Alle Libellen schlüpfen aus winzig kleinen Eiern, manche von ihnen haben in ihrem Ei überwintert, andere schlüpfen wenige Tage nach der Eiablage.
Die frisch geschlüpfte Libelle hat, rein vom Aussehen her, nichts mit den Libellen zu tun, die hier gezeigt werden. Sie sind kaum größer als ein Millimeter und sehen sehr unförmig aus - man nennt sie Prolarven.
Die Prolarven entwickeln sich meist sehr schnell weiter. Da ihre Haut nicht mitwächst, müssen sie diese mehr als 10 mal in ihrem Leben abstreifen. Diesen Vorgang nennt man Häutung.
Nach der ersten Häutung wird die Prolarve zur Larve und man kann schon erahnen, das aus der Larve mal ein Insekt werden könnte.
So unterschiedlich die Libellen aussehen, so unterschiedlich entwickeln sich auch ihre Larven. Die gemeine Binsenjungfer braucht z.B. nur 6 bis 8 Wochen, vom Schlupf aus dem Ei, bis sie das erste mal als Libelle fliegt. Die beiden Quelljungfern leben in sehr kaltem Wasser, was ihre Entwicklung hemmt, von der Prolarve zur Libelle kann es bei ihnen deshalb bis zu 5 Jahren dauern.
Die meisten Larven leben in dieser Zeit auf dem Gewässergrund, dort sitzen sie als Lauerjäger im verborgenen und warten auf kleine Wassertiere. Schwimmen diese nah genug an der Larve vorbei, werden sie mit ihrer Fangmaske gefangen und verspeist.
Ist die Larve voll ausgereift, wartet sie auf den richtigen Tag um dann an einer Pflanze aus dem Wasser zu klettern. Hat sie die richtige Höhe erreicht, krallt sie sich an der Pflanze fest. In etwa einer Stunde durchbricht sie ihre alte Haut und schlüpft aus ihr heraus. Ihre Flügen fallen wie Rolläden nach unten und werden mit Körperflüssigkeit aufgepumpt, ihr ganzer Körper wird sichtbar größer und zum Schluß härtet alles aus. Erst jetzt ist die Libelle in der Lage ihren ersten Flug, den sog. Jungfernflug, zu machen. Zurück bleibt eine leere Haut mit der Form der jeweiligen Larve - die sogenannten "Exuvie".
Unten sehen sie die Exuvie einer Großlibelle, es ist die braune Mosaikjungfer. Interessant finde ich, das man die Facetten von den Komplexaugen auch auf der Exuvie sehen kann.
Um die Feinheiten der Exuvie besser zeigen zu können, habe ich sie mit einem speziellen Programm bearbeitet. Sie können das Bild so fast beliebig vergrößern.
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Auf dem Rücken sehen sie die Stelle, aus der die Libelle aus ihrer Haut geschlüpft (ausgebrochen) ist.
Bei einigen Libellen kann es zum Massenschlupf kommen, dann schlüpfen alle Libellen einer Art an einem
Gewässer in 1 - 2 Tagen. Gerade bei der großen Königslibelle ist das recht oft der Fall.
Jede Libellenart unterscheidet sich als Larve und als Exuvie von allen anderen Libellenarten. So wie man
die Libellen bestimmen kann, so kann man auch die Exuvien der verschiedenen Libellen bestimmen.
Unten sehen sie die grüne Mosaikjungfer beim Schlupf.
Die weißen Fäden, die die Libelle mit der Exuvie verbinden, sollen die Libelle vor dem herabfallen schützen.