Grüne Flussjungfer
(Ophiogomphus cecilia)

 

Grüne Flussjungfer (Ophiogomphus cecilia) - male
Grüne Flussjungfer (Ophiogomphus cecilia) - Männchen

 

Namen:
de: Grüne Flussjungfer / en: Green Snaketail / nl: Gaffellibel /
pl: trzepla zielona / se: Grön flodtrollslända
Wissenschaftlicher Name: Ophiogomphus cecilia

Ordnung:
Unterordnung: Großlibellen / Familie: Flussjungfern (Gomphidae) / Gattung: Ophiogomphus

Größen:
gesamte Körperlänge:
50-60 mm / Spannweite der Flügel: 62-74 mm

Flugzeit:
Ab Mitte Mai bis Mitte Oktober

Höhepunkt der Flugzeit:
Juli und August, die ersten Männchen sind 2,5 Stunden nach Sonnenaufgang am Gewässer. Eine Stunde vor Sonnenuntergang fliegen sie zurück in die Baumkronen.

Ähnliche Arten:
keine

Merkmale:
Die Grüne Flussjungfer kann man eigentlich mit keiner anderen Libelle in Deutschland verwechseln. Der Körper (Thorax) und der Kopf ist grün und der Hinterleib ist schwarz mit zwei grünen und vielen gelben Flecken.

Ophiogomphus cecilia
Grüne Flussjungfer - Männchen

 

Lebensraum (Habitat):
Die Grüne Flussjungfer lebt an naturnahen, sauberen Bächen ab 50 cm Breite. Die Fließgewässer können aber auch bis über 100 Meter breit sein. In stehenden Gewässern und in Kanälen leben keine Larven der Grünen Flussjungfer.

Habitat - Ophiogomphus cecilia
Habitat der Grünen Flussjungfer

 

Wissenswertes:
Die Weibchen der Grünen Flussjungfer drücken vor der Eiablage einen Eiballen aus ihrem Hinterleib. Dabei sitzen sie meist in Ufernähe in den Büschen.

Grüne Flussjungfer (Ophiogomphus cecilia) - female
Grüne Flussjungfer - junges Weibchen

 

Gefährdung:
Die Grüne Flussjungfer war vor der Jahrtausendwende in Deutschland noch stark gefährdet. In den letzten Jahren hat sich der Bestand aber wieder so erholt, dass die Art als nicht mehr gefährdet eingestuft wurde. In Österreich ist die Grüne Flussjungfer noch gefährdet. In der Schweiz und in den Niederlanden ist die Grüne Flussjungfer noch stark gefährdet.

Besonderheiten:
Wenn man mit dem Boot auf einem Fluss fährt, oder im Wasser steht, dauert es oft nicht lange und die ersten Männchen der Grünen Flussjungfer setzen sich auf einen drauf. Die Grüne Flussjungfer hat scheinbar keine Angst vor Menschen, solange die sich ruhig verhalten. Die Männchen nutzen den Menschen als guten Sitzplatz.

Gemeine Keiljungfer - Weibchen
Die gebänderte Prachtlibelle sitzt auf der Grünen Flussjungfer (2 Männchen)

 

Larve:
Die Larve lebt zwei bis vier Jahre eingegraben im Flussboden, in dieser Zeit häutet sie sich 13-mal und ist zum Schluss 29 bis 32 mm lang. Die Larven sind sehr ortstreu.

Schlupf:
Der Schlupf ist, wie bei vielen Libellenarten, stark von der Wassertemperatur abhängig. Die Grüne Flussjungfer schlüpft an der Oder schon im Mai, aber in der Lüneburger Heide erst Anfang Juli. Die Grüne Flussjungfer schlüpft nicht synchron, die Schlupfperiode dauert etwa zehn bis zwanzig Tage. Die meisten Grünen Flussjungfern schlüpfen vormittags. Dabei werden Steine, die nur leicht auf dem Wasser ragen und Baumstämme in Ufernähe sind, bevorzugt.

Männchen - Grüne Flussjungfer
Grüne Flussjungfer - Männchen beim Schlupf

 

Reifezeit:
Die Reifezeit dauert zwei bis drei Wochen. In dieser Zeit jagt die Grüne Flussjungfer oft weit von ihrem Gewässer entfernt auf Wiesen, Feldwegen.

junges Männchen der Grünen Flussjungfer
Sehr junges Männchen in der Reifezeit

 

Jagdtyp:
Die Grüne Flussjungfer ist ein Flugjäger, die Männchen sieht man trotzdem oft sitzen.

Paarungsverhalten:
Die Paarung dauert etwa 5 bis 10 Minuten und findet meist hoch oben in den Bäumen statt.

Eiablage:
Das Weibchen legt ihre Eier alleine ab. Vor der Eiablage fliegt sie zu den ufernahen Büschen, setzt sich dort auf einen Zweig und presst die Eier aus dem Hinterleib. Dabei entsteht ein Eiklumpen, den das Weibchen im Flug auf dem Wasser abstreift.

Grüne Flussjungfer von vorne
Weibchen der Grünen Flussjungfer

 

Ruhehabitat:
Die Nacht verbringt die Grüne Flussjungfer in den Baumkronen.

Lebensdauer als Imago:
Die Lebensdauer beträgt ein bis zwei Monate.

Persönliche Erfahrungen:
Wir lieben die Grüne Flussjungfer, weil die Männchen sehr oft unsere Nähe suchen. Steht man im Wasser, kommen die Männchen und nutzen uns als Ansitz. Sie sitzen dann auf der Schulter, am Arm oder auf den Händen. Wenn man einen Hut auf hat, ist das natürlich der beste Platz. Die Grüne Flussjungfer hat praktisch keine Angst vor Menschen. Es gibt auch ein paar andere Libellenarten die uns als Sitzplätze benutzen, aber keine Art ist wie die Grüne Flussjungfer. Es macht einfach Spaß in der Nähe dieser Tiere zu sein. Wenn Sie das einmal erlebt haben, werden Sie mich verstehen :-)

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (2000): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 2, Großlibellen (Anisoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU