Südlicher Blaupfeil
(Orthetrum brunneum)

 

Orthetrum brunneum - male
Südlicher Blaupfeil - Männchen

 

Namen:
de: Südlicher Blaupfeil / en: Southern Skimmer / nl: Zuidelijke oeverlibel /
pl: lecicha południowa / se: ---
Wissenschaftlicher Name: Orthetrum brunneum

Ordnung:
Unterordnung: Großlibellen / Familie: Segellibellen (Libellulidae) / Gattung: Blaupfeile (Orthetrum)

Größen:
gesamte Körperlänge:
41-49 mm / Spannweite der Flügel: 68-76 mm

Flugzeit:
Mitte Juni bis Ende August

Höhepunkt der Flugzeit:
Im Juli

Ähnliche Arten:
Großer Blaupfeil Orthetrum albistylum
Großer BlaupfeilÖstlicher Blaupfeil

Kleiner Blaupfeil Libellula depressa
Kleiner BlaupfeilPlattbauch

Libellula fulva
Spitzenfleck

 

Merkmale:
Das Männchen vom Südlichen Blaupfeil ist, bis auf die Flügel und die Beine, komplett hellblau. Das Weibchen sieht dem Kleinen Blaupfeil-Weibchen sehr ähnlich, es hat aber Punkte neben der Linie auf ihrem Hinterleib.

Lebensraum (Habitat):
Der Südliche Blaupfeil ist ein typischer Neubesiedler von Gewässern. Er bevorzugt stehende und langsam fließende Gewässer. Das können Kies- oder Lehmgruben sein, oder auch frisch ausgebaggerte, langsam fließende Bäche. Neue Teiche sind für den Südlichen Blaupfeil ebenfalls sehr attraktiv.

Habitat - Orthetrum brunneum
Habitat vom Südlichen Blaupfeil

 

Wissenswertes:
Der Südliche Blaupfeil ist, wie der Name schon sagt, sehr wärmeliebend. Die Weibchen kommen, wie auch bei anderen Arten, nur zur Paarung und zur Eiablage an das Gewässer. Die Männchen sieht man nur bei sonnigem Wetter am Gewässer.

Orthetrum brunneum
Südlicher Blaupfeil - Männchen beim Fressen

 

Gefährdung:
In Deutschland und in der Schweiz ist der Südliche Blaupfeil nicht gefährdet. Nur in den Niederlanden und in Österreich ist die Art gefährdet.

Besonderheiten:
Das Blau auf dem Hinterleib des Südlichen Blaupfeilmännchens ist eine Wachbereifung. Bei der Paarung kommt es oft vor, dass das Weibchen beim Festhalten, die Wachsbereifung zerkratzt. Man kann dann an der Bereifung grob sehen, wie oft sich das Männchen schon gepaart hat.

Orthetrum brunneum - male
Südlicher Blaupfeil - Männchen

 

Larve:
Die Prolarve schlüpft vier bis fünf Wochen nach der Eiablage aus dem Ei. Die Larven leben ein Jahr zwischen den Pflanzen in Bodennähe, an seichten Stellen im Gewässer. Sie werden in dieser Zeit 18 bis 23 mm lang.

Schlupf:
Mitte Juni schlüpfen die ersten Südlichen Blaupfeile, die Schlupfzeit kann sich bis Ende Juli hinziehen. Die Larven schlüpfen dicht am Ufer, oder in seichtem Wasser an Pflanzen in einer Höhe von zehn bis vierzig Zentimetern.

Reifezeit:
Die Reifezeit dauert knapp zwei Wochen. In den ersten Tagen bleibt der Südliche Blaupfeil noch in Gewässernähe, aber dann erkunden sie die weitere Umgebung. Finden sie ein neues geeignetes Gewässer, wird es vom Südlichen Blaupfeil besiedelt.

Orthetrum brunneum - young female
Südlicher Blaupfeil - junges Weibchen

 

Jagdtyp:
Der Südliche Blaupfeil ist ein Ansitzjäger.

Paarungsverhalten:
Der Paarungsakt dauert von wenigen Sekunden bis zu viereinhalb Minuten. Das Paarungsrad sitzt gerne auf dem Boden.

Orthetrum brunneum
Paarungsrad vom Südlichen Blaupfeil

 

Eiablage:
Das Weibchen legt ihre Eier im Wippflug über dem Wasser ab. Dabei tippt sie mit ihrem Hinterleib in das Wasser und streift ihre Eier ab. Das Männchen fliegt in dieser Zeit über dem Weibchen und beschützt sie vor fremden Männchen.

Orthetrum brunneum - female
Südlicher Blaupfeil - junges Weibchen

 

Ruhehabitat:
Die Nacht verbringen die Libellen wahrscheinlich in der näheren Umgebung.

Lebensdauer als Imago:
Der Südliche Blaupfeil wird oft über zwei Monate alt.

Persönliche Erfahrungen:
Der Südliche Blaupfeil ist meist nur bei sonnigem Wetter am Gewässer. Die Männchen sitzen gerne in Bodennähe auf trockenen Halmen oder Zweigen. Die Weibchen findet man etwas abseits vom Gewässer. Eigentlich ist es kein Problem diese Art zu finden, oder ihr nahe zu kommen. Aber, wie bei allen Blaupfeilen, braucht man viel Geduld, wenn man ihnen nicht den ganzen Tag hinterher rennen will :-)

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (2000): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 2, Großlibellen (Anisoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU