Speer-Azurjungfer
(Coenagrion hastulatum)

 

Coenagrion hastulatum - male
Männchen der Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum)

 

Namen:
de: Speer-Azurjungfer / en: Spearhead Bluet / nl: Speerwaterjuffer /
pl: łątka halabardówka (stawowa) / se: Spjutflickslända
Wissenschaftlicher Name: Coenagrion hastulatum

Ordnung:
Unterordnung: Kleinlibellen / Familie: Schlanklibellen (Coenagrionidae) / Gattung: Azurjungfern (Coenagrion)

Größen:
gesamte Körperlänge:
31-33 mm / Spannweite der Flügel: 34-43 mm

Flugzeit:
Anfang Mai bis Mitte August

Höhepunkt der Flugzeit:
Mitte Juni bis Ende Juli

Ähnliche Arten:
Fledermaus-Azurjungfer Helm-Azurjungfer
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Hufeisen-Azurjungfer Gabel-Azurjungfer
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Mond-Azurjungfer Vogel-Azurjungfer
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Merkmale:
Die Azurjungfern sehen sich, auf den ersten Blick, alle sehr ähnlich. Die Männchen der Speer-Azurjungfern haben auf dem zweiten Segment eine Zeichnung, die einem Pilz ähnelt und auf S3 eine schwarze Speerspitze. Das Weibchen ist auf S3 und S4 grüner als das Hufeisen-Azurjungfer-Weibchen.

Coenagrion hastulatum - male
Männchen der Speer-Azurjungfer

 

Lebensraum (Habitat):
Die Speer-Azurjungfer lebt an kleinen stehenden Gewässern, das können Moorseen oder auch vegetationsreiche Baggerseen sein. Die Speer-Azurjungfer braucht viel Sonne.

Speer-Azurjungfer - Habitat
Habitat der Speer-Azurjungfer

 

Wissenswertes:
Die Speer-Azurjungfer gibt es im Norden Deutschlands häufiger, als im Süden.

Gefährdung:
Die Speer-Azurjungfer ist in Deutschland und in den Niederlanden vom Aussterben bedroht, in Österreich und in der Schweiz ist ihr Bestand gefährdet.

Besonderheiten:
Die Larven der Speer-Azurjungfer vertragen dreieinhalb Monate Trockenheit, weil sie sich dann im Schlamm eingraben.

Coenagrion hastulatum - male
Männchen der Speer-Azurjungfer

 

Larve:
Die Larven der Speer-Azurjungfer leben bei uns ein bis zwei Jahre in schwimmenden Pflanzenteilen. In dieser Zeit häuten sie sich 10 bis 13 Mal und werden bis zu 21 mm groß.

Schlupf:
Die Schlupfzeit der Speer-Azurjungfer beginnt Anfang Mai und endet Ende Juli / Anfang August.

Coenagrion hastulatum
Männchen kurz nach dem Schlupf

 

Reifezeit:
Die Speer-Azurjungfer braucht 6 Tage nach dem Schlupf bis zur Geschlechtsreife. In dieser Zeit jagt sie meist in der Nähe des Gewässers auf Wegen oder auf Waldlichtungen. Maximal entfernt sie sich aber nicht weiter als 100 Meter von ihrem Gewässer.

Jagdtyp:
Die Speer-Azurjungfer ist ein typischer Ansitzjäger. Die Männchen sitzen gerne in Bodennähe, oft im Gras.

Paarungsverhalten:
Die Paarung findet in der Nähe des Gewässers statt und dauert 15 bis 30 Minuten.

Coenagrion hastulatum - Tandem
Tandem der Speer-Azurjungfer

 

Eiablage:
Die Weibchen beginnen gegen Mittag mit der Eiablage, dabei legt das Weibchen ihre Eier im Tandem ab. Das Paar taucht manchmal bis zu zwanzig Minuten lang, damit das Weibchen ihre Eier in die Wasserpflanzen einstechen kann. Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen die Prolarven.

Coenagrion hastulatum - female
Weibchen der Speer-Azurjungfer

 

Ruhehabitat:
Das Ruhehabitat ist mir leider nicht bekannt. Wahrscheinlich sitzt die Speer-Azurjungfer in der gewässernahen Vegetation.

Lebensdauer als Imago:
Die Lebensdauer beträgt maximal einen Monat, viele Speer-Azurjungfern überleben aber nicht die Hälfte dieser Zeit.

Persönliche Erfahrungen:
Unsere Speer-Azurjungfern saßen alle im Gras. Es war kein Problem diese Tiere zu beobachten, oder zu fotografieren. Die einzige Schwierigkeit bestand darin, dass man sie finden musste.

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (1999): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 1, Kleinlibellen (Zygoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU