Kleine Pechlibelle
(Ischnura pumilio)

 

Von Mitte Mai bis Mitte September fliegt die Kleine Pechlibelle an neu angelegten Gewässern. Es ist nicht leicht sie zu entdecken, das liegt zum einen an ihrer Körpergröße (26-31 mm) und zum anderen verwechselt man sie sehr leicht mit der Großen Pechlibelle die fast überall zu finden ist. Ihre durchschnittliche Lebenserwartung beträgt nur 36 Tage, dabei ändert sie in den ersten Tagen mehrfach ihre Farbe.

kleine Pechlibelle (Ischnura pumilio)

Bei dem abgebildeten Männchen (oben + unten) kann man gut am Ende des Hinterleibs die typische Blaufärbung
sehen. Bei der Kleinen Pechlibelle ist oben mehr als ein Segment blau gefärbt, beider der Großen Pechlibelle ist es
nur ein Segment.

kleine Pechlibelle (Ischnura pumilio)

 

kleine Pechlibelle (Ischnura pumilio)

Oben und unten sehen sie das Weibchen der Kleinen Pechlibelle. Man nennt die Kleine Pechlibelle auch die "Goldene".
Im Blog werden sie dieses Bild wieder finden, da mich die Kleine Pechlibelle persönlich sehr beeindruckt hat, habe
ich diese Libelle als Blog-Titelbild gewählt.

kleine Pechlibelle Weibchen

Die orange Färbung hat das Weibchen der Kleinen Pechlibelle laut Literatur nur wenige Tage. Im Münsterland
konnten wir jedoch nachweisen, daß die Kleine Pechlibelle auch noch nach der Reifezeit ihre orange Farbe hat.
Das Paarungsrad mit der "Goldenen" Pechlibelle haben wir über eine Stunde beobachtet.

Paarungsrad der Kleinen Pechlibelle

Die Kleine Pechlibelle gibt es zwar in jedem Bundesland, aber dennoch ist ihr Bestand gefärdet. Bis heute kenne
ich nur drei Stellen wo ich sie finden kann. Eine davon ist in einer fast 5 Meter langen Treckerspur, in die
kontinuierlich ein kleiner Rinnsaal fließt und diesen so vor dem austrocknen bewahrt.

kleine Pechlibelle (Ischnura pumilio)

Die Kleine Pechlibelle ist direkt nach dem Schlupf hell beige, dann beige, orange, grün und zum Schluß blau.

kleine Pechlibelle - Paarung

Die Paarung findet in der näheren Umgebung statt und dauert 3-4 Stunden. Danach legt das Weibchen alleine ihre
Eier an senkrechten Halmen unter Wasser ab. Sie kann dabei bis zu einer Stunde unter Wasser bleiben, wobei die
Eiablage bis zu zwei Stunden dauern kann. Vier Wochen später schlüpfen die ersten Larven.

 

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (1999): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 1, Kleinlibellen (Zygoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU