Glänzende Binsenjungfer
(Lestes dryas)

 

Lestes dryas Männchen
Männchen der Glänzenden Binsenjungfer (Lestes dryas)

 

Namen:
de: Glänzende Binsenjungfer / en: Robust Spreadwing / nl: Tangpantserjuffer /
pl: pałątka niebieskooka (podobna) / se: Kraftig smaragdflickslända
Wissenschaftlicher Name: Lestes dryas

Ordnung:
Unterordnung: Kleinlibellen / Familie: Teichjungfern (Lestidae) / Gattung: Binsenjungfern (Lestes)

Größen:
gesamte Körperlänge:
35-40 mm / Spannweite der Flügel: 40-50 mm

Flugzeit:
Mitte Juni bis Ende August.

Höhepunkt der Flugzeit:
Juli

Ähnliche Arten:
Gemeine Binsenjungfer Kleine Binsenjungfer
Gemeine BinsenjungferKleine Binsenjungfer

Weidenjungfer
Weidenjungfer

 

Merkmale:
Der Körper ist metallisch grün und das zweite Segment der Glänzenden Binsenjungfer ist nur zur Hälfte blau bereift.

Lebensraum (Habitat):
Die Glänzende Binsenjungfer lebt in sonnenbeschienene stehenden Lehmteichen und Sümpfen, mit schwankendem Wasserspiegel und Binsenbeständen. Die Gewässer können im Sommer trocken sein, dadurch gibt es weniger Konkurrenz.

Habitat von Lestes dryas
Habitat der Glänzenden Binsenjungfer

 

Wissenswertes:
Die Glänzende Binsenjungfer ist gegenüber der eigenen Art sehr agressiv, von den jungen Glänzenden Binsenjungfern suchen sich viele ein neues Gewässer. Nur ein kleiner Teil der Art, kommt zu ihrem Brutgewässer zurück.

Gefährdung:
In Deutschland ist die Glänzende Binsenjungfer gefährdet. In Österreich und der Schweiz ist die Art sogar vom Aussterben bedroht. In den Niederlanden ist die Glänzende Binsenjungfer nicht gefährdet.

Besonderheiten:
Die Weibchen der Binsenjungfern sehen sich sehr ähnlich, aber bei den Weibchen der Glänzenden Binsenjungfer überragt der Legebohrer das 10. Segment deutlich.

Glänzende Binsenjungfer alt
Altes Männchen der Glänzenden Binsenjungfer

 

Larve:
Die Larve lebt nur zwei Monate im Gewässer und wird bis zu 30 mm groß.

Schlupf:
Ende Mai bis Ende Juni schlüpft die Glänzende Binsenjungfer oft an der Blattunterseite von Gräsern. Trocknet das Gewässer vorher aus, beginnt ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit. Die Larven können sich innerhalb von 45 Tagen voll entwickeln, trocknet das Gewässer vorher aus - sterben alle Larven.

Reifezeit:
Die Reifezeit ist stark vom Wetter abhängig, in Norddeutschland dauert sie etwa drei bis vier Wochen und in Süddeutschland nur zwei bis drei Wochen. In dieser Zeit lebt die Glänzende Binsenjungfer auf Lichtungen und Wiesen, maximal ein paar hundert Meter vom Gewässer entfernt.

Glänzende Binsenjungfer von der Seite
Junges Männchen von der Seite

 

Jagdtyp:
Die Glänzende Binsenjungfer ist ein Ansitzjäger, die Männchen sitzen gerne in Bäumen, Büschen oder in den Binsen.

Paarungsverhalten:
Die Paarung findet gegen Mittag in Gewässernahe statt und kann bis zu zweieinhalb Stunden dauern.

Eiablage:
Das Weibchen legt seine Eier im Tandem ab, dabei kann die Eiablage bis zu drei Stunden dauern. Die Eier werden an über 50 verschiedenen Stellen in Pflanzen abgelegt. Die meisten Eier werden dicht über dem Wasser in abgestorbenen Pflanzen eingestochen.

Glänzende Binsenjungfer - Weibchen
Weibchen der Glänzenden Binsenjungfer

 

Ruhehabitat:
In der Nacht bleibt die Glänzende Binsenjungfer in Gewässernähe.

Lebensdauer als Imago:
Die Glänzende Binsenjungfer kann maximal knapp 70 Tage alt werden.

Persönliche Erfahrungen:
Die Glänzende Binsenjungfer ist nicht leicht zu finden, an den mir bekannten Gewässern haben wir immer nur wenige Männchen und noch weniger Weibchen gefunden. Die Art ist sehr gut getarnt! Ausgewachsene Tiere sind sehr ortstreu und deshalb fliegen sie oft nur ein bis zwei Meter weiter, wenn man sie mal aufscheucht. Die beste Zeit war am frühen Nachmittag.

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (1999): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 1, Kleinlibellen (Zygoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU