Gebänderte Prachtlibelle
(Calopteryx splendens)

 

In Deutschland haben wir zwei Prachtlibellen, die Gebänderte- und die Blauflügel-Prachtlibelle, auch wenn die beiden Prachtlibellen recht groß sind, sind es doch Kleinlibellen.
Die Gebänderte Prachtlibelle benötigt langsam fließende Bäche, die zwar bewachsen sind, aber wo auch die Sonne durchscheinen kann. Von der immer besser werdenden Wasserquallität, profitiert die Gebänderte Prachtlibelle, denn die Bestände erholen sich langsam. Dennoch ist sie auf der roten Liste in der Vorwarnstufe.

Die Gebänderte Prachtlibelle kann man nur mit der Blauflügel Prachtlibelle verwechseln. Durch ihren metallischen Glanz, ihrer Körperform und ihrem flatterhaften Flug, sind die beiden Prachtlibellen einzigartig.

Männchen der gebänderten Prachtlibelle

Die beiden Prachtlibellen-Männchen unterscheiden sich durch ihre Flügel. Die Gebänderte Prachtlibelle hat ein blaues
Band (Streifen) auf den Flügeln, die Blauflügel Prachtlibelle hat den ganzen Flügen in dunkelblau. Bei dem Foto oben
sehen sie ein Gebändertes Prachtlibellen-Männchen, durch die geschlossenen Flügel kann man das Band erkennen,
aber mit offenen Flügeln ist das Band noch besser sichtbar.

Männchen der gebänderten Prachtlibelle

Die Farben der Prachtlibellen verändern sich durch das Licht. Unten schimmert das Männchen der Gebänderten
Prachtlibelle violett, sie kann aber in einem anderen Licht auch grünlich schimmern.

Gebänderte Prachtlibelle

Das Weibchen (unten) der Gebänderten Prachtlibelle ist grüngelblich, kann aber auch golden glänzen. Mit der
Blauflügel-Prachtlibelle kann man sie leicht verwechseln, die Unterschiede zeige ich Ihnen hier.

Weibchen der Gebänderten Prachtlibelle

Die Gebänderte Prachtlibelle ist mit einer Körperlänge von 50 mm recht groß. Sie ist ein Ansitzjäger und hält sich
meist dicht an ihrem Gewässer auf. Jedes Männchen hat sein eigenes kleines Revier mit max. 3 m Länge, das es
auch verteidigt. Nur Nachts sitzen sie alle dicht zusammen. Bei größeren Flüssen ist ihr Verhalten etwas anders
als bei Bächen. Ihre Flugzeit ist vom Mai bis September.

Paarung der Gebänderten Prachtlibelle

Gegen Mittag kommen die ersten Weibchen zum Wasser. Die Männchen erwarten die Weibchen bereits, jedes
Männchen versucht nun ein Weibchen zu erobern. Je mehr Männchen an dem Gewässer sind, desto kleiner sind
die Reviere und desto mehr Männchen streiten sich um die wenigen Weibchen. Oben sehen Sie ein Foto auf dem
der "Kampf" um das Weibchen (schimmer golden in der Mitte) gut zu sehen ist.

Gebänderte Prachtlibelle

Die Männchen bedrängen das Weibchen immer mehr, in der Hoffnung sich mit dem Weibchen paaren zu können.
Nach der Paarung werden die Eier oft unter Wasser in Pflanzen abgelegt. Dabei tauchen viele Weibchen und bleiben
bis zu 45 Minuten unter Wasser. Auf dem Bild unten sehen Sie zwei Weibchen bei der Eiablage. Das eine Weibchen
ist unter Wasser, eine Luftblase umhüllt die ganze Libelle und gibt ihr die nötige Luft zum Atmen. Das Männchen
bewacht sein Weibchen bei der Eiablage.

gebänderte Prachtlibelle

Die Weibchen legen bis zu 300 Eier ab. Sechs bis neun Wochen später schlüpfen die Larven. Sie sind nachtaktiv
und leben in den nächsten 1 bis 2 Jahren in Ufernähe, dicht unter der Wasseroberflächen an Pflanzenhalmen.
Die Gebänderte Prachtlibelle lebt nur max. 2 Monate.

 

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (1999): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 1, Kleinlibellen (Zygoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU