Gabel-Azurjungfer
(Coenagrion scitulum)

 

Ab Mitte Mai fliegt die Gabel-Azurjungfer an warmen, sonnenbeschienenen Gewässern mit viel Tauch- und Schwimmblattvegetation. Die Habitate reichen dabei von schnell fließenden Flüssen und Gräben zu großen und kleinen Seen und Teichen. Die Gabel-Azurjungfer gehört zur Unterordnung der Kleinlibellen.

Unten sehen sie das Männchen der Gabel-Azurjungfer (Coenagrion scitulum). Die Zeichnungen auf dem zweiten Hinterleibssegment sind bei dieser Art sehr variabel und eignen sich deshalb fast nicht zur Bestimmung der Art. Eine sichere Bestimmung ist nur über die Anhänge möglich. Die Männchen sind ein wenig kleiner als die anderen Azurjungfer-Männchen.

Gabel-Azurjungfer (Coenagrion scitulum)

Über die Gabel-Azurjungfer ist relativ wenig bekannt, ihr Bestand wurde in Deutschland noch nicht bewertet.
Die Art ist den anderen Azurjungfern so ähnlich, dass eine genaue Kartierung noch nicht erfolgt ist.

Gabel-Azurjungfer (Coenagrion scitulum)

Die Weibchen sehen den Weibchen der Fledermaus-Azurjungfer sehr ähnlich. Oben und unten sehen sie ein
Tandem der Gabel-Azurjungfer (Coenagrion scitulum) kurz vor der Paarung.

Gabel-Azurjungfer (Coenagrion scitulum) Tandem

Nach der Paarung stechen die Weibchen in Tandemstellung die Eier in einer Reihe in die Vegetation.

Weibchen der Gabel-Azurjungfer (Coenagrion scitulum)

Nach 6 bis 7 Wochen schlüpfen die Prolarven aus den knapp über ein Millimeter großen Eiern. Die Larven leben
dann in der ufernahen Vegetation. Sie benötigen sechs einhalb Monate um sich voll zu entwickeln. Nach ihrem
Schlupf fliegen sie bis Anfang September.

 

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (1999): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 1, Kleinlibellen (Zygoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU