Südliche Binsenjungfer
(Lestes barbarus)

 

Lestes barbarus
Männchen der Südlichen Binsenjungfer

 

Namen:
de: Südliche Binsenjungfer / en: Migrant Spreadwing / nl: Zwervende pantserjuffer /
pl: pałątka południowa / se: Vandrande smaragdflickslända
Wissenschaftlicher Name: Lestes barbarus

Ordnung:
Unterordnung: Kleinlibellen / Familie: Teichjungfern (Lestidae) / Gattung: Binsenjungfern (Lestes)

Größen:
gesamte Körperlänge:
40-45 mm / Spannweite der Flügel: 43-56 mm

Flugzeit:
Ende Juni bis Ende September

Höhepunkt der Flugzeit:
Im Juli, von 10:00 bis 16:00 Uhr sind die Männchen am Gewässer.

Ähnliche Arten:
Gemeine Binsenjungfer Glänzende Binsenjungfer
Gemeine BinsenjungferGlänzende Binsenjungfer

Weidenjungfer
Weidenjungfer

 

Merkmale:
Die Flügelmale der Südlichen Binsenjungfer sind zweifarbig, innen dunkel und außen hell. Das zweite Segment hat keine blaue Bereifung, wie bei der Gemeinen Binsenjungfer.

Lebensraum (Habitat):
Die Südliche Binsenjungfer lebt an kleinen, stehenden Gewässern mit starkem Binsenbewuchs. Die Gewässer können im Sommer kurz austrocknen. Das "Gewässer" auf dem Foto war wenige Meter vor der Hütte und war zur Hauptflugzeit der Südlichen Binsenjungfer fast ganz ausgetrocknet. Der Boden war aber noch matschig.

Habitat von Lestes barbarus
Habitat der Südlichen Binsenjungfer

 

Wissenswertes:
Die Männchen und die Weibchen sind gleich gefärbt, man kann die beiden Geschlechter aber durch die Hinterleibsanhänge gut unterscheiden. Bei den Weibchen ist der Hinterleib etwas kräftiger, als bei den Männchen.

Lestes barbarus - male
Männchen der Südlichen Binsenjungfer

 

Gefährdung:
Der Bestand der Südlichen Binsenjungfer ist in Deutschland und in den Niederlanden nicht gefährdet. In Österreich ist die Art stark gefährdet und in der Schweiz ist sie nur ein Gast.

Besonderheiten:
Im Vergleich zu den anderen Binsenjungfern sind die Männchen am Ende ihres Hinterleibs nicht blau bereift. Die Südliche Binsenjungfer ist eine Wanderlibelle, sie kann bei neuen, kleinen Gewässern plötzlich auftauchen.

Binsenjungfern
Vergleich der Binsenjungfermännchen

 

Larve:
Die Larve lebt nur ein bis drei Monate im flachen Bereich des Gewässers, dort hält sie sich vorwiegend in der abgestorbenen Vegetation auf. Sie wird bis zu 24 bis 26 mm groß und häutet sich 11- bis 12-mal.

Schlupf:
Ab Ende Juni schlüpfen die ersten Larven der Südlichen Binsenjungfer. Die Larven schlüpfen in Bodennähe nahe am Ufer.

Reifezeit:
Die ersten Tage bleibt die Südliche Binsenjungfer am Schlupfgewässer, danach fliegt sie bis zu zwei Kilometer vom Gewässer entfernt und jagt dort windgeschützten Stellen. Die Reifezeit dauert über 2 Wochen.

Lestes barbarus - male
Junges Männchen in der Reifezeit (Südliche Binsenjungfer)

 

Jagdtyp:
Die Südliche Binsenjungfer ist ein Ansitzjäger, die Männchen sitzen gerne in Bodennähe in der Vegetation und jagen von dort aus.

Lestes barbarus - female
Südliche Binsenjungfer - Weibchen

 

Paarungsverhalten:
Die Paarung dauert 20 bis 50 Minuten und findet nahe am Gewässer statt.

Eiablage:
Das Weibchen legt ihre Eier alleine in Pflanzen über dem Wasser ab, sie kann bis zu 200 Eier an einem Tag ablegen. Die Eier überwintern, im März schlüpfen dann die Prolarven.

Lestes barbarus - female
Weibchen der Südlichen Binsenjungfer

 

Ruhehabitat:
In der Nacht bleibt die Südliche Binsenjungfer in Gewässernähe. Sie übernachtet gerne an windgeschützten Stellen.

Lebensdauer als Imago:
Die Südliche Binsenjungfer wird etwa sechs bis acht Wochen alt.

Persönliche Erfahrungen:
Wir haben die Südliche Binsenjungfer immer in Gewässernähe gefunden. Da die Gewässer sehr klein waren, war es kein Problem die Tiere dort zu finden.

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (1999): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 1, Kleinlibellen (Zygoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU