Hauben-Azurjungfer
(Coenagrion armatum)

 

Coenagrion armatum - male
Männchen der Hauben-Azurjungfer (Coenagrion armatum)

 

Namen:
de: Hauben-Azurjungfer / en: Dark Bluet / nl: Donkere waterjuffer /
pl: łątka zielona / se: Griptångflickslända
Wissenschaftlicher Name: Coenagrion armatum

Ordnung:
Unterordnung: Kleinlibellen / Familie: Schlanklibellen (Coenagrionidae) / Gattung: Azurjungfern (Coenagrion)

Größen:
gesamte Körperlänge:
31-34 mm / Spannweite der Flügel: 34-44 mm

Flugzeit:
Anfang Mai bis Ende Juli

Höhepunkt der Flugzeit:
Mitte Mai bis Ende Juli

Ähnliche Arten:
Fledermaus-Azurjungfer Mond-Azurjungfer
Fledermaus-AzurjungferMond-Azurjungfer

 

Merkmale:
Die Azurjungfern sehen sich, auf den ersten Blick, alle sehr ähnlich. Aber die Hauben-Azurjungfer kann man eigentlich mit keiner anderen Azurjungfer verwechseln. Die Männchen sind eher grün, statt wie bei den anderen Azurjungfer-Männchen, blau. Ihre Hinterleibsanhänge sind unten. Bei beiden Geschlechtern ist der Hinterleib oben in der Mitte komplett schwarz. Die Weibchen haben auf S2 eine schwarze Raute.

Coenagrion armatum - male
Hauben-Azurjungfer - Männchen

 

Lebensraum (Habitat):
Die Hauben-Azurjungfer lebt an relativ flachen, stehenden Gewässern, bei denen der Pflanzenbewuchs nicht zu üppig, aber auch nicht zu karg sein darf. Bei uns sind die einzigen Vorkommen in der Nähe der Ostsee. Da diese Art bei uns sehr selten ist, haben wir uns dazu entschlossen, nur geführte Exkursionen in den Niederlanden für diese Art mitzumachen, um die Hauben-Azurjungfer hier nicht zu gefährden. Unser besonderer Dank, gilt hier den Rangern des Nationalparks in Weerribben - Vielen Dank das wir dabei sein durften!

Habitat - Coenagrion armatum
Habitat der Hauben-Azurjungfer

 

Wissenswertes:
Die Hauben-Azurjungfer hat ihre großen Hinterleibsanhänge unten und nicht wie sonst bei Libellen üblich oben.

Gefährdung:
In Deutschland und in den Niederlanden ist die Hauben-Azurjungfer vom Aussterben bedroht. In Österreich und in der Schweiz gibt es diese Art nicht.

Besonderheiten:
Die Hauben-Azurjungfer schlüpft fast synchron. Innerhalb von zwei Wochen sind praktisch alle Hauben-Azurjungfern in einem Gewässer geschlüpft. Die Flugzeit an einem Gewässer ist dementsprechend kurz und beträgt nur drei bis vier Wochen.

Coenagrion armatum - male
Hauben-Azurjungfer - Männchen

 

Larve:
Die Larven leben bei uns ein Jahr im Wasser, in dieser Zeit werden sie bis zu 20 mm lang.

Schlupf:
Die Hauben-Azurjungfer schlüpft an jedem Gewässer sehr synchron, innerhalb von zwei Wochen sind fast alle Larven geschlüpft.

Reifezeit:
In der Reifezeit halten sich die jungen Hauben-Azurjungfern in der Nähe des Gewässers auf.

Coenagrion armatum - male
Hauben-Azurjungfer - Weibchen in der Reifezeit

 

Jagdtyp:
Die Hauben-Azurjungfer ist ein typischer Ansitzjäger.

Paarungsverhalten:
Die Paarung findet am Mittag in Ufernähe statt.

Eiablage:
Nach der Paarung beginnen die Weibchen mit der Eiablage, dabei legen die Weibchen ihre Eier im Tandem ab.

Coenagrion armatum - female
Hauben-Azurjungfer - Weibchen

 

Ruhehabitat:
Die Hauben-Azurjungfern verbringen die Nacht in der gewässernahen Vegetation.

Lebensdauer als Imago:
Die Lebensdauer beträgt ein Monat.

Persönliche Erfahrungen:
Alle Hauben-Azurjungfern haben wir in den Niederlanden fotografiert, dort bietet der Nationalpark de Weerribben geführte Exkursionen an. Das Gebiet auf dem die Exkursion statt findet, ist relativ klein, so dass der Schaden der bei der Exkursion entsteht, klein bleibt. Das Betreten von Naturschutzgebieten ist gesetzlich verboten, dazu sollte man wissen, dass sich Hauben-Azurjungfern bei Gefahr gerne ins Gras fallen lassen. Die Gefahr sie zu zertreten ist deshalb besonders hoch.

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (1999): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 1, Kleinlibellen (Zygoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU