Gabel-Azurjungfer und Zierliche Moosjungfer in Köln

Das Team Waldschrat-online.de (Dipl. – Ing. Heide Gospodinova und H. – Willi Wünsch) hat uns Anfang 2012 zu einer Exkursion in die Kölner Umgebung eingeladen. Am 10. Juni ging es los und trotz des schlechten Wetters hatten wir zusammen eine Woche Spaß.
Zuerst suchten wir die Gabel-Azurjungfer (Coenagrion scitulum) bei leichtem Nieselregen an einem kleinen Teich auf einer Wiese abseits von Köln – mit Erfolg!

Männchen der Gabel-Azurjungfer (Coenagrion scitulum)

Männchen der Gabel-Azurjungfer (Coenagrion scitulum)

Durch das kühle regnerische Wetter saßen die Gabel-Azurjungfern wie festgeklebt an ihren Grashalmen. Die Männchen rührten sich nicht, auch wenn man ihnen sehr nahe kam. Wenn die Sonne rauskam, konnte man sogar Tandems von der Gabel-Azurjungfer sehen.

Tandem der Gabel-Azurjungfer (Coenagrion scitulum)

Tandem der Gabel-Azurjungfer (Coenagrion scitulum)

Die Weibchen ließen sich aber leider nur selten blicken, dabei sehen sie so hübsch aus.

Weibchen der Gabel-Azurjungfer (Coenagrion scitulum)

Weibchen der Gabel-Azurjungfer (Coenagrion scitulum)

Die Ville ist ein Höhenzug in Nordrhein-Westfalen. Dort gibt es einen ehemaligen Tagebau der vor vielen Jahren renaturiert wurde. Ein Teich war für uns besonders interessant, er hat einen langen Steg auf dem man dicht an die Schwimmblattvegetation kommt und genau dort flog die seltene Zierliche Moosjungfer (Leucorrhinia caudalis). Also eigentlich ideale Bedingungen um diese Art zu fotografieren…
Die Zierliche Moosjungfer sieht der Östlichen Moosjungfer sehr ähnlich, aber man kann sie an ihren weißen Flügelmalen dennoch gut unterscheiden. Interessant ist, das die Flügelmale oben weiß und unten schwarz sind. An den Foto unten können sie das gut sehen.

Zierliche Moosjungfer (Leucorrhinia caudalis) Paarung

Zierliche Moosjungfer (Leucorrhinia caudalis) Paarung

Leider ist die Zierliche Moosjungfer sehr scheu, näher als 4 bis 5 Meter kam ich nicht an sie ran. Das Paarungsrad war der krönende Abschluß in der Ville. Das Männchen fliegt das Weibchen an, packt es und fliegt mit ihr auf “sein” Seerosenblatt. Die Paarung selber dauert nur wenige Minuten. Danach legt sie in der Nähe ihre Eier ab, er bleibt in dieser Zeit bei ihr.

Zierliche Moosjungfer (Leucorrhinia caudalis) Männchen

Zierliche Moosjungfer (Leucorrhinia caudalis) Männchen

Bitte lesen sie auch über die Exkursion für den Kleinen Blaupfeil und die Scharlachlibelle in der Wahner Heide.

Biosphärenreservat Schaalsee

Das Biosphärenreservat Schaalsee in Mecklenburg-Vorpommern wurde im Jahr 2000 von der UNESCO in die internationale Liste der Biosphärenreservate aufgenommen. Uns interessierten die 54 Libellenarten die man in diesem Reservat findet, speziell die Zierliche Moosjungfer. Zusammen mit Herrn Mathias Hippke vom Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee in Zarrentin machten wir am 7.Juni 2012 unsere erste Exkursion.
Das Wetter war kühl, aber nach kurzer Zeit brach die Sonne durch die fast geschlossene Wolkendecke. Die Hoffnung die Zierliche Moosjungfer zu sehen waren recht klein, denn sie fliegt meist nur bei guten Wetter in der Mitte ihres Sees. Dennoch flogen 2 Männchen der Zierlichen Moosjungfer an dem Gewässer – Fotos konnte ich leider nicht von ihnen machen.

Durch die vielen Habitate dicht am Schaalsee sieht man dort die verschiedensten Libellenarten an einem Gewässer, die sonst nur sehr selten zusammen zu sehen sind.

Grosses Granatauge

Großes Granatauge (Männchen)

Während das Große Granatauge dicht neben der Frühen Adonislibelle am Ufer für seine Arterhaltung sorgte, streiteten sich Vierfleck, Gemeine Falkenlibelle, Früher Schilfjäger und Keilfleck um das beste Revier. Im difusen Licht kamen die Farben besonders gut zur Geltung.

Paarung vom Großen Granatauge

Paarung vom Großen Granatauge

Für das Paarungsrad vom Schilfjäger schien die Sonne mal richtig und durch den aufkommenden Wind flogen die Beiden nicht gleich hoch in die Bäume, sondern hielten sich dicht über dem Boden auf.

Früher Schilfjäger (brachytron pratense)

Früher Schilfjäger (Brachytron pratense)

An einem anderen Gewässer fanden wir viele Plattbauch-Libellen beim Schlüpften. Viele von ihnen waren kurz vor dem Jungfernflug.

Plattbauch kurz nach dem Schlupf

Plattbauch kurz nach dem Schlupf

Oben sehen sie die Plattbauch (Libellula depressa) Weibchen kurz vor ihrem Jungfernflug. Unten ist ein junges Männchen in der Reifephase.

Plattbauch (Libellula depressa)

Plattbauch (Libellula depressa)

Aber der größte Teil flog gegen den Spitzenfleck (Libellula fulva) um ihr Revier zu verteidigen.

Spitzenfleck (Libellula fulva)

Paarung vom Spitzenfleck (Libellula fulva)

Das Wetter war leider sehr durchwachsen, deshalb mußte ich das untere Paarungsrad vom Spitzenfleck (Libellula fulva) mit Blitzlicht machen.

Paarungsrad vom Spitzenfleck (Libellula fulva)

Paarungsrad vom Spitzenfleck (Libellula fulva)

Auch wenn wir leider keine Fotos von der Zierlichen Moosjungfer machen konnten, so war dieser Ausflug doch eine sehr interessante Erfahrung.

Mathias vielen Dank für die Einladung!