Gestreifte Quelljungfer
(Cordulegaster bidentata)

 

Gestreifte Quelljungfer (Cordulegaster bidentata)
Männchen der Gestreiften Quelljungfer (Cordulegaster bidentata)

 

Namen:
de: Gestreifte Quelljungfer / en: Sombre Goldenring / nl: --- /
pl: szklarnik górski / se: ---
Wissenschaftlicher Name: Cordulegaster bidentata

Ordnung:
Unterordnung: Großlibellen / Familie: Quelljungfern (Cordulegastridae) / Gattung: Cordulegaster

Größen:
gesamte Körperlänge:
69-78 mm / Spannweite der Flügel: 84-95 mm

Flugzeit:
Ende Mai bis Ende August. Ab 10.00 Uhr fliegen die ersten Männchen am Bach, gegen 18.00 Uhr sind die Männchen wieder verschwunden. Die Weibchen meiden die Männchen und sind deshalb deutlich vor und auch nach ihnen zur Eiablage am Gewässer.

Höhepunkt der Flugzeit:
Juni bis Juli

Ähnliche Arten:
GlänzeCordulegaster boltonii
Zweigestreifte Quelljungfer

 

Merkmale:
Der schwarze Körper mit den gelben Streifen ist das typische Merkmal der Quelljungfern. Die Gestreifte Quelljungfer hat im Gegensatz zur Zweigestreiften Quelljungfer zwischen den breiten gelben Streifen keinen weiteren gelben Streifen.

Lebensraum (Habitat):
Die Gestreifte Quelljungfer lebt an/in kleinen Quellbächen in Waldnähe.

Wissenswertes:
Die Weibchen meiden die Männchen, deshalb sieht man sie fast nur an kühlen, wolkenbehangenen Tagen wenn die Männchen nicht am Gewässer sind. Da die Weibchen Kälte etwas besser vertragen als die Männchen, sind sie auch vor und nach den Männchen am Gewässer.

Cordulegaster bidentata male
Männchen der Gestreiften Quelljungfer (Cordulegaster bidentata)

 

Gefährdung:
In Deutschland ist die Gestreifte Quelljungfer stark gefährdet, in Österreich ist der Bestand gefährdet und in der Schweiz ist die Art "nur" potenziell gefährdet.

Besonderheiten:
Beide Quelljungfer-Männchen sonnen sich gerne dicht über dem Boden. Sitzen sie erst einmal entspannt, lassen sie sich durch fast nichts mehr aus der Ruhe bringen. Die Larven der Gestreiften Quelljungfer können bis zu 6 Jahren im Wasser leben. Die Larven können bis zu 3 Monate hungern ohne Schaden zu nehmen. Die Quelljungferweibchen Stechen ihre Eier aus dem Flug in den Gewässerboden (siehe Eiablage), keine andere Art macht das so.

Larve:
Die Larve lebt meistens 4 bis 6 Jahre im Wasser, in dieser Zeit häutet sie sich 14-mal. Die Larven leben im Gewässergrund eingegraben und warten dort auf ihr Nahrung.

Schlupf:
Ende Mai bis Mitte Juli schlüpfen die Larven der Gestreiften Quelljungfer. Die Larven schlüpfen von frühem Morgen bis 14.00 Uhr, den Jungfernflug machen sie erst am Nachmittag. Die Larven schlüpfen teilweise einige Meter vom Ufer entfernt, bis zu 4m hoch. Der Schlupf dauert ca. 2,5 Stunden.

Reifezeit:
Oft nicht weit vom Gewässer entfernt auf Wegen oder Wiesen. Die Reifezeit dauert etwa 3 Wochen.

Jagdtyp:
Da die Gestreifte Quelljungfer kein Dauerflieger ist, jagt sie zwar beim Fliegen, aber sie wartet auch gerne im Sitzen auf ihre Beute.

Paarungsverhalten:
Die Paarung dauert etwa eine Stunde. Falls Sie ein Paarungsrad der Quelljungfer haben, würde ich mich freuen, wenn ich es hier zeigen darf.

Cordulegaster bidentata female
Weibchen der Gestreiften Quelljungfer

 

Eiablage:
Das Weibchen sticht seine Eier alleine in den Gewässerboden. Dabei fliegt sie senkrecht über eine flache Wasserstelle immer hoch und runter, ihr Hinterleib dringt dabei immer wieder in den sandigen Boden ein und legt dort die Eier ab. Nur Quelljungfer-Weibchen legen ihre Eier auf diese Art ab.

Cordulegaster bidentata bei der Eiablage
Weibchen der Gestreiften Quelljungfer bei der Eiablage

 

Ruhehabitat:
Die Nacht verbringen die Libellen wahrscheinlich in den ufernahen Baumkronen.

Lebensdauer als Imago:
Die durchschnittliche Lebensdauer beträgt etwa 8 Wochen.

Persönliche Erfahrungen:
Es ist relativ leicht die Gestreifte Quelljungfer zu fotografieren. Die Männchen setzen sich recht oft am Tag in Ufernähe. Da die Gestreifte Quelljungfer nicht so scheu ist wie z.B. Edellibellen, kommt man sehr dicht an die Libelle heran. Die Weibchen findet man am besten an kühlen, wolkenbehangenen Tagen direkt am Gewässer.

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (2000): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 2, Großlibellen (Anisoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU