Schabrackenlibelle
(Anax ephippiger)

 

Schabrackenlibelle (Anax ephippiger)
Weibchen der Schabrackenlibelle (Anax ephippiger)

 

Namen:
de:
Schabrackenlibelle / en: Vagrant Emperor / nl: Zadellibel / pl: husarz wędrowny / se: Vandrande mosaikslända
Wissenschaftlicher Name: Anax ephippiger

Ordnung:
Unterordnung:
Großlibellen / Familie: Edellibellen (Aeshnidae) / Gattung: Königslibellen (Anax)

Größen:
gesamte Körperlänge:
61-70 mm / Flügel Spannweite: 88-100 mm

Flugzeit:
April bis September (Fliegt in Afrika das ganze Jahr über)

Verbreitungshöhepunkt:
Ende Juni und Ende August

Ähnliche Arten:
Südliche Mosaikjungfer Herbst-Mosaikjungfer
Südliche Mosaikjungfer - wKleine Königslibelle

Merkmale:
Die Schabrackenlibelle (Anax ephippiger) hat braune Augen und zwei schwarze Balken auf der Stirn.

Lebensraum (Habitat):
Die Schabrackenlibelle lebt nur bei uns, wenn sie aus dem Süden mit günstigen Winden zu uns getragen wird. Generell bevorzugt sie flache, warme Gewässer die für kurze Zeit austrocknen.

Wissenswertes:
Einmal im Leben eine Schabrackenlibelle zu sehen, ist bei uns in Nordeuropa, wie ein Sechser im Lotto. Wir kennen nur ein Gewässer in Sachsen, wo sich die Schabrackenlibelle erfolgreich vermehren konnte. Die Schabrackenlibelle ist in Deutschland leider nur ein Gast.

Junges Männchen Anax ephippiger
Junges Männchen der Schabrackenlibelle

 

Gefährdung:
In Deutschland, Österreich und in der Schweiz gibt es nur einzelne Tiere dieser Art. Eine sichere Vermehrung über mehrere Jahre gibt es meines Wissens nach nicht.

Besonderheiten:
Die Schabrackenlibelle fliegt, wenn die Winde günstig sind, von Afrika bis nach Island. Sie sieht der Kleinen Königslibelle ähnlich, am besten kann man die Beiden durch ihre Augenfarbe unterscheiden. Die Kleine Königslibelle hat grüne Augen und die Schabrackenlibelle hat große braune Augen. Durch die sehr großen Augen kann sie auch in der Abenddämmerung noch jagen.

Anax ephippiger
Schabrackenlibelle - Männchen


Larve:
Wenn es warm genug ist, braucht die Larve nur 100 Tage bis zum Schlupf. In Deutschland braucht sie aber zwei bis vier Monate, bis sie voll entwickelt ist. Die Schabrackenlibelle kann zwei bis drei Generationen pro Jahr bilden. In Afrika fliegt sie das ganze Jahr. Die Larve erreicht eine maximale Körperlänge von 42 bis 44 mm.

Schlupf:
Vom Juli bis September können bei uns Schabrackenlibellen schlüpfen. Die Larven schlüpfen fast immer in der Nacht.

Anax ephippiger Schlupf
Schlupf einer Schabrackenlibelle


Reifezeit:
Zwei bis 3 Wochen, wo sie die Reifezeit verbringt ist nicht bekannt.

Jagdtyp:
Die Schabrackenlibelle ist ein reiner Flugjäger. Selbst bei 37°C kann sie noch jagen, andere Libelle schützen sich dann schon vor der Sonne.

Paarungsverhalten:
Weibchen werden von den Männchen sofort ergriffen, das Paarungsrad besteht nur für wenige Minuten.

Eiablage:
Direkt nach der Paarung legt das Weibchen im Tandem seine Eier in Pflanzen ab.

Ruhehabitat:
Das Reifehabitat ist oft auch das Ruhehabitat.

Lebensdauer als Imago:
2 bis 3 Monate oder länger, in Afrika können sie ein Jahr als Imago leben.

Persönliche Erfahrungen:
Fast alle Infos zu dieser Art habe ich aus dem "Taschenlexikon der Libellen Europas" von Hansruedi Wildermuth und Andreas Martens übernommen, alle anderen Bücher erwähnen die Schabrackenlibelle gar nicht, oder fast nicht.
Leider haben wir diese Art noch nicht gefunden.

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (2000): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 2, Großlibellen (Anisoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU