Bileks Azurjungfer
(Coenagrion hylas freyi)

 

Die Bileks Azurjungfer (auch Sibirische Azurjungfer genannt) ist eine Kleinlibelle, sie fliegt von Mai bis August an kleinen Bergseen die mit kalkhaltigen Wasser gespeist werden. 1952 wurde sie von Alois Bilek entdeckt, keine 10 Jahre später galt sie in Deutschland als ausgestorben. Auch in der Schweiz ist die Bileks Azurjungfer schon ausgestorben. Zur Zeit gibt es nur noch einzelne Vorkommen in Tirol (Österreich), sie dort zu finden ist nicht leicht, weil sie sich nur zur Mittagszeit am Gewässer aufhält.

Bileks Azurjungfer

Die Bileks Azurjungfer kann man gut an der schwarzen Zeichnung auf dem Hinterleib (Abdomen) erkennen. Unten
auf der Hinterleibsseite läuft die Zeichnung zu einer durchgezogenen Linie zusammen. Auf dem Bild oben und unten
sehen Sie ein Männchen der Bileks Azurjungfer.

Bileks Azurjungfer

Habitat der Bileks Azurjungfer

Oben und unten sehen Sie den Lebensraum (Habitat) der Bileks Azurjungfer. Die hellblaue Farbe entsteht durch
Kalzitplätchen im Wasser. Dort wo die Farbe am intensivsten ist, wird der See von Quellen gespeist. Um den See
herum wachsen Seggen (Carex) und Schachtelhalme (Equisetum).

Habitat der Bileks Azurjungfer

Am See findet man nur wenige Libellen. Ein paar Frühe Adonislibellen und Becherjungfern, selten sieht man eine
Torf Mosaikjungfer oder eine Blaugrüne Mosaikjungfer. Für die meisten Libellen ist der hohe Kalkgehalt im Wasser
nicht gut. Da der See in einem tiefen Tal ist, gibt es dort auch nur begrenzt Sonne.

Habitat der Bileks Azurjungfer

Die Bileks Azurjungfer ist nach der FFH-Richtlinie in Europa streng geschützt.

 

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (1999): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 1, Kleinlibellen (Zygoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU