Scharlachlibelle
(Ceriagrion tenellum)

 

Die Scharlachlibelle wurde noch vor kurzem Späte Adonislibelle oder auch Zarte Rubinjungfer genannt. Da sie der Frühen Adonislibelle sehr ähnelt hat man angenommen, dass die Scharlachlibelle zu den Adonislibellen gehört. Mit einem Gen-Test konnte man aber beweisen, dass sie zur Gattung Ceriagrion gehört.

Die vom Austerben bedrohte Kleinlibelle lebt von Juni bis August überwiegend an Torfmoosen in flachen Sümpfen. Die meisten Fotos haben wir an unseren Gartenteich gemacht, die Scharlachlibelle lebt dort seit 2 Jahren. Die Scharlachlibelle ist mit knapp 25-35 mm Körperlänge sehr klein und kann, auch wegen ihrer unauffälligen Lebensweise, schnell übersehen werden.

Scharlachlibelle Männchen

In Mitteleuropa gibt es nur zwei rote Kleinlibellen. Die Frühe Adonislibelle sieht der Scharlachlibelle sehr ähnlich, man
kann sie aber gut auseinander halten, da die Frühe Adonislibelle auf ihrem Hinterleib 4 schwarze Binden hat.
Oben und unten sehen sie ein Männchen der Scharlachlibelle, es hat im Gegensatz zur Adonislibelle keine schwarze
Zeichnung auf dem Hinterleib. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die rot-braunen Beine der Scharlachlibelle,
die Adonislibelle hat schwarze Beine.

Scharlachlibelle Männchen

Oben sehen Sie das Scharlachlibellen-Männchen und unten das Weibchen.

Scharlachlibelle (Ceriagrion tenellum)

Die Weibchen gibt es in vier Farbvarianten, oben sehen Sie die Farbvariante typica und unten die Farbvariante
melanogastrum.

Scharlachlibelle (Ceriagrion tenellum)

Die Paarung dauert bis zu 40 Minuten, anschließend legt das Weibchen seine Eier im Tandem ab. Dabei taucht es
nicht ins Wasser ein, alle Eier werden oberhalb des Wasserspiegels an Pflanzen abgelegt.

Scharlachlibelle Paarung

 

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (1999): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 1, Kleinlibellen (Zygoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU