Mein Lieblingsteich

 

Teichvergleich

 

Oben sehen Sie mein Lieblingsteich - er ist bei uns im Dorf, ich wohne praktisch nur zwei Straßen weiter. Als ich 2009 mit meiner Frau Barbara das erste mal dort war, flog ein Weibchen der Grünen Mosaikjungfer direkt neben mir ins hohe Gras und blieb dort über eine halbe Stunde sitzen. Die Fotos von dem Weibchen sind noch im Artprofil zu sehen. Für mich war das der Beginn einer wundervollen Leidenschaft. Viele Jahre war ich fast jede freie Minute dort - umgeben von wirklich vielen Libellen. Es gab dort so viel zu entdecken, dass einzige was ich dort nicht gefunden habe, war Langeweile.

Damals war der Teich teilweise komplett mit Krebsschere bedeckt. Für die Grüne Mosaikjungfer ist diese Pflanze sehr wichtig, weil sie nur dort ihre Eier ablegt. 2017 wurden alle Krebsscheren braun und starben. In dem Jahr haben wir nur noch eine Grüne Mosaikjungfer gesehen - ein Männchen. In den letzten zwei Jahren habe ich ein Film gedreht, da das Habitat sich nicht für solche Aufnahmen eignet, waren wir bis jetzt nicht mehr dort.

Heute, am 21.9.2019 waren Barbara und ich wieder da. Es war wie in einem Horrorfilm! Wenn ich es mit 2017 vergleiche, sind dort keine 10% der Libellen mehr zu sehen gewesen. Obwohl wir heute bei besten Wetter und zur besten Zeit dort waren. Der Wasserstand ist gut über 1m tiefer, als normal. Auf dem Foto sieht man denselben Ausschnitt vom Teich. Links sieht man noch die Krebsscheren (im Herbst sinken sie langsam zu Boden, um sich vor dem Frost zu schützen). Jetzt (2019) fällt der Teich an mehreren Stellen trocken. Wie gesagt, das Wasser war sonst gut einen Meter höher. Leider sieht es in unsere Gegend fast überall so aus, die meisten Teiche haben in den letzten 3 Jahren wirklich gelitten. So wenige Libellen wie in diesem Jahr, haben wir noch nie gesehen. Geht das noch drei Jahre so weiter, verlieren wir im Aller-Leine-Tal etwa ein Drittel aller kleinen Teiche.

Wenn die Forscher Recht behalten, lässt sich der Klimawandel nicht mehr von heute auf morgen stoppen. Selbst wenn wir ab heute alles tun um die Katastrophe zu verhindern, wird es trotzdem in den nächsten Jahren noch wärmer werden. Das wäre dann nicht nur das aus für viele Insekten, sondern auch für viele Libellenarten. Greta Thunberg hat recht, wenn Sie fragt: "Wie könnt ihr es wagen...". Wenn wir nicht bald alle unsere Lebensweise ändern, werden unsere Enkelkinder in einer anderen Welt leben. Wenn wir ihnen dann Geschichten über die Erde erzählen, wie sie um die Jahrtausendwende war, sind diese Geschichten für die Kleinen genauso unreal, wie die Feenmärchen unseren Großeltern für uns waren!