Grüne Flussjungfer
(Ophiogomphus cecilia)

 

Die Grüne Flussjungfer (ehem. Grüne Keiljungfer) fliegt von mitte Mai bis Anfang Oktober an sauberen Bächen die min. einen halben Meter breit sind, dabei bevorzugt sie natürliche Flussläufe. Ihr Verbreitungshöhepunkt ist im Juli und August. Am schönsten finde sie im Mai und Juni, da ihr Grün und das Gelb dann noch frisch und hell sind. Die Grüne Flussjungfer ist eine Großlibelle, und wie ihr Name schon sagt, gehört sie zur Familie der Flussjungfern. Ihre Art ist in Deutschland leider stark gefährdet, in Mitteleuropa ist sie seit der mitte des letzten Jahrhunderts fast vollständig verschwunden.

Alle Großlibellen habe ihre Flügel immer weit geöffnet, wenn sie sitzen und ihre beiden Komplexaugen berühren sich. Es gibt da aber eine Ausnahme - die Flussjungfern. Ihre Flügel sind beim Sitzen auch immer geöffnet, aber ihre Augen berühren sich nicht. Unten sehen sie ein Weibchen der Grünen Flussjungfer, bitte achten sie auf ihre Augen.

grüne Flussjungfer

Die Grüne Flussjungfer hat eine Körperlänge von 50-60 mm ihre Flügelspannweite beträgt 65-75 mm. Wie alle
Flussjungfern findet man sie oft weit abseits der Gewässer, oft sitzt sie an Wegesrändern, gerne auch im Wald.

grüne Flussjungfer Männchen

Oben und unten sehen sie das Männchen der Grünen Flussjungfer. Das Grün am Torax wird im Alter noch etwas
dunkler. Die beiden Geschlechter kann man gut erkennen, das Männchen hat eine dünne Taille.

grüne Flussjungfer Männchen

Der Hinterleib beim Weibchen (unten) ist dagegen deutlich breiter. Oft findet man die Weibchen etwas Abseits der
Gewässer. In ihrer Reifezeit (14-20 Tage) trifft das zwar auch auf die Männchen zu, aber mit der Geschlechtsreife
kommen sie zum Fluss zurück und bleiben dann meist in der Nähe.

grüne Flussjungfer Weibchen

Kommt ein Weibchen zum Fluss, ergreift das Männchen das Weibchen und es kommt zur Paarung. Nach ca. 5-10
Minuten trennen sich die Beiden und sie legt danach alleine ihre Eier im Flug über dem Wasser ab.

grüne Flussjungfer

Nach 3-4 Wochen schlüpfen die ersten Prolarven, sie leben dann 3-4 Jahre als Larve im Flusssediment. Um von
der Strömung nicht weggespült zu werden, graben sich die Larven am Grund ein und warten so auf vorbei
schwimmende Beute. Nur der Kopf und das Ende vom Hinterleib ragen aus dem Boden heraus. Nach der 10ten
Häutung ist ihre Entwicklung im Wasser abgeschlossen und sie schlüpfen bis zu einem Meter vom Ufer entfernt
an Land.

 

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (2000): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 2, Großlibellen (Anisoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU