Gelbe Keiljungfer
(Gomphus simillimus)

 

Gomphus vulgatissimus - Weibchen
Männchen der Gelben Keiljungfer

 

Namen:
de: Gelbe Keiljungfer / en: Yellow Clubtail /
Wissenschaftlicher Name: Gomphus simillimus

Ordnung:
Unterordnung: Großlibellen / Familie: Flussjungfern (Gomphidae) / Gattung: Keiljungfern (Gomphus)

Größen:
gesamte Körperlänge:
45-50 mm / Spannweite der Flügel: 60-68 mm

Flugzeit:
Ende Mai bis Ende August

Höhepunkt der Flugzeit:
Mitte Juli bis Anfang August

Ähnliche Arten:
Asiatische Keiljungfer Gemeine Keiljungfer
Asiatische KeiljungferGemeine Keiljungfer

Westliche Keiljungfer
Westliche Keiljungfer

 

Merkmale:
Die vier Keiljungfern sehen sich sehr ähnlich, die Gelbe Keiljungfer hat aber vorne am Thorax drei fast gleichbreite Streifen (schwarz - gelb - schwarz).

Lebensraum (Habitat):
Die Gelbe Keiljungfer lebt an langsam fließenden Gewässern mit viel Vegetation. Dieser Bach ist in Südfrankreich, er hat sehr klares Wasser. Intensive Landwirtschaft gibt es nicht in der Nähe. In Deutschland gibt es diese Art nur am Oberrhein.

Habitat - Gelbe Keiljungfer
Habitat der Gelben Keiljungfer

 

Wissenswertes:
Die Gelbe Keiljungfer ist einer der seltensten Arten in Deutschland. Da sich die Libellen nach dem Schlupf schnell weit verbreitet, kann man diese Art meist nur duch Exuvienfunde belegen.

Männchen - Gelbe Keiljungfer
Gelbe Keiljungfer - ausgefärbtes Männchen

 

Gefährdung:
Die Gelbe Keiljungfer ist in Deutschland gefährdet und in der Schweiz vom Aussterben bedroht. In Österreich und in den Niederlanden ist die Gelbe Keiljungfer nicht gelistet.

Besonderheiten:
Vor einigen Jahren haben wir eine Gelbe Keiljungfer fotografiert, die beide Geschlechtsmerkmale aufweist. Die Hinterleibsanhänge sind typisch weiblich und die Hinterleibsform ist typisch männlich. Hierbei handelt es sich um einen Hermaphroditen, einen Zwitter. Diese Form ist extrem selten!

Gelbe Keiljungfer - Weibchen
Junge Gelbe Keiljungfer - Hermaphrodit

 

Gelbe Keiljungfer - Weibchen
Gelbe Keiljungfer - Weibchen

 

Larve:
Die Larve lebt drei bis fünf Jahre im Flussboden und wird insgesamt 29 mm lang.

Schlupf:
Ab Ende Mai schlüpfen die ersten Larven zwischen 7.00 und 10.00 Uhr. Meist schlüpfen sie in einer Höhe von ca. 30 cm.

Reifezeit:
Die Reifezeit dauert 14 bis 20 Tage. In dieser Zeit jagd die Gelbe Keiljungfer mehrere Kilometer von ihrem Gewässer entfernt auf Wiesen, Feldwegen und Waldlichtungen.

junges Männchen der Gelben Keiljungfer
Junges Männchen in der Reifezeit

 

Jagdtyp:
Die Gelbe Keiljungfer ist ein Flugjäger.

Paarungsverhalten:
Die Paarung dauert etwa eine Stunde, danach trennen sich beide. Das Weibchen presst anschließen ihre Eier aus.

Eiablage:
Direkt vor der Eiablage presst das Weibchen seine Eier aus ihrem Hinterleib. Auf dem Foto kann man das gut sehen. Der Vorgang dauert mehrere Minuten. Das Weibchen streift dann die Eier im Flug über dem Wasser ab, dabei sucht sie die besten Stellen sorgsam aus.

Gelbe Keiljungfer - Eiablage
Weibchen der Gelben Keiljungfer direkt vor der Eiablage

 

Ruhehabitat:
Nicht bekannt

Lebensdauer als Imago:
Die Lebensdauer beträgt wahrscheinlich, wie bei den anderen Keiljungfern, 30 bis 40 Tage.

Persönliche Erfahrungen:
Die Gelbe Keiljungfer hat bevorzugte Sitzplätze in Ufernähe. Wir haben die Gelbe Keiljungfer aber fast immer in Bodennähe in der prallen Sonne sitzen sehen. Sie hat eine relativ kleine Fluchtdistanz, deshalb kann man sie ohne Probleme beobachten oder fotografieren.

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (2000): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 2, Großlibellen (Anisoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU