 

Jagdtyp:
Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist ein reiner Flugjäger, sie ist fast den ganzen Tag in der Luft, entweder vertreibt sie Eindringlinge, oder sie sucht Weibchen oder Nahrung.

Paarungsverhalten:
Die Paarung findet meistens am Nachmittag statt, selten auch am Vormittag. Da die Weibchen die Männchen meiden, sind sie meist in den frühen Morgenstunden, oder am späten Abend bis nach Sonnenuntergang am Gewässer zu sehen.

Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea)
Männchen der Blaugrünen Mosaikjungfer (Aeshna cyanea)

 

Eiablage:
Das Weibchen legt ihre 20 bis 30 Eier erst sehr spät im Jahr ab, die Prolarven schlüpfen erst im folgenden Jahr.

Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) Eiablage
Das Weibchen der Blaugrünen Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) bei der Eiablage

 

Am Ende des Abdomens sehen Sie den Legestachel, er sieht gefährlich aus, ist es aber nicht. Libellen haben nur stumpfe Stachel um ihre Eier in Pflanzen abzulegen, die menschliche Haut können sie mit ihrem Stachel weder verletzen, noch durchdringen.

Ruhehabitat:
Die Nacht verbringt die Blaugrüne Mosaikjungfer in Bäumen. Man kann Glück haben und früh morgens eine Blaugrüne Mosaikjungfer im Gras finden, das ist aber eher eine Ausnahme.

Lebensdauer als Imago:
Ein bis drei Monate

Persönliche Erfahrungen:
Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist für mich eine der interessantesten Großlibellen. Allein ihre Farben und ihr Revierverhalten, machen mich immer wieder neugierig auf sie. Wenn man von dieser Art gute Fotos machen will, geht das fast nur im Herbst. Wenn die Tage kälter werden, ist es relativ leicht diese Art zu fotografieren. Wie auf dem obersten Foto zu sehen ist, setzten sich die Männchen gerne in Augenhöhe in die Büsche direkt am Gewässer. Bei den adulten Männchen der Blaugrünen Mosaikjungfer verändern sich die Farben nur noch unwesentlich, auch das macht diese Art interessant.

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (2000): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 2, Großlibellen (Anisoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU