Zweifleck
(Epitheca bimaculata)

 

Vierfleck Weibchen und Zweifleck Männchen
Vierfleck-Weibchen (li) und Zweifleck-Männchen (re)

 

Namen:
de: Zweifleck / en: Eurasian Baskettail / nl: Tweevlek /
pl: przeniela dwuplama / se: Tvåfläckig trollslända
Wissenschaftlicher Name: Epitheca bimaculata

Ordnung:
Unterordnung: Großlibellen / Familie: Falkenlibellen (Corduliidae) / Gattung: Zweiflecke (Epitheca)

Größen:
gesamte Körperlänge:
55-65 mm / Spannweite der Flügel: 75-92 mm

Flugzeit:
Mitte Mai bis Anfang Juli, etwa ab 9.oo Uhr sind die Männchen am Gewässer.

Höhepunkt der Flugzeit:
Mai

Ähnliche Arten:
Spitzenfleck Vierfleck
SpitzenfleckVierfleck

 

Merkmale:
Der Zweifleck (Epitheca bimaculata) ist deutlich größer als Spitzenfleck und Vierfleck. Die Zeichnung auf dem Abdomen ähnelt der Zeichnung vom Spitzenfleck (Weibchen und junge Männchen), beim Spitzenfleck sind aber die Flügelspitzen dunkel. Der Vierfleck hat einen schwarzen Fleck am Nodus (Mitte Flügelvorderkante) den der Zweifleck nicht hat.

Lebensraum (Habitat):
Der Zweifleck lebt vorwiegend an größeren Seen mit angrenzendem Waldbestand.

Habitat
Habitat der Zweifleck in der Uckermark

 

Wissenswertes:
Die Männchen patroullieren ab 20°C in der Sonne permanent über dem Wasser. Pausen machen sie fast immer in den Baumkronen.

Gefährdung:
Der Zweifleck ist in Deutschland, Österreich und in der Schweiz vom Aussterben bedroht.

Besonderheiten:
Die Larven haben große Rückendornen die sie vor Fischen schützen. Die Larven können bis zu 150 Meter vom Gewässer entfernt schlüpfen und über 24 Stunden bis zu ihrem Schlupf an Land bleiben.

Larve:
Die Larve lebt meistens 2 bis 3 Jahre am Gewässergrund. In dieser Zeit häutet sich die Larve 12- bis 13-mal und erreicht dabei eine maximale Körperlänge von 27mm bis 32 mm.

Zweifleck Larve
Zweifleck Larve kurz vor dem Schlupf

 

Schlupf:
Anfang bis Mitte Mai schlüpft der Zweifleck innerhalb von ein bis zwei Wochen sehr synchron in jedem Gewässer. Die Männchen (siehe unten) kann man fast nur beim Schlupf fotografieren, da sie sonst praktisch den ganzen Tag über fliegen. Die Art schlüpft ab 9.00 Uhr bis in den Abend hinein. Der Schlupf kann an kalten Tagen mehrere Stunden dauern. Die Larven schlüpfen oft weit Abseits des Gewässers. In Brandenburg konnten wir Larven beobachten, die über 24 Stunden an Land verbracht haben, bevor sie schlüpften.

Schlupf der Zweifleck (Epitheca bimaculata) - Weibchen
Weibchen der Zweifleck (Epitheca bimaculata) beim Schlüpfen

 

Reifezeit:
Die Reifezeit (9 bis 24 Tage) verbringt der Zweifleck in der näheren Umgebung, wir haben auf Rügen ein junges Männchen in einer Höhe von gut 3 m über den Büschen jagen gesehen.

Jagdtyp:
Die Zweifleck-Männchen sieht man fast nur mitten über dem Wasser fliegen.

Zweifleck Männchen
Zweifleck Männchen - 2 Tage alt

 

Paarungsverhalten:
Die Paarungen finden fast alle oben in den ufernahen Bäumen statt. Die Paarung selbst dauert etwa eine Stunde.

Eiablage:
Das Weibchen legt seine Eier alleine auf Totholz in der prallen Sonne ab, dabei presst sie Eiballen mit ca. 2000 Eiern heraus.

Zweifleck - Weibchen
Zweifleck Weibchen kurz vor dem Jungfernflug

 

Ruhehabitat:
Die Nacht verbringen die Libellen in den Baumkronen.

Lebensdauer als Imago:
Im Durchschnitt ca. 4 Wochen

Persönliche Erfahrungen:
Diese Art haben wir 4 Jahre versucht zu fotografieren, in dieser Zeit haben wir nur 3 Männchen fliegen sehen. 2015 hatten wir in Brandenburg endlich mehr Erfolg. Da es sehr kalt war (10° C bis 15° C) saßen die frisch geschlüpften Tiere fast 2 Tage in der Vegetation, so dass wir fast ausgefärbte Libellen fotografieren konnten. Unsere erste Begegnung habe ich etwas ausführlicher im Blog beschrieben.

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (2000): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 2, Großlibellen (Anisoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU