Libellen-Erfahrungen

 

Wenn man Libellen beobachten oder fotografieren will, ist jeder Tipp hilfreich. Deshalb habe ich zu jeder Libellenart nützliche Tipps, in den neuen Artprofilen untergebracht..

Beim Fotografieren der Libellen gibt es ein paar Dinge die man grundsätzlich beachten sollte. Die Qualität der Fotos nimmt deutlich zu, je dichter man an die Libelle mit der Kamera heran kommt.

Jede Libelle hat ihre eigene Fluchtdistanz, das ist der Abstand den die Libelle noch duldet, ohne dass sie flieht. Unterschreitet man die Fluchtdistanz, fliegt die Libelle sofort davon. Es gibt einen einfachen Trick, wie man diese Distanz verkürzen kann, ohne dass die Libelle wegfliegt - schaffen Sie Vertrauen!

Es klingt blöd, ist es aber nicht :-)
Wenn Ihnen die Libelle erst einmal vertraut, schrumpft die Fluchtdistanz gegen Null.

Stellen Sie sich vor, dass Ihnen ein großer zähnefletschender Kampfhund gegenüber steht. Wie groß wäre Ihre persönliche Fluchtdistanz? 1m, 5m oder vielleicht deutlich mehr? Mit jedem Meter den der Hund Ihnen näher kommt, steigt das Risiko das Sie durch den Hund verletzt werden. Vielleicht ist der Hund gar nicht sauer auf Sie, sondern nur auf die Katze die sich hinter Ihnen versteckt hat. Auch das wäre nur ein schwacher Trost, oder? In diesem Moment würde jeder versuchen sich zu schützen. Libellen können das nur, in dem sie wegfliegen.

Stellen Sie sich vor, der Hund der da auf Sie zukommt, ist niedlich und er wedelt mit dem Schwanz. Wie groß ist nun Ihre Fluchtdistanz, vielleicht so klein, dass Sie den Hund streicheln?

Libellen reagieren ganz ähnlich. Gehen wir schnell auf sie zu - fliehen sie, weil sie sich nicht sicher sind was wir als nächstes tun. Geben Sie den Libellen Zeit Sie kennenzulernen! Halten Sie die Kamera in der Hand, machen Sie ein paar Fotos wenn die Libellen noch weit weg sind - diese Fotos können Sie nachher komplett löschen. Wichtig ist, dass die Libellen sehen, dass weder von Ihnen noch von der dunklen schwarzen Kamera eine Bedrohung ausgeht.

Auch die Wahl Ihrer Kleidung ist wichtig. Knallige Farben sind in der Regel Warnfarben, wählen Sie deshalb unauffällige Naturfarben.

Wenn Sie sich der Libelle langsam nähern, achten Sie darauf, dass Sie möglichst wenig Flurschäden anrichten. Die Libelle sieht was Sie tun und beurteilt Sie danach. Libellen machen keine Pflanzen kaputt, sie leben an und manche Arten sogar in Pflanzen. Jemand der Pflanzen zerstört, kann nicht gut für Libellen sein. Denken Sie an diese Worte, wenn ein paar hohe Grashalme wegknicken und die Libelle sofort die Flucht ergreift. Der Schutz des Habitats ist auch ein Libellenschutz.
Bitte denken Sie immer daran, dass wir nur Gäste in den Habitaten der Libellen sind.

Wenn Sie alles beachten was Sie jetzt gelesen haben, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Sie ganz dicht an Ihre Libelle ran kommen. Wenn die Libelle trotzdem wegfliegt hat das nicht unbedingt etwas zu sagen, denn es gibt ja noch mehr Gründe warum Libellen fliegen: fremde Libellen dringen in ihr Revier ein, etwas Essbares fliegt durch die Luft u.s.w..

Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass diese Tipps bei den meisten Libellenarten gut funktionieren, aber halt nicht bei allen. Es gibt Arten, bei denen man nur dicht ran kommt, wenn man sich neben einem guten Libellensitzplatz setzt und auf die Libelle wartet.