Großes Granatauge
(Erythromma najas)

 

Von Mitte Mai bis Ende August fliegt das Große Granatauge an größeren Stillgewässern. Den Namen "Großes Granatauge" verdankt die Kleinlibelle der Tatsache, das es in Deutschland vor kurzem nur zwei Granataugen gab und das Große Granatauge die größere von beiden. Die Granataugen gehören zur Familie der Schlanklibellen und haben granatrote Augen und sehen sich auch sonst sehr ähnlich, das Kleine Granatauge (Erythromma viridulum) ist 5mm kleiner. Nach neuen Erkenntnissen, ist die Pokaljungfer von ihrer DNA her auch ein Granatauge, auch wenn sie rein optisch mehr Ähnlichkeit mit einer Azurjungfer hat.

Wie alle Libellen, ist auch das Große Granatauge ein Jäger. Als typischer Ansitzjäger wartet das Große Granatauge auf vorbei fliegende kleine Insekten und fängt diese im Flug. Anders als bei den Großlibellen, verspeißt eine Kleinlibelle ihre Beute im sitzen.

Männchen Grosses Granatauge (Erythromma najas)

Oben sehen Sie das Männchen vom Großen Granatauge.
Unten sehen Sie zum Vergleich das Männchen vom Kleinen Granatauge, in der Aufsicht hat das Kleine Granatauge
auf dem letzten Hinterleibssegment ein schwarzes "X".

Kleines Granatauge

Das Große Granatauge ist sehr Ortstreu und verläßt das Wasser nur für wenige Meter. Das Weibchen (unten) ist
gelblichgrün und kann leicht mit einem Azurjungfer-Weibchen verwechselt werden.

Weibchen Grosses Granatauge (Erythromma najas)

Die Paarung dauert nicht länger als 30 Minuten und finden am Ufer im Röhrricht statt. Anschließend legt das
Weibchen ihre Eier bis zu 60 cm tief unter Wasser in Pflanzenstängeln ab. Dazu kann es über eine Stunde unter
Wasser bleiben. Nach 4 bis 6 Wochen schlüpfen die ersten Prolarven.

Tandem Grosses Granatauge (Erythromma najas)

Nach einem Jahr schlüpfen die Libellen und der Kreislauf beginnt von vorne.

Das Große Granatauge ist auf der roten Liste mit der Vorwarnstufe, man findet es in ganz Deutschland, aber es
ist im Norden häufiger als im Süden.

 

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (1999): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 1, Kleinlibellen (Zygoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU