Libellen im Münsterland

Mitte August 2012 haben wir die Kleine Pechlibelle (Ischnura pumilio) im Münsterland besucht, sie lebt dort an einem Karpfenteich mit über 3000 Sumpf-Heidelibellen (Sympetrum depressiusculum) zusammen.

Das Team “Waldschrat-online.de” hatte uns zu dieser Exkursion eingeladen – nochmals vielen Dank Heide und Willi, es war toll! Schon die Ankunft war ein Erlebnis, denn überall saßen Sumpf-Heidelibellen. Früh morgens war es noch angenehm kühl und fast alle Sumpf-Heidelibellen saßen keine 5 m weit vom Ufer entfernt. Zwischen den vielen Männchen und Weibchen, fanden wir auch einige Tandems. Sie hatten offentsichtlich die Nacht zusammen verbracht, denn sie waren noch zu kalt um zu fliegen.

Tandem der Sumpf-Heidelibelle

Tandem der Sumpf-Heidelibelle

Mittags wurde es deutlich wärmer und wir waren noch keine 30 m weit gekommen. Um uns herum saßen so viele Sumpf-Heidelibellen, das wir uns fast nicht entscheiden konnten, welche Libellen wir zuerst fotografieren sollten. Durch die Hitze wurden die Libellen deutlich lebhafter. Jetzt konnten wir auch die ersten Paarungen sehen. Die Tandems, bildeten nun Paarungsräder und flogen zum Gewässer. Leider setzten sich die meisten Paarungsräder zu weit vom Weg entfernt in die Vegetation, so das wir sie nur beobachten konnten, aber ein paar Paarungsräder konnte man dann doch fotografieren.

Paarungsrad der Sumpf-Heidelibelle

Paarungsrad der Sumpf-Heidelibelle

Zum Nachmittag wurde es kühler und so waren die Paarungsräder schnell wieder verschwunden. Jetzt hatten wir mehr Zeit für die Kleine Pechlibelle. Leider fanden wir nur 3 Weibchen und 2 Männchen, aber die waren dafür einfach nur schön. Alle Weibchen waren noch orange.

Weibchen der Kleinen Pechlibelle

Weibchen der Kleinen Pechlibelle

In den ersten Tagen nach dem Schlupf, so steht es in allen Büchern, ist das Weibchen der Kleinen Pechlibelle orange. Man nennt sie deshalb die “Goldene” und tatsächlich schimmert sie fast golden in der Sonne.

Weibchen der Kleinen Pechlibelle

Weibchen der Kleinen Pechlibelle

Bevor ihre Reifezeit beendet ist, ändern die Weibchen ihre Farbe und werden grün oder blau. Ich habe davon Bilder in meinem Artikel über die Kleine Pechlibelle.
Ich fand es schon ungewöhnlich, das die Kleine Pechlibelle an diesem Habitat lebt. Sie muß sich dort gegen Herbst-Mosaikjungfern, weit über 3000 Sumpf-Heidelibellen, viele Binsenjungfern, frisch geschlüpften Winterlibellen und anderen Libellen behaupten.
Wirklich überrascht hat uns aber dieses Paarungsrad:

Paarungsrad der Kleinen Pechlibelle

Paarungsrad der Kleinen Pechlibelle

Laut Literatur hätte ich dieses Foto gar nicht machen können, weil die “Goldene” noch nicht geschlechtsreif ist. Das Paarungsrad konnten wir in Ruhe fotografieren, denn es ließ sich durch nichts stören. Über eine Stunde haben wir es beobachtet und immer mal wieder fotografiert bevor wir gegangen sind.

Das war ein toller Tag, wir haben viele interessante Sachen gesehen und jede Menge dazu gelernt.

Viele Grüße an Heide und Willi, Inge und Werner, Elisabeth und Wolfgang und an Ruth