Großes Granatauge
(Erythromma najas)

 

Erythromma najas
Großes Granatauge - Männchen mit vielen Parasiten

 

Namen:
de: Grosses Granatauge / en: Large Redeye / nl: Grote roodoogjuffer /
pl: oczobarwnica większa / se: Störe rödögd flickslända
Wissenschaftlicher Name: Erythromma najas

Ordnung:
Unterordnung: Kleinlibellen / Familie: Schlanklibellen (Coenagrionidae) / Gattung: Granataugen (Erythromma)

Größen:
gesamte Körperlänge:
30-36 mm / Spannweite der Flügel: 40-50 mm

Flugzeit:
Mitte Mai bis Mitte August

Höhepunkt der Flugzeit:
Mitte Juni bis Mitte Juli

Ähnliche Arten:
Kleines Granatauge
Kleines Granatauge

 

Merkmale:
Das Große Granatauge sieht nur dem Kleinen Granatauge ähnlich, beide Männchen habe sehr auffallend rote Augen. Die Männchen haben aber eine unterschiedliche Zeichnung auf dem letzten Hinterleibssegment, das Männchen vom Großen Granatauge hat keine Zeichnung auf S10, beim Kleinen Granatauge ist dort ein schwarzes "X". Das Männchen hat keine Antehumeralstreifen und das Weibchen hat kurze Antehumeralstreifen.

Erythromma najas - male
Großes Granatauge - Männchen

 

Lebensraum (Habitat):
Das Große Granatauge lebt an großen, stehenden Gewässern (>300 m²), die mindestens zwei bis vier Meter tief sind. Der Boden ist meist schlammig und unter Wasser gibt es viele verschiedene Wasserpflanzen.

Erythromma najas - Habitat
Habitat vom Großen Granatauge

 

Wissenswertes:
Das Große Granatauge gibt es in Deutschland häufiger im Norden, als im Süden.

Gefährdung:
Der Bestand des Großen Granatauges ist in Deutschland, den Niederlanden und in der Schweiz nicht gefährdet. Nur in Österreich ist die Art potentiell gefährdet.

Besonderheiten:
Das Große Granatauge kann bei der Eiablage gemeinsam als Tandem unter Wasser tauchen. Bis zu 80 cm tief sticht das Weibchen dort ihre Eier in geeignete Pflanzen ein. Das Paar kann 70 Minuten unter Wasser bleiben.

Erythromma najas - Eiablage
Großes Granatauge - Tandem bei der Eiablage

 

Larve:
Die Larve vom Großen Granatauge lebt ein Jahr im Uferbereich zwischen dem Röhricht im Wasser. In dieser Zeit häutet sie sich 15-mal und wird insgesamt 25 bis 31 mm lang.

Schlupf:
Die Schlupfzeit des Großen Granatauges beginnt Mitte Mai und endet Anfang Juni. Die Larven schlüpfen den ganzen Tag über, der Schlupf selber dauert nur 70 bis 90 Minuten und findet oft auf den Schwimmpflanzen statt.

Erythromma najas - Emergenz
Großes Granatauge - Schlupf

 

Reifezeit:
Die Reifezeit verbringt das Große Granatauge in der näheren Umgebung des Gewässers. Meist jagt sie auf den umliegenden Wiesen.

Erythromma najas - young male
Großes Granatauge - junges Männchen

 

Jagdtyp:
Das Große Granatauge ist ein Ansitzjäger. Auch wenn die Männchen hin und wieder im fliegen etwas fangen.

Paarungsverhalten:
Als Tandem fliegt das Paar eine Weile umher und sucht einen geeigneten Platz in Ufernähe. Die Paarung dauert etwa 7 bis 20 Minuten und findet meist mittags statt.

Erythromma najas - Paarungsrad
Großes Granatauge - Paarungsrad

 

Eiablage:
Nach der Paarung beginnen die Weibchen im Tandem mit der Eiablage. Die Weibchen stechen 18 Eier pro Minute in die Pflanzen ein. Bis zu 2000 Eier kann ein Weibchen legen.

Erythromma najas - female
Großes Granatauge - Weibchen

 

Ruhehabitat:
Das Große Granatauge verbringt die Nacht in den Baumkronen.

Lebensdauer als Imago:
Das Große Granatauge lebt wahrscheinlich einen Monat.

Persönliche Erfahrungen:
Für das Große Granatauge ist ein Teleobjektiv hilfreich, zwar sitzen die Männchen auch mal am Land im Gras, aber sie halten sich auch sehr gerne auf der Schwimmblattvegetation auf.

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (1999): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 1, Kleinlibellen (Zygoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU