Mehr Libellen im Garten - Update 2024 - Libellen in Deutschland, Österreich und der Schweiz

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Libellen im Garten - Update 2024

Das ist ein Update zum Artikel: Wie bekomme ich viele Libellen in meinen Garten?
Dort erkläre ich, was man alles beim Anlegen von einem Gartenteich bedenken sollte.

In diesem zweiten Teil, beschreibe ich was passiert ist, nachdem ich fast alle Fische aus meinem Gartenteich entfernt habe. Mich interessiert, ob ich dadurch mehr Libellen an meinem Teich bekomme und wie sich der Teich insgesamt verändert.

Hausteich
Unser Hausteich 2021
Für Libellenliebhaber ist ein eigener Hausteich etwas ganz Tolles, man geht aus dem Haus und steht sofort in einem Libellenhabitat. Wenn ich im Home Office sitze und aus dem Fenster schaue, sehe ich die Libellen über meinen Teich fliegen. Leider haben wir in den letzten Jahren immer weniger Libellen. Zuerst dachte ich, das läge am Klimawandel oder dass mit dem Wasser etwas nicht stimmt. Es kann viele Gründe für den Rückgang der Libellen geben, aber irgendwann ist mir aufgefallen, dass immer mehr Fische im Teich sind. Vor 15 Jahren haben wir 7 Goldelritzen und 4 Goldorfen gekauft, die so klein waren, dass sie alle in eine kleine Plastiktüte passten. Gut 10 Jahre später waren die Goldorfen über 20 cm lang und von den Goldelritzen schwammen gut 30 - 40 Stück durch unseren Teich - zumindest haben wir damals nur so viele im Teich gesehen.

Im Herbst 2023 habe ich dann die Reißleine gezogen und unseren Teich fast leer gefischt. Über 120 Goldelritzen, Rotfedern und die 4 Goldorfen haben wir aus dem Teich geholt! Nur etwa 6 Goldelritzen / Rotfeder haben wir behalten, sie sollen uns vor einer Mückenplage schützen. Die 20 bis 30 Rotfedern sind übrigens von alleine in den Teich gekommen - also, sie wurden wahrscheinlich von irgendwelchen Vögeln eingeschleppt und haben sich dann bei uns vermehrt.
Gartenteich mit vielen Fischen - vor 2023
Ende 2023 haben wir gemerkt, dass die Goldelritzen vor der Entnahme noch einmal abgelaicht haben mussten, denn plötzlich schwammen wieder gut 60 bis 70 kleine (1-2 cm) Goldelritzen im Schwarm durch den Teich. Mit dem Kescher bekommt man sie nicht so einfach heraus, ohne die Libellenlarven zu gefährden. Im Februar haben wir uns dann entschlossen, uns im Mai einen Hecht anzuschaffen - der soll dem Treiben ein Ende bereiten.

Am 10.ten April ist die erste Libelle 2024 bei uns geschlüpft - eine Adonislibelle. Zwei Tage später schlüpften nochmal gut 10 Stück, dann kam die Kältewelle und es passierte nichts mehr.

Zehn Tage später, am 20.04.2024, haben wir einen 20 cm Hecht in den Teich gesetzt. Nicht weit von uns verkauft einer lebende Hechte - man kann aber auch Hechte und Zander im Internet bestellen. Wir wollten den armen Tieren aber den Transport per Post ersparen. Mal sehen was jetzt passiert.

Am 27.04.2024 habe ich den Schwarm mit den kleinen Fischen fotografiert, um zu sehen, wie viel der Hecht wirklich frisst. Auf dem Bild sehe ich 117 kleine Fische, dazu kommen noch 8 große Goldelrizen und der Hecht - die Fische sind wie ein Fluch, auch wenn die Kleinen keine Gefahr für die Großlibellenlarven darstellen.
Hausteich
117 kleine Fische
Vom 29.04 bis zum 05.05 sind bei mir am Teich über 30 Vierflecks geschlüpft und viele Kleinlibellen (Adonis, Becher und Gr. Pechlibelle). Bis jetzt ist die Aktion: "Fische raus" ein echter Erfolg. Ich habe die Zwerge nicht gezählt, aber gefühlt sind es etwa 3x so viele, wie die Jahre zuvor. Der Kracher sind aber die Vierflecks, davon hatte ich sonst etwa 3 bis max. 5 Schlüpfe. Meine Frau Barbara würde jetzt am liebsten noch die beiden Frösche umsiedeln um noch mehr Libellen zu schützen. Das machen wir natürlich nicht, aber Fakt ist, das wir fast jeden Tag zusehen müssen, wie der Teichfrosch Kleinlibellen bei der Eiablage fängt.
Vielleicht sollte ich den Fröschen mal sagen, wie wir unsere Prioritäten gesetzt haben
Makroaufnahme
Vierfleck beim Schlupf
Heute ist der 25. Mai, seit 6 Tagen ist kein Vierfleck mehr geschlüpft. Insgesamt hatte ich jetzt knapp über 50 Vierflecks die bei mir am Teich geschlüpft sind - so viele hatte ich noch nie! Der Letzte ist übrigens in der Nacht geschlüpft, ich habe um 24.oo Uhr die Larve gesehen, am nächsten Morgen hing dort der Vierfleck dran. Dazu kommen 4 Blaugrüne Mosaikjungfern, davon hatte ich auch schon lange keinen Schlupf mehr. Insgesamt mache ich fast jeden Tag Luftsprünge - so sehr freue ich mich, über meinen "neuen" Teich.

Den Hecht habe ich nur einmal zufällig beim Jagen gesehen, wie ein Pfeil schoss er aus einer dunklen Ecke in den Schwarm Jungfische. Die 8 großen Fische haben offensichtlich nichts von ihm zu befürchten - denen geht es gut. Leider frisst der Hecht weniger als wir erwartet haben, man sieht kaum, das Fische fehlen.

Von den Kleinlibellen sehe ich fast jeden Tag neue Exuvien, da sie aber meist mitten in der Vegetation schlüpfen, lohnt es sich nicht davon Fotos zu machen.
Die letzten Tage hatten wir fast immer Regen - mal mehr, mal weniger. Trotzdem suche ich das Ufer jede Nacht einmal nach einem Blaugrünen-Schlupf ab. Falls ich Bilder machen kann, zeige ich die hier gerne.

------- Nur so zur Info -------
Ich habe gerade bei t3n.de einen interessanten Artikel über das Klima der letzten 2.000 Jahre gelesen. Dort wurden mehr als 10.000 Bäume, aus 9 Regionen der nördlichen Hemisphäre untersucht. In mehreren Jahrzehnten, hat man die Jahresringe untersucht, um das Klima besser zu verstehen. Dabei fand man heraus, das im Jahr 246 n. Chr. der wärmste Sommer war. Erst vor 28 Jahren haben wir diesen Rekord das erste mal geknackt und dann in den Folgejahren 25 mal wieder. Das bedeutet, das wir in den letzten 28 Jahren nur 3 Sommer hatten, die eine niedrigere Durchschnittstemperatur hatten, wie der "heißeste" Sommer in den letzten 2.000 Jahren - unglaublich oder ???

Da bin ich ganz bei Greta Thunberg, die 2019 auf dem U.N.-Klimagipfel gesagt hat: "how dare you? (wie kannst du es wagen). Sie sprach die Anwesenden damit direkt an und fragte sie, wie sie es wagen können, so leichtfertig mit der Zukunft unserer Erde umzugehen. Und es hat sich fast nichts getan !
Mich beeindruckt ihre Rede immer wieder, wenn ich sie sehe. Falls Sie diese Ansprache gerne noch einmal hören wollen:
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