Große Blaupfeil
(Orthetrum cancellatum)

 

Junges Weibchen vom Grossen Blaupfeil
Großer Blaupfeil (junges Weibchen)

 

Namen:
de: Große Blaupfeil / en: Black-Tailed Skimmer / nl: Gewone oeverlibel /
pl: lecicha pospolita / se: Större sjötrollslända
Wissenschaftlicher Name: Orthetrum cancellatum

Ordnung:
Unterordnung: Großlibellen / Familie: Segellibellen (Libellulidae) / Gattung: Blaupfeile (Orthetrum)

Größen:
gesamte Körperlänge:
44-50 mm / Spannweite der Flügel: 72-84 mm

Flugzeit:
Ende Mai bis Mitte September.

Höhepunkt der Flugzeit:
Juni bis Juli

Ähnliche Arten:
Orthetrum cancellatum Orthetrum albistylum
Kleine BlaupfeilÖstlicher Blaupfeil

Libellula depressa Libellula depressa
Südlicher BlaupfeilPlattbauch

Libellula fulva
Spitzenfleck

 

Merkmale:
Der Große Blaupfeil hat, im Gegensatz zum Plattbauch und zum Spitzenfleck, keine Basalflecken. Die letzten Sgmente sind beim Männchen sehr dunkel und die Anhänge sind schwarz. Das Männchen hat grüne Augen.

Lebensraum (Habitat):
Der Große Blaupfeil lebt bevorzugt an stehenden Gewässern mit einer sandigen bis steinigen Uferzone. Baggerseen (siehe unten) werden selbst dann noch als Lebensraum genutzt, wenn sie fast komplett mit Schilf zugewachsen sind. Oft sind es Tiere oder Menschen, die einen Teil des Ufers von der Vegetation frei halten und damit dem Großen Blaupfeil unbewußt seinen Lebensraum erhalten.

Habitat - Großer Blaupfeil
Habitat vom Großem Blaupfeil

 

Wissenswertes:
Der Große Blaupfeil ist die größte Segellibelle in Deutschland. Die Männchen sehen den Weibchen in der Reifezeit sehr ähnlich, nur an den Anhängen kann man sie gut auseinander halten.

Grosse Blaupfeil (Orthetrum cancellatum)
Große Blaupfeil (sehr junges Männchen)

 

Gefährdung:
In Deutschland, Österreich, Schweiz und in den Niederlanden, ist der Große Blaupfeil nicht gefährdet.

Besonderheiten:
Der Große Blaupfeil ist bei uns nicht gefährdet. Das liegt zum Teil daran, dass der Große Blaupfeil gerne an Teichen lebt, die neu angelegt wurden. Dort hat er fast keine Konkurenz und kann sich deshalb ungehemmt vermehren.
Das Blau auf dem Hinterleib ist eine Wachbereifung. Bei der Paarung kommt es oft vor, dass das Weibchen beim Festhalten, die Wachsbereifung zerkratzt.

Blaupfeil Männchen
Großer Blaupfeil (altes Männchen)

 

Larve:
Die Larve lebt 2 bis 3 Jahre im Gewässer, dabei häutet sie sich dreizehn mal.

Schlupf:
Ab Ende Mai in der ufernahen Vegetation. Der Schlupf selber dauert ca. 3 Stunden.

Reifezeit:
Die Reifezeit beträgt beim Großen Blaupfeil etwa zwei bis drei Wochen, in dieser Zeit färben sich die Männchen blau. Das Männchen unten ist am Ende seiner Reifezeit. Oft verbringt der Große Blaupfeil seine Reifezeit weit abseits der Gewässer.

Blaupfeil Männchen
Großer Blaupfeil (junges, fast ausgefärbtes Männchen)

 

Jagdtyp:
Der Große Blaupfeil ist ein Ansitzjäger, entweder hat er eine gute Position in Ufernähe, oder er sitzt auf Wegen.

Paarungsverhalten:
Der Akt dauert oft 10 bis 20 Minuten kann aber auch bis zu einer Stunde dauern. Das Paarungsrad sitzt, wie unten zu sehen, gerne fast bewegungslos auf dem Boden.

Paarung Großer Blaupfeil
Paarung vom Großen Blaupfeil

 

Eiablage:
Das Weibchen legt seine Eier alleine im Flug in Ufernähe ab. Legt das Weibchen seine Eier direkt nach dem Akt ab, bleibt das Männchen für einen Moment in ihrer Nähe.
Nicht nur an den abgenutzen Flügel sieht man, dass das Weibchen unten schon sehr alt ist.

Großer Blaupfeil - Weibchen
Altes Blaupfeil-Weibchen

 

Ruhehabitat:
Die Nacht verbringen die Libellen wahrscheinlich in den Gewässernahen Vegetation.

Lebensdauer als Imago:
Die Lebensdauer beträgt etwa ein bis zwei Monate.

Persönliche Erfahrungen:
Die Männchen vom Großen Blaupfeil haben eine Eigenart. Oft sieht man sie mitten auf dem Weg, oder auf freien sandigen Flächen, sitzen. Will man sie fotografieren, fliegen sie zwei Meter weiter und setzen sich dann wieder auf dem Boden. Auf langen Wegen kann einen das Männchen damit eine Menge Gedult abverlangen. In Ufernähe kann man den Großen Blaupfeil leichter fotografieren, indem man neben einem guten (übersichtlichen) Ansitz wartet.

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (2000): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 2, Großlibellen (Anisoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU