viele Libellen

Libellen sicher bestimmen

Oben auf dem Bild sind 35 Libellen im gleichen Maßstab zu sehen, sie zeigen die Formen- und Farbenvielfalt unserer heimischen Libellen. Auf dieser Homepage finden Sie diese Libellen und viele andere Libellen.

Gut die Hälfte aller Libellenarten in Deutschland sind bedroht, oder vom Aussterben gefährdet. Da man nur das schützt, was man kennt, will ich hier die mitteleuropäischen Libellenarten einmal vorstellen. Um die Bestimmung der Libellen zu erleichtern, sind die Artenprofile nach Namen, Farben und Gattungen geordnet. Alle typischen Merkmale und Unterschiede der Libellen werden genau beschrieben und die Libellen auf Makrofotos oder Videos präsentiert.

Libelle Für Libellengenießer gibt es hier ein Video

 

Für die Bestimmung im Habitat kann ich mein Libellen Handbuch empfehlen, es zeigt alle deutschen Libellen und viele europäische Libellen mit ihren wichtigsten Erkennungsmerkmalen. Die Artbestimmung der Libellen wird so am Gewässer deutlich einfacher. Jede deutsche Art wird auf zwei Seiten gezeigt, eine Seite für das Männchen, die andere Seite für das Weibchen. Vergleiche der verschiedenen Gattungen und Libellenfotos im Maßstab 1:1 geben einen guten Überblick. Besonders für Libellenliebhaber die sich beim Bestimmen der Arten noch nicht ganz sicher sind, ist dieses Handbuch gut geeignet. Hier sind ein paar Demo-Seiten vom Libellen Handbuch:

Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea)

Blaugrüne Mosaikjungfer - MännchenBlaugrüne Mosaikjungfer - Weibchen

Keilfleck-Mosaikjungfer (Aeshna isoceles)

Keilfleck-Mosaikjungfer - MännchenKeilfleck-Mosaikjungfer - Weibchen

Vergleich AzurjungfernVergleich Mosaikjungfern

verschiedene Azurjungfern im direkten VergleichVerschiedene Mosaikjungfern im direkten Vergleich

Urlibellen (Anisozygoptera oder Epiophlebioptera)

Es ist unglaublich, aber wahr. Schon vor 300 Millionen Jahren flogen die ersten Libellen auf der Erde, sie hatten eine maximale Flügelspannweite von 72 cm. Die Urlibellen haben die Dinosaurier kommen und gehen gesehen. Seit gut 100 Millionen Jahren haben sich die Libellen fast nicht mehr verändert, sie sind nur noch ein bisschen kleiner geworden. Tyrannosaurus rex lebte vor 68 Millionen Jahren. Er hat damals die Libellen so gesehen, wie wir sie heute noch beobachten können. Libellen haben alle Eiszeiten und Kometeneinschläge überlebt, sie gehören zu den ältesten Tierarten auf der Erde. Herr Dieter Bündig hat mir ein Foto von einer Urlibelle geschickt, mit 9,8 cm Flügelspannweite und einer Körperlänge von 6,8 cm war sie fast so groß, wie die Große Königslibelle (Anax imperator).
Im Fossilien-Museum Bergér in Eichstätt gibt es verschiedene versteinerte Libellen zu bestaunen. Ein Besuch lohnt sich!

ausgestorbene Libelle

Libellen in Deutschland

81 Libellenarten gab es in Deutschland, heute sind es wahrscheinlich 79. In den letzten 50 Jahren sind in Deutschland 2 Arten (Bileks Azurjungfer, große Zangenlibelle) ausgestorben. Alle Libellen sind in Deutschland gesetzlich streng geschützt, man darf sie weder fangen noch töten, dennoch sind 2/3 aller Libellenarten gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Klimawandel, Pestizide und eine sich ständig verändernde Umgebung machen es den Libellen immer schwerer zu überleben. Manche Libellen haben Lebensräume, die so unwirklich sind, dass wir sie oft nicht als schützenswerten Lebensraum erkennen. Die Kleine Pechlibelle zum Beispiel kann in einer Treckerspur leben, in die permanent ein kleiner Rinnsal von Wasser fließt. Andere Libellenarten verlieren ihren Lebensraum durch den Torfabbau. Auf den Artenprofilen versuche ich dieses Drama ein wenig zu beschreiben um darauf aufmerksam zu machen, wie man Libellen schützen kann. Da man nur das schützt was man kennt, hoffe ich, dass diese Homepage das Interesse für Libellen wecken kann, um so etwas zur Erhaltung der heimischen Libellen beizutragen.

Libellen stechen nicht!

Oft werde ich gefragt:"Können Libellen stechen oder beißen? Früher nannte man sie Teufelsnadeln, weil die Menschen im Mittelalter Angst vor ihnen hatten. Man glaubte, dass Libellen stechen können. Selbst meine Eltern haben mir noch gesagt, dass Libellen stechen. Heute weiß man es besser, da sich Libellen nicht verteidigen müssen, haben sie nur einen stumpfen Stachel für die Eiablage, dieser Stachel kann die menschliche Haut nicht durchdringen. Keine Libelle kann uns stechen oder verletzen, deshalb sind sie für Menschen völlig ungefährlich. Wenn wir im Herbst Großlibellen fotografieren und sehr dicht bei ihnen sind, fliegen sie manchmal auf unsere Hand um sich zu wärmen - das ist ein schöner Moment. Spätestens dann, wenn man das einmal erlebt hat, weicht die Angst der Begeisterung!

Interessant

Libellen sind die schnellsten Insekten der Welt, mit fast 50 km/h haben es selbst Vögel schwer sie zu fangen. Im Flug jagen sie Mücken und andere Insekten. Ihre Beine bilden bei der Jagd einen Fangkorb aus dem ihre Beute nicht mehr entkommen kann. Ihre Färbung wirkt auf den ersten Blick sehr auffällig, aber wenn sich Libellen setzen, verschmelzen sie mit ihrer Umgebung und sind fast unsichtbar. Libellen können sogar rückwärts fliegen, ihre Flugmanöver sind beeindruckend. Jedes mal wenn ich Libellen sehe, bin ich von ihnen begeistert. Ihre Art zu fliegen, die rasanten Wendemanöver, die Geschwindigkeit und ihre Ausdauer. Die tollen Farben, wie sie in der Sonne schimmern - sie sind immer wieder schön anzusehen! Mit meinen Fotos versuche ich die Libellen so zu zeigen, wie ich sie sehe. Das Weibchen von der Gebänderten Heidelibelle ist ein gutes Beispiel für die Schönheit der Libellen.

Jede Libelle ist einzigartig - wirklich jede!!!

In Deutschland leben 79 verschiedene Libellenarten. Die verschiedenen Arten unterscheiden sich unter anderem in Farben, Form, Muster und Verhalten von einander. Manche Libellen sind neugierig und beobachten uns, andere halten lieber mehr Abstand zu uns. Jede Libelle hat ihre eigenen Gewohnheiten und jede Libelle hat, auch im Vergleich zur gleichen Art, ein einzigartiges Flügelmuster, so wie ein Fingerabdruck. Wie gesagt, jede Libelle ist einzigartig und auf ihre Weise etwas ganz Besonderes.

Libellen schlüpfen aus Eiern

Jede Libelle schlüpft zuerst aus einem Ei und lebt dann je nach Art, ein paar Monate oder bis zu fünf Jahren als Larve im Wasser. Ein harter Chitinpanzer schützt die Larve vor Fischen und anderen Feinden. Da der Chitinpanzer nicht mit der Libellenlarve mitwachsen kann, muss sich die Larve über zehnmal häuten. Wenn die Libellenlarve ausgewachsen ist, klettert sie aus dem Wasser und häutet sich ein letztes mal. Etwa eine Stunde später hat sich die Larve zu einer Libelle entwickelt und fliegt dann zum ersten mal durch die Luft. Zurück bleibt nur die Haut der Larve (Exuvie). Etwa zwei Wochen braucht die Libelle bis zur Geschlechtsreife, dann hat sie noch vier bis sechs Wochen Zeit einen geeigneten Partner zu finden um den Fortbestand der Art zu sichern.

Kleine und große Libellen

Die Große Königslibelle (Anax imperator) ist die größte Libelle in Deutschland, sie hat eine Körperlänge von über 8 cm und eine Flügelspannweite von 11 cm. In Österreich fliegt die Große Quelljungfer (Cordulegaster heros), das Weibchen hat eine Körperlänge von fast 10 cm und ist damit die größte Libelle in Europa. Die kleinste Libelle in Europa ist die Zwerglibelle (Nehalennia speciosa) mit einer Körperlänge bis zu 2,5 cm.

 


Die kleine Teichlibelle von Jesse Ch. Wen

Kleine Teichlibelle,
flatterst auf der Stelle,
wie von Geisterhande
im farbigen Gewande.
Summst mit den Honigbienen
zwischen den Lupinen,
auf Pergamentenflügeln,
die sich im Wasser spiegeln.

Gib acht kleine Libelle
vor Fröschlein und Forelle.
Denn schau so ein Geflatter
weckt Katz und Ringelnatter
und schnell wirst du entdeckt,
du kleines Raubinsekt.

Drum bleib in deinem Reiche,
am Bächlein, Tümpel, Teiche,
dann können wir dein Schweben
den Sommer lang erleben.


Für mich sind Libellen die schönsten Insekten der Welt,
aber schauen Sie selbst...

 

Folgende Libellengattungen finden sie auf dieser Seite:

Großlibellen: Edellibellen, Falkenlibellen, Flussjungfern, Quelljungfern, Segellibellen

Kleinlibellen: Prachtlibellen, Teichjungfern, Federlibellen, Schlanklibellen

 

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