Makro-Fotos

 

Nur ganz wenige Fotos können anderen Menschen vermitteln, was Sie empfunden haben, als Sie ihre Libellen in der Natur beobachtet haben.

Normalerweise beobachtet man Libellen in einem Abstand von min. 2 bis 3 m Entfernung. Man kann zwar noch erkennen welche Libelle da sitzt. Aber Fotos, die aus dieser Entfernung gemacht werden, sind nicht sehr spektakulär.

Mosaikjungfer weit weg

Mosaikjungfer 1m entfernt

Mit einem Teleobjektiv aus 1m Abstand und einer Ausschnittsvergrößerung sieht das Foto schon deutlich interessanter aus. Das Habitat wird so etwas ausgeblendet und die Libelle steht klar im Vordergrund.

blaugrüne Mosaikjungfer

Je mehr Details man auf den Fotos sehen will, desto größer wird der Aufwand jeder Aufnahme und desto dichter muß man an die Libelle heran. Bei einem Lupenobjektiv sind Sie keine 3 cm von der Libelle entfernt - keine Libelle lässt das freiwillig über sich ergehen.

Unten sehen Sie ein Männchen der Gemeinen Binsenjungfer, das Foto habe ich mit einem 180mm Makro-Objektiv gemacht. Ich war gut 30 cm von der Libelle entfernt. Um so nah an Libellen heran zu kommen, braucht man etwas Gedult. Kleinlibellen, wie die unten gezeigte Binsenjungfer, haben eine deutlich kleinere Fluchtdistanz, als Gro libellen. Man sollte sich dennoch der Libelle nur sehr langsam annähern, um ihr Vertrauen zu gewinnen.

Libellen-Auge

Diese Seite sollten Sie sich ebenfalls ansehen, ich habe dort meine Frau fotografiert, wie sie eine Heidelibelle fotografiert.

Zwei Dinge sollten sie beim fotografieren mit Macro- oder Lupen-Objektiven beachten:

1. Für eine Makroaufnahme, muß man bis auf wenige cm an die Libelle heran. Der Fluchtabstand einer Kleinlibelle liegt bei 30-40cm, eine Großlibelle flüchtet etwa bei 1-2m. Die Kleine Königslibelle läßt Menschen selten dichter als 5m heran kommen.

2. Je dichter sie mit ihrem Objektiv an der Libellen sind, desto kleiner ist die Tiefenschärfe. Bei einem Makroobjektiv haben sie bei Blende 5,6 eine Tiefenschärfe von ca. 3-5 mm. Bei einem Lupenobjektiv ist die Tiefenschärfe unter einem Millimeter. Zwar sehen sie die Facetten im Auge (oben), aber das meiste ist unscharf. Durch eine höhere Blende, kann man zwar den Schärfebereich etwas erweitern, aber der dadurch entstehende Lichtverlust begrenzt die optimale Blende sehr schnell. Dazu kommt, daß man die Libelle mit seinem Objektiv schnell abschattet, weil man zu dicht vor ihr steht.

Mein Tip, sparen sie sich die teuren Lupenobjektive und kaufen sie sich ein gutes Makroobjektiv. Die meisten meiner Bilder sind mit einem 180mm Makro-Objektiv gemacht. Für Kameras mit einem APS-C Chip benötigen Sie nur ein 100mm Objektiv. Damit sind Sie meistens außerhalb der Fluchtdistanz der Libellen, das heißt, die Libellen bleiben länger und ruhiger sitzen. Sie bekommen mehr schöne Fotos, weil die Libellen nicht ständig wegfliegen. smilie

Für mich hat das Wohl der Libellen immer die höchste Priorität und deshalb verzichte ich bewußt auf Zwischenringe, Lupenobjektive oder Balgengeräte. Wenn ich eine Libelle fotografiert habe und mich anschließend wieder von ihr entferne, sitzt sie meist noch immer unverändert da.
Bitte vergessen Sie nicht, das Sie lebende Tiere fotografieren, wir sind nur zu Gast bei den Libellen.