Frühe Heidelibelle
Sympetrum fonscolombii

 

Die Frühe Heidelibelle ist eine von 9 Heidelibellen in Deutschland, sie gehört zur Unterordnung der Großlibellen. Sie fliegt von Mai bis Oktober und lebt an warmen, flachen nicht zu stark bewachsenen kleinen Seen/Teichen. Die Frühe Heidelibelle ist ein typischer Vermehrungsgast, eine Wanderlibelle die von Afrika oder Asien nach Deutschland fliegt. Selten schafft sie es, sich in Deutschland erfolgreich zu vermehren. Deshalb kann man davon ausgehen, das praktisch jede Libelle dieser Art, die man in Mitteleuropa sieht, einen Flug von über 2000 km hinter sich hat. Die beiden Libellen die ich fotografiert habe sind über das Meer, quer durch Italien und dann über die Alpen, durch Österreich, bis an die Deutsche Grenze nach Tirol geflogen.

Frühe Heidelibelle

Das Männchen der Frühen Heidelibelle (Oben und unten) sieht dem Männchen der Blutroten Heidelibelle sehr
ähnlich. Die beiden auffälligsten Erkennungsmerkmale der Frühen Heidelibelle sind der weiße Rand an ihrer roten
Nase - bei der Blutroten Heidelibelle ist die gesamte Nase rot und die roten Flügeladern, die bei der Blutroten
Heidelibelle ganz fehlen.

Frühe Heidelibelle Männchen

Die Weibchen der Frühen Heidelibelle (Sympetrum fonscolombii) kann man gut durch ihre blauen Augen erkennen.

 Frühe Heidelibelle (Sympetrum fonscolombii)

Auch in der Aufsicht wirkt das Weibchen recht blaß, alle anderen Heidelibellen-Weibchen sind deutlich gelber.

 Frühe Heidelibelle (Sympetrum fonscolombii) Weibchen

Diese beiden Libellen, sind die einzigen Frühen Heidelibellen die ich bis jetzt in Tirol gesehen habe. Das Männchen
saß an einem großen See (1200m ü. NHN) und das Weibchen an einer Quelle. Zwischen den beiden war ein 2600m
hoher Berg. Beide waren bestimmt auf der Durchreise, weil es dort kein passendes Habitat für sie gab.

 

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (2000): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 2, Großlibellen (Anisoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU