Schwarze Heidelibelle
(Sympetrum striolatum)

 

Schwarze Heidelibelle - Weibchen
Weibchen der Schwarzen Heidelibelle

 

Namen:
de: Schwarze Heidelibelle / en: Black Darter / nl: Zwarte heidelibel /
pl: szablak czarny (szkocki) / se: Svart ängstrollslända
Wissenschaftlicher Name: Sympetrum danae

Ordnung:
Unterordnung: Großlibellen / Familie: Segellibellen (Libellulidae) / Gattung: Heidelibellen (Sympetrum)

Größen:
gesamte Körperlänge:
29-34 mm / Spannweite der Flügel: 42-63 mm

Flugzeit:
Mitte Juli bis Anfang Oktober

Höhepunkt der Flugzeit:
Ende Juli bis Mitte September

Ähnliche Arten:
Keine

Merkmale:
Die ausgefärbten Männchen der Schwarzen Heidelibelle sind, wie der Name schon sagt, schwarz. Auch die Weibchen werden im Alter zunehmend schwärzer. Eine Verwechslung mit anderen Libellen ist deshalb fast ausgeschlossen.

Schwarze Heidelibelle
Schwarze Heidelibelle - ausgefärbtes Männchen

 

Lebensraum (Habitat):
Die Schwarze Heidelibelle lebt an sauren, meist fischfreien Moorseen, aber auch in kleinen Kuhlen, oder Gräben in Torfabbaugebieten. Die Schwarze Heidelibelle bleibt aber meist nicht lange an ihrem Schlupfgewässer.

Schwarze Heidelibelle - Habitat
Habitat der Schwarzen Heidelibelle

 

Wissenswertes:
Die Schwarze Heidelibelle heizt sich durch ihre schwarze Farbe relativ schnell auf und kann deshalb schon ab 10°C fliegen. Interessant ist auch, dass die Männchen oft von einem Gewässer zum anderen fliegen. Es gibt eine Studie die besagt, dass nur 4/5 der Männchen der Schwarzen Heidelibelle an dem Gewässer sind, an dem sie auch geschlüpft sind.

Sympetrum danae - male
Schwarze Heidelibelle - Männchen

 

Gefährdung:
Der Bestand der Schwarzen Heidelibelle ist in Deutschland, Österreich und in den Niederlanden nicht gefährdet. Nur in der Schweiz ist die Schwarze Heidelibelle gefährdet.

Besonderheiten:
Die Schwarze Heidelibelle ist sehr umtriebig, es wurden schon Männchen über 30 Km weit von ihren Schlupfgewässern gefunden.

Larve:
Die Larve überwintert und schlüpft erst im April aus ihrem Ei. Innerhalb von 2 bis 6 Monaten häutet sich die Larve 9- bis 11-mal und wird 13 bis 16 mm groß.

Schlupf:
Ab Ende Juni bis Ende August schlüpft die Schwarze Heidelibelle in der Nacht, in der ufernahen Vegetation.

junges Männchen Schwarze Heidelibelle
sehr junges Männchen der Schwarzen Heidelibelle kurz nach dem Schlupf

 

Reifezeit:
Die Reifezeit beträgt zwei Wochen, in dieser Zeit leben die jungen Schwarzen Heidelibellen teilweise viele Kilometer weit vom Gewässer entfernt an windgeschützten Waldrändern oder auf Waldwegen.

junges Weibchen Schwarze Heidelibelle
junges Weibchen der Schwarzen Heidelibelle beim Schlupf

 

Jagdtyp:
Wie alle Heidelibellen, ist auch die Schwarze Heidelibelle ein reiner Ansitzjäger. Man kann sie gut beim Jagen beobachten. Sie sitzt oft auf trockenen Zweigen in Bodennähe.

Paarungsverhalten:
Die Paarung findet meist weit Abseits der Gewässer statt, der Akt selbst dauert ca. 15 Minuten. Die Schwarze Heidelibelle verpaart sich im Schnitt sechsmal am Tag.

Schwarze Heidelibelle - Akt
Schwarze Heidelibelle - Paarungsrad

 

Eiablage:
Die Eiablage erfolgt nach dem Akt im Tandem. Bevorzugte Eiablagestellen sind am Ufer im seichten Wasser, oder auf Torfmoos. Das Weibchen legt an einem Tag bis zu 1500 Eier ab.

Sympetrum danae
Schwarze Heidelibelle - Eiablage

 

Ruhehabitat:
Das Ruhehabitat ist mir leider nicht bekannt.

Lebensdauer als Imago:
Die Schwarze Heidelibelle lebt im Durchschnitt 40 Tage.

Sympetrum danae - female
Schwarze Heidelibelle - Weibchen

 

Persönliche Erfahrungen:
Die Schwarze Heidelibelle ist zwar ein Ansitzjäger, aber dennoch braucht man bei ihr viel Geduld, weil sie keinen festen Ansitz hat. Auch an kalten Tagen wird es nicht leichter, dicht an diese Art heran zu kommen, weil sie schon ab 10°C flugfähig ist. Die schönsten Aufnahmen haben wir auf Waldwegen gemacht. Dort saßen Männchen und Weibchen gemütlich in der Sonne und ließen sich nicht durch uns stören. Die Fluchtdistanz war dort 30 cm, wenn man den Tieren mehr Zeit gibt, kommt man deutlich dichter an sie heran.

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (2000): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 2, Großlibellen (Anisoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU