Arktische Smaragdlibelle
(Somatochlora arctica)

 

Somatochlora arctica
Arktische Smaragdlibelle - Männchen (oben) und Weibchen (unten)

 

Namen:
de: Arktische Smaragdlibelle / en: Northern Emerald / nl: Hoogveenglanslibel /
pl: miedziopierś północna / se: Mindre glanstrollslända /
Wissenschaftlicher Name: Somatochlora arctica

Ordnung:
Unterordnung: Großlibellen / Familie: Falkenlibellen (Corduliidae) / Gattung: Smaragdlibellen (Somatochlora)

Größen:
gesamte Körperlänge:
45-51 mm / Spannweite der Flügel: 60-73 mm

Flugzeit:
Ende Juni bis Mitte September.

Höhepunkt der Flugzeit:
Anfang Juni bis Ende August. Eine Stunde nach Sonnenaufgang fliegen die ersten Männchen der Arktischen Smaragdlibelle.

Ähnliche Arten:
Glänzende Smaragdlibelle Alpen-Smaragdlibelle
Glänzende SmaragdlibelleAlpen-Smaragdlibelle

Gefleckte Smaragdlibelle Falkenlibelle
Gefleckte SmaragdlibelleFalkenlibelle

 

Merkmale:
Die Männchen der Arktischen Smaragdlibelle haben nach innengebogene Hinterleibsanhänge. Die Weibchen haben zwei große gelbe Flecken auf dem dritten Segment.

Lebensraum (Habitat):
Die Arktische Smaragdlibelle lebt an sehr kleinen unscheinbaren Wasserlöchern in Hang- und Niedermooren. Die Löcher haben einen Durchmesser von 20 cm und mehr. Oft sind die Wasserlöcher so klein, dass man sie gar nicht als Libellenhabitate wahrnimmt.

Somatochlora arctica - habitus
Habitat der Arktischen Smaragdlibelle

 

Wissenswertes:
Die Männchen der Arktischen Smaragdlibelle jagen hoch über den Bäumen. Das ist ein Grund, warum man diese Art so selten zu Gesicht bekommt.

Gefährdung:
In Österreich und in der Schweiz ist die Arktische Smaragdlibelle gefährdet, in Deutschland und in den Niederlanden ist die Art stark gefährdet.

Besonderheiten:
Die Arktische Smaragdlibelle ist an sich schon etwas ganz besonderes, weil die Larven es schaffen in einem Fussabdruck zwei bis fünf Jahre zu überleben. Und in dem Minihabitat sind sie meist nicht allein, fünf Larven sind keine Seltenheit. Die Larven überleben es sogar, wenn das Loch für drei Wochen einfriert. Trocknet das Gewässer aus, suchen sich die Larven ein andere Stelle um zu überleben.

Somatochlora arctica - male
Ausgefärbtes Männchen der Arktischen Smaragdlibelle

 

Larve:
Die Larve lebt 2 bis 5 Jahre dicht unterhalb der Wasseroberfläche, meistens sind es 3 Jahre. Ihre maximale Körperlänge beträgt 17 mm bis 20 mm. Die Larven gelten als sehr friedlich.

Schlupf:
Mitte Mai bis Mitte Juli schlüpft die Arktische Smaragdlibelle in den Sträuchern dicht neben dem Ufer.

Reifezeit:
3 Tage nach dem Schlupf, kann die Arktische Smaragdlibelle schon geschlechtsreif sein. Man nimmt an, dass sie die ersten Tage weit entfernt von ihrem Habitat verbringen.

Somatochlora arctica - female
Arktische Smaragdlibelle - Weibchen

 

Jagdtyp:
Die Arktische Smaragdlibelle ist ein Flugjäger.

Paarungsverhalten:
Die Paarung beginnt von 10:00 bis 14:00 Uhr zuerst im Flug und dann in der Vegetation. Der Akt selber dauert etwa 30 bis 50 Minuten.

Somatochlora arctica - male
Arktische Smaragdlibelle - Männchen nach der Paarung

 

Eiablage:
Das Weibchen treift ihre Eier alleine über dem Wasser ab. Ein Weibchen kann mehr als 1000 Eier legen.

Ruhehabitat:
Die Nacht verbringen die Libellen in den Baumkronen.

Lebensdauer als Imago:
Die durchschnittliche Lebensdauer beträgt wahrscheinlich 40 bis 50 Tage.

Persönliche Erfahrungen:
Um ein Foto von einer Arktischen Smaragdlibelle zu bekommen, braucht man super viel Glück. Wir hatten das Glück, dass wir 2012 mit Heide Gospodinova und Willi Wünsch in Köln unterwegs waren und Heide ein frisch getrenntes Pärchen der Arktischen Smaragdlibelle im Gras sitzen sah. Die beiden Libellen ließen sich von uns allen fotografieren und flogen erst ein paar Minuten später weg. Bis heute haben Barbara und ich keine andere Libelle dieser Art gesehen!

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (2000): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 2, Großlibellen (Anisoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU