Zierliche Moosjungfer
(Leucorrhinia caudalis)

 

Die Zierliche Moosjungfer ist eine Großlibelle. Sie lebt an relativ großen alten Seen mit starken Pflanzen- und Seerosenbewuchs und Fischbestand. Diese Gewässer werden vom Grundwasser gespeist. Die Zierliche Moosjungfer hat eine Körperlänge von 33-37 mm und ist nur wenige mm kleiner als die Östliche Moosjungfer, die ihr sehr ähnlich ist. Beide Arten sind in Deutschland vom Aussterben bedroht. Man kann die beiden am besten durch ihre Flügelmale unterscheiden, die Zierliche Moosjungfer hat oben auf dem Flügeln weiße Flügelmale und unten schwarze. Die Östliche Moosjungfer hat schwarze Flügelmale, aber beide Arten haben weiße Hinterleibsanhänge.

Zierliche Moosjungfer (Leucorrhinia caudalis)

Oben und unten sehen sie das Männchen der Zierlichen Moosjungfer (Leucorrhinia caudalis). Da die Zierliche
Moosjungfer sehr klein ist, kann sie sich nur schwer gegen andere Großlibellen behaupten. Deshalb sucht sie sich
ein Revier, das ihr keiner streitig macht. Fast alle Großlibellen bevorzugen ein Ansitzplatz nahe am Ufer, die
Zierliche Moosjungfer sitzt meistens auf der Schwimmblattvegetation mitten im See. Die beiden Bilder zeigen
deshalb die Zierliche Moosjungfer auf einen untypischen Ansitz.

Zierliche Moosjungfer (Leucorrhinia caudalis) Männchen

Die Zierliche Moosjungfer sitzt meistens auf Seerosen-Blättern, aber sie kommt auch mit kleineren Blättern klar.

Zierliche Moosjungfer (Leucorrhinia caudalis) Männchen

Wie klein die Großlibelle ist, wird auf dem unteren Bild deutlich. Die Gemeine Becherjungfer hat eine Körperlänge
von bis zu 29 bis 36 mm und ist von der Körperlänge her größer als die Zierliche Moosjungfer.

Zierliche Moosjungfer Männchen

Vom Flugverhalten ist sie ebenfalls wie eine Kleinlibelle, wenn sie fliegt, dann nur wenige Quadratmeter und dann
benötigt sie eine längere Pause. Die Männchen kommen erst zum Gewässer, wenn die Sonne ihr Revier bescheint.
Verschwindet die Sonne wieder, weil der Schatten Bäume auf ihr Revier fällt, fliegt die Zierliche Moosjungfer in die
Baumkronen der nächsten Bäume.

Paarung der Zierlichen Moosjungfer

Die Paarung dauert 5 bis 30 Minuten, anschließend legt das Weibchen alleine ihre Eier in der Nähe des Männchens
ab, meist zwischen den Seerosenblättern mitten auf dem See. Die Prolarfen schlüpfen nach 3 bis 4 Wochen, nach
2 Jahren schlüpfen die Larven ab mitte Mai bis ende Juni senkrecht in Ufernähe. Die Weibchen kommen nur zur
Paarung und zur Eiablage an das Gewässer, danach verschwinden sie wieder in die Baumkronen. Die Zierliche
Moosjungfer ist sehr scheu und unauffällig.

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (2000): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 2, Großlibellen (Anisoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU