Östliche Moosjungfer
(Leucorrhinia albifrons)

 

Leider ist die Östliche Moosjungfer in sehr vielen Stellen in Mitteleuropa schon ausgestorben, in der Schweitz kommt sie nur noch im Westen an wenigen Stellen vor. In Deutschland ist ihr Bestand ebenfalls vom Aussterben bedroht, gerade in den letzten Jahren verschwand sie in mehreren Bundesländern.

Die Östliche Moosjungfer lebt in sauren, relativ nährstoffarmen, stehenden Moorgewässern mit großer Verlandungszone und Bäumen in der Nähe. Fische, vor allem Graskarpfen, können den gesamten Bestand vernichten. Die Östliche Moosjungfer hat einen sehr eingeschränkten Lebensraum, der auch durch Angler und badende Menschen stark bedroht ist. Um diese Art zu schützen, sollte man Schutzzonen an den Gewässern einrichten und den Einsatz von Dünger in den Uferzonen vermeiden. Fische sollten dort nicht angesiedelt werden.

östliche Moosjungfer

Bitte beachten sie den stark behaarten Oberkörper, die weißen Hinterleibsanhänge und die weiße Umrandung bei
den schwarzen Flügelmalen. Die östliche Moosjungfer kann man eigentlich nur mit der Zierlichen Moosjungfer
(Leucorrhinia caudalis) verwechseln; aber die Zierliche Moosjungfer hat weiße Flügelmale.

Merkmal der östlichen Moosjungfer

Die Östliche Moosjungfer fliegt von Mitte Mai bis Mitte August hauptsächlich in der Zeit von 9.oo Uhr bis 16.oo Uhr.
Die Weibchen legen gerne vorher ihre Eier ab. Normalerweise erscheinen sie aber erst ab 12.oo Uhr am Gewässer.

östliche Moosjungfer

Das hier gezeigte Männchen konnte ich nur mit der Hilfe von Herrn Herbert Schnabel finden und fotografieren,
dafür möchte ich mich an dieser Stelle nochmal ganz herzlich für Deine Hilfe bedanken.

Die Männchen der Östlichen Moosjungfer erkennen ihre Weibchen nur im Flug, man nimmt an, das die Weibchen
besonders auffällig fliegen um ihre Paarungsbereitschaft zu signalisieren. Das Paarungsrad bildet sich dann in der
Luft, anschließend setzt sich das Paar an die Ufervegetation bis zu einer Höhe von ca. 4 m.

östliche Moosjungfer - Leucorrhinia albifrons

Bei diesem Foto hatte ich wirklich unverschämtes Glück, erst konnte ich das Männchen von allen Seiten ablichten
und dann flog er vor meinen Augen los, bildete ein Paarungsrad, kam wieder zu mir zurück und saß nun mit
seinem Weibchen einen Meter weiter als zuvor, in knapp zwei Meter Höhe an einem freistehenden Halm -
mehr geht nicht! smilie

Der Paarungsakt dauert etwa 10 bis 12 Minuten, das Weibchen legt dann alleine ihre Eier ab. Dabei bevorzugt sie
seichte Stellen im Wasser mit Wasserpflanzen. Die Östliche Moosjungfer meidet dabei aber helle sandige Böden.
Bis zu 723 Eier kann sie ablegen!

Nach dem Schlupf lebt die Larve 2 Jahre im Gewässer, wieviele Stadien sie dabei durchläuft weiß man noch nicht.
Die meisten Larven schlüpfen Vormittags, auch bei bewölkten Himmel. Ihre Reifezeit von 7 bis 12 Tagen, ver-
bringt sie bis zu 17 Km entfernt auf Lichtungen oder auf Heideflächen.

 

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (2000): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 2, Großlibellen (Anisoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU