Kleines Granatauge
(Erythromma viridulum)

 

Erythromma viridulum - male
Kleines Granatauge - Männchen

 

Namen:
de: Kleines Granatauge / en: Small Redeye / nl: Kleine roodoogjuffer /
pl: oczobarwnica mniejsza / se: Mindre rödögd flickslända
Wissenschaftlicher Name: Erythromma viridulum

Ordnung:
Unterordnung: Kleinlibellen / Familie: Schlanklibellen (Coenagrionidae) / Gattung: Granataugen (Erythromma)

Größen:
gesamte Körperlänge:
26-32 mm / Spannweite der Flügel: 34-42 mm

Flugzeit:
Anfang Juni bis Ende August

Höhepunkt der Flugzeit:
Im Juli

Ähnliche Arten:
Großes Granatauge
Großes Granatauge

 

Merkmale:
Das Kleine Granatauge sieht nur den Großem Granatauge ähnlich, beide Männchen habe sehr auffallend rote Augen. Die Männchen haben aber eine unterschiedliche Zeichnung auf dem letzten Hinterleibssegment, dass Männchen vom Kleinen Granatauge hat ein schwarzes "X" auf S10, beim Großem Granatauge ist dort keine Zeichnung. Das Weibchen hat lange Antehumeralstreifen.

Erythromma viridulum - male
Kleines Granatauge - Männchen

 

Lebensraum (Habitat):
Das Kleine Granatauge lebt an seichten, unbeschatteten, warmen, stehenden Gewässern und Altarmen mit guter Tauchblattzone.

Erythromma viridulum - Habitat
Habitat des Kleinen Granatauges

 

Wissenswertes:
Das Kleine Granatauge ist sehr aktiv, es fliegt viel und die Männchen kommen erst ab 20°C an das Gewässer.

Gefährdung:
Der Bestand des Kleinen Granatauges ist in Deutschland, in den Niederlanden, der Schweiz und in Österreich nicht gefährdet.

Besonderheiten:
Das Kleine Granatauge ist sehr ortstreu, die Tiere fliegen meist nicht weiter als 200 Meter vom Gewässer weg.

Erythromma viridulum
Kleines Granatauge - Weibchen ausgefärbt

 

Larve:
Über die Larven des Kleinen Granatauges ist sehr wenig bekannt, man geht aber davon aus, dass sie ein Jahr im Wasser leben. Insgesamt werden sie bis zu 20 mm groß.

Schlupf:
Die Schlupfzeit des Kleinen Granatauges beginnt kurz nach 8.00 Uhr und endet kurz vor Mittag. Die Larven schlüpfen oft direkt über der Wasseroberfläche auf Schwimmblättern.

Reifezeit:
Die Reifezeit verbringt das Kleine Granatauge in der näheren Umgebung des Gewässers. Meist fliegt sie auf den umliegenden Wiesen.

Erythromma viridulum - male young
Kleines Granatauge - junges Männchen

 

Jagdtyp:
Das Kleines Granatauge ist ein Ansitzjäger. Auch wenn die Männchen viel über das Wasser fliegen, so dient das mehr der Revierverteidigung.

Paarungsverhalten:
Das Tandem fliegt eine Weile umher und sucht einen geeigneten Platz für die Paarung. Die Paarung dauert etwa 10 bis 20 Minuten und findet mittags auf den Schwimmblättern statt.

Erythromma viridulum - Paarungsrad
Kleines Granatauge - Paarungsrad

 

Eiablage:
Nach der Paarung beginnen die Weibchen im Tandem mit der Eiablage. Die Weibchen stechen ihre Eier dicht unter der Wasseroberfläche in die Pflanzen ein, dabei tauchen sie nur mit ihrem Hinterleib in das Wasser.

Erythromma viridulum - Eiablage
Kleines Granatauge - Eiablage

 

Ruhehabitat:
Das Kleine Granatauge verbringt die Nacht oft am Uferröhricht, es kann aber auch etwas weiter im Schilf sitzen.

Lebensdauer als Imago:
Das Kleine Granatauge lebt wahrscheinlich gut einen Monat.

Persönliche Erfahrungen:
Die Männchen halten sich gerne über dem Gewässer auf. Bei kleineren Gewässern hat man bessere Chancen diese Art zu beobachten. Wir haben unsere Fotos hauptsächlich am Nachmittag gemacht, dann saßen die Männchen in Ufernähe in den Büschen.

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (1999): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 1, Kleinlibellen (Zygoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU