Westliche Keiljungfer
(Gomphus pulchellus)

 

Gomphus pulchellus - female
Westliche Keiljungfer - Weibchen, abseits des Gewässers

 

Namen:
de: Westliche Keiljungfer / en: Western Clubtail / nl: Plasrombout /
pl: --- / se: ---
Wissenschaftlicher Name: Gomphus pulchellus

Ordnung:
Unterordnung: Großlibellen / Familie: Flussjungfern (Gomphidae) / Gattung: Keiljungfern (Gomphus)

Größen:
gesamte Körperlänge:
47-50 mm / Spannweite der Flügel: 56-65 mm

Flugzeit:
Anfang Mai bis Anfang August

Höhepunkt der Flugzeit:
Mitte Mai bis Ende Juni. Ab 9.00 Uhr fliegen die ersten Männchen.

Ähnliche Arten:
Asiatische Keiljungfer Gelbe Keiljungfer
Asiatische KeiljungferGelbe Keiljungfer

Gemeine Keiljungfer
Gemeine Keiljungfer

 

Merkmale:
Die vier Keiljungfern sehen sich sehr ähnlich, die Westliche Keiljungfer hat aber nur dünne schwarze Streifen auf dem Thorax. Die Hinterleibssegmente acht und neun sind beim Männchen nur etwas breiter.

Lebensraum (Habitat):
Die Westliche Keiljungfer lebt an stehenden oder sehr langsam fließenden Gewässern. Häufig findet man sie an Baggerseen mit viel Sonne, dort sitzen sie auf dem Sandboden.

Habitat - Gomphus pulchellus
Habitat der Westlichen Keiljungfer

 

Wissenswertes:
Die Westliche Keiljungfer fliegt nicht in jedem Bundesland. In Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und in Schleswig-Holstein ist sie, wenn überhaupt, nur als Gast.

Gomphus pulchellus - male
Westliche Keiljungfer - ausgefärbtes Männchen

 

Gefährdung:
Die Westliche Keiljungfer ist in Deutschland und in den Niederlanden nicht gefährdet. In der Schweiz ist sie gefährdet und in Österreich ist sie sogar vom Aussterben bedroht.

Besonderheiten:
Die Larven graben sich im feinen Sediment am Gewässergrund ein, so dass nur noch die sog. Analpyramide und der Kopf in das Wasser ragt. Die Larve atmet durch die Analpyramide (Ende des Hinterleibs). Diese Eigenschaft haben alle Gomphiden.

Gomphus pulchellus - male
Westliche Keiljungfer - Männchen

 

Larve:
Die Larve lebt zwei bis drei Jahre eingegraben im Flussboden. In der Zeit wird sie 31 bis 35 mm lang.

Schlupf:
Anfang Mai schlüpf die Westliche Keiljungfer fast synchron. Die Larven schlüpfen innerhalb einer Stunde dicht über der Wasseroberfläche. Dabei werden einige von Teichfröschen gefressen.

Reifezeit:
Die Reifezeit dauert zwei bis drei Wochen. In dieser Zeit jagt die Westliche Keiljungfer in der näheren Umgebung.

Gomphus pulchellus - female
Westliche Keiljungfer - Weibchen

 

Jagdtyp:
Die Westliche Keiljungfer ist ein Ansitzjäger, die Männchen sitzen meist in Bodennähe auf hellem Grund und jagen von dort.

Paarungsverhalten:
Da die Weibchen nur zur Paarung und zur Eiablage an das Gewässer kommen, ergreifen die Männchen das Weibchen im Flug. Die Paarung findet in den Büschen statt und dauert 5 bis 10 Minuten.

Eiablage:
Das Weibchen streift ihre Eier im Flug, weit entfernt vom Ufer, im offenen Wasser ab. Oft kommen die Weibchen erst am späten Nachmittag zur Eiablage, um nicht von den Männchen bedrängt zu werden.

Gomphus pulchellus - tandem
Tandem der Westlichen Keiljungfer

 

Ruhehabitat:
Das Ruhehabitat ist mir leider nicht bekannt.

Lebensdauer als Imago:
Die Lebensdauer beträgt etwa 30 bis 40 Tage.

Persönliche Erfahrungen:
Die Westliche Keiljungfer findet man vorwiegend an neuen Baggerseen. Dort sitzen die Männchen gerne auf freien Flächen im Sand. Die Männchen sind relativ flugfaul, wenn man ihre Fluchtdistanz unterschreitet, fliegen sie zwar auf, aber wenn man selber ruhig stehen bleibt, landet die Westliche Keiljungfer nur wenige Meter entfernt wieder.

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (2000): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 2, Großlibellen (Anisoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU