Nordische Moosjungfer
(Leucorrhinia rubicunda)

 

Nordische Moosjungfer - Männchen
Ausgefärbtes Männchen der Nordischen Moosjungfer

 

Namen:
de: Nordische Moosjungfer / en: Ruby Whiteface / nl: Noordse witsnuitlibel /
pl: zalotka czerwonawa / se: Nordisk kärrtrollslända
Wissenschaftlicher Name: Leucorrhinia rubicunda

Ordnung:
Unterordnung: Großlibellen / Familie: Segellibellen (Libellulidae) / Gattung: Moosjungfern (Leucorrhinia)

Größen:
gesamte Körperlänge:
31-38 mm / Spannweite der Flügel: 55-64 mm

Flugzeit:
Ende April bis Ende Juni. Die Männchen sind etwa gegen 8:00 Uhr am Gewässer, die Weibchen kommen ab 10:00 Uhr an das Gewässer.

Höhepunkt der Flugzeit:
Ende April bis Mai

Ähnliche Arten:
Große Moosjungfer Kleine Moosjungfer
Große MoosjungferKleine Moosjungfer

 

Merkmale:
Die Nordische Moosjungfer (Leucorrhinia rubicunda) hat rote Flügelmale. Auf Fotos sehen die Flügelmale oft schwarz aus! Auf dem sechsten und siebten Hinterleibssegment sind die Flecken etwa 2/3 so lang, wie das Segment. Bei den anderen beiden Arten sind die Flecken kleiner (Kl. Moosjungfer) oder größer (Gr. Moosjungfer).

Lebensraum (Habitat):
Die Nordische Moosjungfer liebt nährstoffarme, saure, stehende Moorgewässer mit Torfmoosen. Im Raum Hannover haben wir an einer Stelle fast jedes Jahr einen kleinen Massenschlupf von über 100 bis 200 Tieren.

Habitat
Habitat der Nordischen Moosjungfer

 

Wissenswertes:
Die Nordische Moosjungfer ist etwa zwei bis drei Wochen vor der Kleinen Moosjungfer da. Die Männchen wiegen 0,225 g und die Weibchen wiegen 0,3 g. Da es im Mai oft noch kalt ist, sitzt die Nordische Moosjungfer gerne in der prallen Sonne.

Gefährdung:
In Österreich ist die Art vom Aussterben bedroht, in Deutschland ist die Nordische Moosjungfer stark gefährdet nur in den Niederlanden ist sie nicht gefährdet.

Besonderheiten:
Die Weibchen der Nordischen Moosjungfer können auch rote Flecken haben, dass ist aber recht selten. Die Larven können über drei Monate im trockenen leben.

Männchen - Nordische Moosjungfer
Männchen der Nordischen Moosjungfer zum Ende der Reifezeit

 

Schlupf:
Ende April schlüpft die Nordische Moosjungfer sehr synchron (innerhalb weniger Tage) an Seggen oder Wollgras.

Reifezeit:
Die Reifezeit der Nordischen Moosjungfer ist mit einer Woche relativ kurz. Oft sieht man sie in der Reifezeit auf Waldwegen und Waldlichtungen ca. 1km vom Schlupfgewässer entfernt.

junges Männchen
junges Männchen der Nordischen Moosjungfer

 

Jagdtyp:
Die Nordische Moosjungfer ist ein Ansitzjäger, die Art ist recht Ortstreu. Nur selten fliegen sie weiter als 500 Meter weg.

Paarungsverhalten:
Die Paarung findet fast immer in Gewässernähe statt. Mit etwas Glück, kann man eine Paarung auch mal auf Wollgras beobachten. Öfter sitzen sie aber auf Zweigen, an Bäumen oder auf der Erde.

Paarung Nordische Moosjungfer
Paarung der Nordischen Moosjungfer

 

Eiablage:
Das Weibchen legt alleine ihre Eier auf Moos ab, das Männchen bleibt aber in der Nähe.

Leucorrhinia rubicunda
Weibchen der Nordischen Moosjungfer

 

Ruhehabitat:
Wo die Nordische Moosjungfer ihre Nächte verbringt ist nicht bekannt, wahrscheinlich in Büschen oder in Bäumen.

Lebensdauer als Imago:
Die maximale Lebensdauer beträgt etwa zwei Monate.

Persönliche Erfahrungen:
Die Nordische Moosjungfer ist sehr Ortstreu, dadurch ist es meist kein Problem die Art zu finden. An heißen Tagen sind die Nordischen Moosjungfern sehr aktiv. Wenn man sie mal fotografieren will, sollte man diese Tage meiden. Beim Fotografieren ist es leichter, an einer schönen Stelle auf die Nordischen Moosjungfern zu warten, als wenn man den einzelnen Libellen hinterher läuft.

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (2000): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 2, Großlibellen (Anisoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU