Helm-Azurjungfer
(Coenagrion mercuriale)

 

Coenagrion mercuriale - Tandem
Tandem der Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale) kurz vor der Paarung

 

Namen:
de: Helm-Azurjungfer / en: Mercury Bluet / nl: Mercuurwaterjuffer /
pl: --- / se: ---
Wissenschaftlicher Name: Coenagrion mercuriale

Ordnung:
Unterordnung: Kleinlibellen / Familie: Schlanklibellen (Coenagrionidae) / Gattung: Azurjungfern (Coenagrion)

Größen:
gesamte Körperlänge:
27-31 mm / Spannweite der Flügel: 25-44 mm

Flugzeit:
Mitte Mai bis Anfang August, ab 9.00 Uhr kommen die ersten Männchen an das Gewässer.

Höhepunkt der Flugzeit:
Im Juni

Ähnliche Arten:
Fledermaus-Azurjungfer Gabel-Azurjungfer
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Hufeisen-Azurjungfer Mond-Azurjungfer
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Speer-Azurjungfer Vogel-Azurjungfer
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Merkmale:
Die Azurjungfern sehen sich, auf den ersten Blick, alle sehr ähnlich. Die Männchen der Helm-Azurjungfer haben auf dem zweiten Hinterleibsegment eine schwarze Zeichnung, die einem Kopf mit gehörntem Helm ähnelt. Der Hinterrand vom Pronotum, ist beim Weibchen fast gerade und der Hinterleib ist fast komplett schwarz.

Coenagrion mercuriale - male
Helm-Azurjungfer - Männchen

Lebensraum (Habitat):
Die Helm-Azurjungfer lebt an vegetationsreichen, warmen, langsam fließenden Gewässern. Das können z.B. Entwässerungsgräben auf einer Wiese sein, die aber nicht ganz zugewachsen ist.

Habitat - Coenagrion mercuriale
Habitat der Helm-Azurjungfer

Wissenswertes:
Die Helm-Azurjungfer ist sehr ortstreu, normalerweise entfernt sich die Helm-Azurjungfer nicht weiter als 25 Meter vom Gewässer. Es gibt aber Studien, die belegen, dass einzelne Tiere bis zu drei Kilometer weit fliegen um neue Gewässer zu besiedeln. Die Helm-Azurjungfer ist europaweit geschützt.

Gefährdung:
In Deutschland ist die Helm-Azurjungfer stark gefährdet. In Österreich und in der Schweiz ist die Art vom Aussterben bedroht. In den Niederlanden ist die Helm-Azurjungfer ausgestorben.

Besonderheiten:
Die meisten Weibchen der Helm-Azurjungfer sind gelbgrün, aber es gibt auch eine sehr seltene blaue Variante.

Coenagrion mercuriale - tandem
Tandem (w: blau) der Helm-Azurjungfer - Männchen-oben, Weibchen-unten

 

Larve:
Die Larven der Helm-Azurjungfer leben ein bis zwei Jahre zwischen den Wurzeln der Wasserpflanzen, in dieser Zeit wird die Larve 14 bis 18 mm groß.

Schlupf:
Ab Mitte Mai schlüpfen die ersten Helm-Azurjungfern früh morgens, dicht am Ufer.

Coenagrion mercuriale - female emergenz
Helm-Azurjungfer - Weibchen beim Schlupf

 

Reifezeit:
Die Reifezeit dauert eine Woche. In dieser Zeit jagt die Helm-Azurjungfer in der Nähe des Gewässers.

Coenagrion mercuriale - female
Helm-Azurjungfer - junges Weibchen in der Reifezeit

 

Jagdtyp:
Die Helm-Azurjungfer ist ein typischer Ansitzjäger.

Paarungsverhalten:
Ab 10.00 Uhr kann man die ersten Paarungen sehen, dass Paarungsmaximum ist aber gegen Mittag. Die Paarung der Helm-Azurjungfer kann bis zu 25 Minuten dauern.

Coenagrion mercuriale - Paarungsrad
Paarungsrad der Helm-Azurjungfer

 

Eiablage:
15 Minuten nach der Paarung beginnen die Weibchen im Tandem mit der Eiablage. Während die Weibchen an den Pflanzen nach unten, unter Wasser krabbeln um die Eier in Pflanzen zu stechen, lösen sich die Männchen und fliegen davon. Bis zu 450 Eier kann ein Weibchen legen.

Coenagrion mercuriale - Eiablage
Helm-Azurjungfer - Tandem kurz vor der Eiablage

 

Ruhehabitat:
Die Helm-Azurjungfern sitzen in der gewässernahen Vegetation.

Lebensdauer als Imago:
Die maximale Lebensdauer beträgt ein Monat.

Coenagrion mercuriale - female
Helm-Azurjungfer - Weibchen

 

Persönliche Erfahrungen:
Das Habitat der Helm-Azurjungfer ist oft sehr zugewachsen, gerade im Uferbereich. Es lohnt sich nicht bis zum Ufer zu gehen, weil man zwischen den vielen Pflanzen eh nur schlechte Bilder kriegt und zum anderen findet man die Helm-Azurjungfer nicht wirklich gut in der Vegetation. Wenn es nur um Fotos geht, lohnt es sich ein paar Meter vom Ufer entfernt nach der Helm-Azurjungfer zu suchen. Die Gräser sind dort meist niedriger und man sieht die Azurjungfern besser. Der andere große Vorteil besteht darin, dass das Habitat keinen großen Schaden nimmt.

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (1999): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 1, Kleinlibellen (Zygoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU