Gemeine Becherjungfer
(Enallagma cyathigerum)

 

Enallagma cyathigerum
Gemeine Becherjungfer (Enallagma cyathigerum) - Männchen

 

Namen:
de: Gemeine Becherjungfer / en: Common Bluet / nl: Watersnuffel /
pl: nimfa stawowa / se: Sjöflickslända
Wissenschaftlicher Name: Enallagma cyathigerum

Ordnung:
Unterordnung: Kleinlibellen / Familie: Schlanklibellen (Coenagrionidae) / Gattung: Becherjungfern (Enallagma)

Größen:
gesamte Körperlänge:
29-36 mm / Spannweite der Flügel: 30-43 mm

Flugzeit:
Anfang Mai bis Ende September. Die Männchen kommen ab 8.30 Uhr an das Gewässer und bleiben dort bist ca. 20.00 Uhr. Die Weibchen kommen bis zu einer Stunde später.

Höhepunkt der Flugzeit:
Juni - Juli

Ähnliche Arten:
Hufeisen Azurjungfer Fledermaus Azurjungfer
Hufeisen AzurjungferFledermaus Azurjungfer

 

Merkmale:
Die Gemeine Becherjungfer hat auf der Thoraxseite nur einen schwarzen Strich. Die Azurjungfern und die Pokaljungfer haben mehr.

Gemeine Becherjungfer (Enallagma cyathigerum)
Männchen der Gemeinen Becherjungfer

 

Lebensraum (Habitat):
Die Art lebt an mittleren bis großen Stillgewässern mit ein wenig Randvegetation und viel Sonne. Auch an Moorgewässern kommt sie vor.

Habitat der Gemeinen Becherjungfer
Habitat der Gemeinen Becherjungfer

 

Wissenswertes:
Die Weibchen gibt es in drei Farbvarianten: grünlichbraun, rötlichbraun und in Blau (selten).

Gemeine Becherjungfer - Weibchen
Grünlich-braunes Weibchen

 

Gefährdung:
Die Gemeine Becherjungfer ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht gefährdet.

Besonderheiten:
Die Larven der Gemeinen Becherjungfer schlüpfen innerhalb von 100 Tagen und werden 20 bis 25 mm groß. Im Vergleich zu vielen anderen Libellenarten erfolgt der Schlupf aller Larven ziemlich gleichmäßig über die gesamte Schlupfperiode.

Larve:
Die Larve lebt ein bis zwei Jahre im Wasser und häutet sich in dieser Zeit 10- bis 12-mal. Die Larven haben große Probleme mit Fischen und versuchen Fischreiche Gewässer zu meiden.

Schlupf:
Von Anfang Mai bis August schlüpft die Gemeine Becherjungfer in Deutschland. Am Anfang der Schlupfperiode schlüpfen die Larven noch in Ufernähe, später schlüpfen die Larven bevorzugt auf Schwimmpflanzen mitten im Gewässer.

Reifezeit:
Die Reifezeit beträgt in den meisten Fällen 10 bis 12 Tage. Sie kann aber auch 7 bis 30 Tage dauern. Die Jungen Libellen verbringen diese Zeit in teilweise großer Entfernung zum Schlupfgewässer auf sonnigen Wiesen, Brachflächen und auf Waldwegen.

junges Männchen der Gemeinen Becherjungfer
Junges, unausgefärbtes Männchen der Gemeinen Becherjungfer

 

Jagdtyp:
Die Gemeine Becherjungfer ist ein reiner Ansitzjäger.

Paarungsverhalten:
Die ersten Paarungen kann man ab 11.30 Uhr, die letzten gegen 18.00 Uhr sehen. Die Gemeine Becherjungfer paart sich nur bei sonnigen Wetter. Der Akt dauert 10 bis 40 Minuten und wird meist in der nahen Ufervegetation vollzogen.

Paarungsrad
Paarungsrad mit einem grünlichen Weibchen

 

Eiablage:
Bei der Eiablage bleiben die Männchen fast immer in der Nähe der Weibchen. Das Weibchen legt ihre Eier oft unter Wasser ab. Etwa 400 bis 500 Eier kann das Weibchen innerhalb einer Stunde dort ablegen. Beim Auftauchen haben viele Weibchen Probleme sich von der Oberflächenspannung des Wassers zu lösen und brauchen dann die Hilfe der Männchen, um sich aus dem Wasser zu retten. Die Männchen koppeln sich an das Weibchen an und ziehen es aus dem Wasser - in der Hoffnung sich mit dem Weibchen paaren zu können.

Tandem
Tandem mit einem blauen Weibchen

 

Ruhehabitat:
In der Nacht sitzen die Gemeinen Becherjungfern meist im hohen Gras oder in der bodennahen Vegetation.

Lebensdauer als Imago:
Etwa zwei Monate.

Persönliche Erfahrungen:
Die Gemeine Becherjungfer ist nicht selten. In geeigneten, fischarmen Gewässern kommt sie in großen Mengen vor, dort kann man sie wunderbar beobachten oder fotografieren.

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (1999): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 1, Kleinlibellen (Zygoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU