Libellen - Paarungsrad

 

Libellen sind die einzigen Tiere, die ein Paarungsrad bilden. Dazu fängt ein Männchen ein Weibchen mit seinen Hinterleibsanhängen. Die Hinterleibsanhänge eines Libellenmännchens sind so geformt, dass das Männchen problemlos den Kopf seines Weibchens im Flug ergreifen kann, ohne sie zu verletzen. Hat das Männchen ein Weibchen mit seinen Anhängen ergriffen, entsteht dadurch ein "Tandem". Wenn das Weibchen sich nur hängen lässt, kommt hier kein Paarungsrad zustande.

Das Männchen der Blutroten Heidelibelle hält das Weibchen mit seinen Hinterleibsanhängen fest. Nun versucht das Weibchen ihren Hinterleib (Abdomen) nach oben zu richten um mit dem Männchen ein Paarungsrad zu bilden. Das geht aber nur, wenn sich das Männchen auch bemüht.

Das Hufeisen-Azurjungfer-Pärchen hat auf dem Video schon ein Paarungsrad gebildet und vollzieht nun den Akt. Dabei bleibt das Paarungsrad bis zum Schluß erhalten. Interesannt ist auch, dass das jedes Libellenmännchen ein primäres- und ein sekundäres Geschlechtsteil hat. Das primäre Geschlechtsteil befindet sich am unteren Ende des Hinterleibs, kurz vor den Hinterleibsanhängen - dort wird der Samen erzeugt. Das sekundäre Geschlechtsteil des Männchen ist unten zwischen Thorax und Abdomen. Vor der Paarung muss das Männchen seinen Samen vom primären Geschlechtsteil zum sekundären Geschlechtsteil transportieren. Das tut er, indem er seinen Hinterleib so stark krümmt, das er beide Geschlechtsteile miteinander berührt.

Auf dem Foto (unten) sieht man wie das Männchen vom Frühen Schilfjäger das Weibchen am Kopf festhält und wie sie ihren Hinterleib nach oben drückt.

Paaarungsrad des frühen Schilfjäger

Unten sehen sie den Kleinen Blaupfeil bei der Paarung. Das Abdomen vom Männchen hat eine blaue Wachsbereifung, die bei der Paarung durch das Weibchen zerkratzt wird. In diesem Fall kann man sehen, dass sich das Männchen vorher schon einmal gepaart hat.

Paarung des kleinen Blaupfeil