Asiatische Keiljungfer
(Stylurus flavipes)

 

Von Ende Mai bis Anfang September fliegt die Asiatische Keiljungfer an größeren unverbauten Flüssen. Sie sitzt gerne im hohen Gras oder in meterhohen Disteln. Für uns war es die vorletzte deutsche Libellenart, die wir gesehen haben. An der Leine, etwa eine halbe Stunde von uns entfernt, schlüpft die Asiatische Keiljungfer, aber außer den Exuvien haben wir 2 Jahre lang nichts von dieser Art gesehen. Dabei ist es nicht schwer die Asiatische Keiljungfer im Gras zu finden. Selbst die Jungtiere sind schon knall gelb gefärbt und heben sich dadurch deutlich von ihrer Umgebung ab. Auch ihr Flug ist einzigartig, wie ein Gummiball hüpft sie durch die Luft, schlägt dabei Haken und ist dadurch in wenigen Sekunden unauffindbar.

Unsere Aufnahmen haben wir an der Elbe in Sachsen-Anhalt gemacht. Aktuelle Tips wo die Art fliegt sind Gold wert, weil die Jungtiere nur wenige Tage in der Nähe vom Schlupfort bleiben. Ihre Reifezeit (ca. 14 Tage) verbringen die jungen Asiatischen Keiljungfern bis zu 25 Km entfernt!

Asiatische Keiljungfer (Gomphus flavipes)
Junges Männchen der Asiatischen Keiljungfer

 

Oben sehen Sie ein junges Männchen der Asiatischen Keiljungfer. Wie bei den meisten Libellen, kann man auch bei dieser Art leicht an den blassen Augen erkennen, dass die Libelle erst vor wenigen Tagen geschlüpft ist. Zum Vergleich sehen sie unten ein ein geschlechtsreifes Männchen (Imago) der Asiatischen Keiljungfer. Die blauen Augen kann man schon von weitem erkennen.

Asiatische Keiljungfer (Gomphus flavipes)
Asiatische Keiljungfer - Männchen

 

Die Weibchen halten sich etwas weiter vom Gewässer entfernt auf, auch sie sitzen gerne im dichten hohen Gras, oder in mannshohen Disteln - so vermeiden sie den Kontakt mit den Männchen. Wir haben an dem einen Tag an der Elbe kein Weibchen in Ufernähe fliegen oder sitzen gesehen.

Disteln
Habitat

 

Das Weibchen (unten) kann man gut an den Anhängen vom Männchen unterscheiden. Unser Weibchen saß etwa 40 m vom Ufer entfernt in der Vegetation.

Asiatische Keiljungfer (Gomphus flavipes)
Weibchen der Asiatischen Keiljungfer

 

Männchen und Weibchen der Asiatischen Keiljungfer kann man gut an dem schwarz umrandeten "T" oben auf dem Thorax erkennen. Mit 50 bis 55 mm Körperlänge ist sie bis zu 5 mm größer als die anderen drei bei uns lebenden Keiljungfern.

Paarungsräder der Asiatischen Keiljungfer haben wir leider nicht gesehen. Sie zu fotografieren ist aber auch eine reine Glückssache. Die Asiatische Keiljungfer fliegt als Paarungsrad etwa 5 bis 25 Minuten umher und setzt sich dann an eine sandige Stelle in Ufernähe um die Paarung zu vollziehen.

Die Asiatische Keiljungfer ist bei uns recht selten, da ihr Anspruch an das Habitat recht hoch ist. Ein wesentliches Problem ist auch der zunehmende Bootsverkehr, viele Flussjungfern leiden darunter. Durch die Wellen der vorbeifahrenden Boote, werden die meist dicht über dem Wasser schlüpfenden Libellen ins Wasser gespült, noch bevor ihre Flügel aushärten können.

Elbe
Habitat der Asiatischen Keiljungfer


Die Asiatische Keiljungfer fliegt gut einen Monat, in dieser Zeit muß sie geschlechtsreif werden, ein Revier einnehmen, einen Partner finden und für Nachwuchs sorgen. Zwischendurch jagt sie kleine Fliegen und Mücken und versucht nicht als Vogelfutter zu enden. Vögel die gerne Libellen an ihre Kücken verfüttern gibt es genug an der Elbe.

Die Eier werden direkt ins fließende Gewässer gegeben. Dank einer klebrigen Hülle bleiben die schnell sinkenden Eier am Grund haften. Bis zum Februar/März überwintern die Eier.

 

Empfehlenswerte Literatur:
1) Dirk Pape-Lange (2014): Libellen Handbuch - Libellen sicher bestimmen; Libellen.TV, Hannover
2) Dijkstra, K.-D. B. /Lewington (2014): Libellen Europas - Der Bestimmungsführer; Bern
3) Sternberg, K. & R. Buchwald (2000): Die Libellen Baden-Württembergs, Bd. 2, Großlibellen (Anisoptera); Stuttgart
4) Wildermuth, Hansruedi und Martens, Andreas (2014): Taschenlexikon der Libellen Europas: Alle Arten von den Azoren bis zum Ural im Porträt; Quelle & Meyer
5) Heidemann, Harald & Seidenbusch, Richard (2002): Die Tierwelt Deutschlands, 72. Teil, Die Libellenlarven Deutschlands, ; Goecke & Evers, Keltern
6) Brochard, Christoph; Croenendijk; van der Ploeg; Termaat (2012): Fotogids Larvenhuidjes van Libellen. KNNV Uitgeverij, Zeist
7) Glitz, Dietmar (2014): Libellen in Norddeutschland - Geländeschlüssel, NABU