Kleiner Blaupfeil
(Orthetrum coerulescens)

 

Mit einer Körperlänge von knapp 36-45 mm, ist der Kleine Blaupfeil der kleinste Blaupfeil in Deutschland. Er lebt an kleinen langsam fließenden Bächen und hat einen hohen Anspruch an die Wasserquallität. Zwar kommt er fast in ganz Europa vor, aber nur in kleinen Populationen und daher ist sein Fortbestand in Deutschland stark bedroht.
Das Kleine Blaupfeil-Männchen sieht dem Weibchen bis zur Geschlechtsreife sehr ähnlich.

kleiner Blaupfeil

Oben sehen sie ein frisch geschlüpftes Männchen und unten ein etwas älteres Weibchen von Kleinen Blaupfeil.
Das Weibchen hat nach dem Schlüpfen die gleiche Farbe wie das Männchen. In den ersten 2 Wochen verfärben
sich die Libellen, die Weibchen wechseln ihre Farbe von gelbbraun nach braungelb.
Die Männchen wechseln ihre Farbe nach blau.

kleiner Blaupfeil

Unten sehen sie ein Männchen vom Kleinen Blaupfeil mit seiner typischen blauen Wachsbereifung am Hinterleib.
In der Mitte des Hinterleibs sind rechts und links dunkle Flecken zu sehen, die durch die Paarung entstehen.

kleiner Blaupfeil

Bei dem Paarungsrad kann man sehen, wie sich das Weibchen an dem blauen Kleinen Blaupfeil-Männchen festhält
und dabei die Wachsbereifung abreibt. Das ist typisch für alle Blaupfeile. Die Paarung dauert max. 2 Minuten,
danach wirft das Weibchen ihre Eier im Rüttelflug ab. Knapp 6 Wochen später schlüpfen die Larven und leben
dann für 2 Jahre in dem Bach. Im Juni und im Juli können wir dann den Kleinen Blaupfeil als Libelle bewundern.

kleiner Blaupfeil

Dieses Bild vom Habitat des Kleinen Blaupfeil wurde in ca. 800 m Höhe aufgenommen. Dünne Rinnsale, die von
kalten Quellen gespeist werden, fließen hier den Hang hinab. In diesem unscheinbaren Habitat leben beide
Quelljungfern, die Braune Mosaikjungfer und der Kleine Blaupfeil.

kleine Blaupfeil

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (2000): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 2, Großlibellen (Anisoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU