Alpen-Mosaikjungfer (Aeshna caerulea)

Eine wirklich interessante Libelle ist die Alpen-Mosaikjungfer (Aeshna caerulea). Mit einer Köperlänge von bis zu 64 mm ist sie eine der kleinsten Edellibellen in Mitteleuropa. Sie hat es sehr schwer ihr Habitat gegen die Großen zu verteidigen, deshalb hat sie zwei wirklich gute Strategien entwickelt um ihr Überleben zu sichern. Unten sehen sie ein Männchen der Alpen-Mosaikjungfer, man erkennt es deutlich an den blauen Augen, den blauen Hinterleib und den dunklen Thorax.

Alpen-Mosaikjungfer
image-644
Ab Mitte Juni schlüpfen die ersten Alpen-Mosaikjungfern, um ihrer Konkurrenz möglichst aus dem Weg zu gehen, lebt die Alpen-Mosaikjungfer in Habitaten z.T. über 2000 m ü.NN. In dieser Höhe gibt es enorme Temperaturschwankungen, tagsüber können es schon mal 25 bis 30°C sein – kommt ein Regen, kühlt es sich schnell deutlich ab. So fällt auch im Sommer hin und wieder mal Schnee, das mögen Großlibellen gar nicht!
Habitat der Alpen-Mosaikjungfer
image-645
Je höher das Habitat ist, desto extremer ist dort das Wetter. Die Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea) trotzt bei gutem Wetter der Höhe und versucht auch diese Habitate zu besiedeln. Geeigneter Lebensraum ist auf den Bergen knapp, da bleiben Revierkämpfe nicht aus. Wir konnten die Alpen-Mosaikjungfer bei diesen Auseinandersetzungen hautnah beobachten und waren von ihrer Technik beeindruckt!
Dringt eine Torf-Mosaikjungfer in das Revier einer Alpen-Mosaikjungfer ein, so weicht sie dem Eindringling zunächst geschickt aus. Dann fliegt sie 5 bis 10 Meter hoch in die Luft und stürzt sich wie ein Kamikaze-Flieger so auf die Torf-Mosaikjungfer, das diese bei dem Angriff manchmal sogar ins Wasser gestoßen wird. Die Wucht beim Zusammenstoß kann man hören – es ist nur leise, aber hörbar!
Alpen-Mosaikjungfer Männchen
image-646
Der Angriff ist oft erfolgreich, die Torf-Mosaikjungfer ist dann so überrascht, dass sie sich sofort zurück zieht. Auch wenn die Torf-Mosaikjungfer mit bis zu 8cm Körperlänge deutlich größer als die Alpen-Mosaikjungfer ist, hat sie hier keine Chance.
Selten sieht man in diesen Höhen die Große Königslibelle (Anax imperator) oder die Braune Mosaikjungfer (Aeshna grandis), im Prinzip kann ich mir, in den von uns beobachteten Habitaten, auch nicht vorstellen, dass die Larven dieser Arten mal dort schlüpfen.
Auch nur Gäste sind die Alpen-Smaragdlibelle ((Somatochlora alpestris) siehe unten) und die Gemeine Becherjungfer (Enallagma cyathigerum).
Alpen-Smaragdlibelle
image-647
Schreitet die Klimaerwärmung weiter voran, werden die Lebensbedingungen für die anderen Arten allerdings deutlich besser. Damit wäre der Fortbestand der Alpen-Mosaikjungfer stark gefährdet.

Alpen-Libellen

In 2200m Höhe haben wir Anfang Juli die Alpen-Smaragdlibelle und die Alpen-Mosaikjungfer gesucht und konnten auch ein paar schöne Fotos von ihnen machen. Die Landschaft ist traumhaft schön und vor allem diese Ruhe…

Lebensraum für die Alpen-Mosaikjungfer
image-4

Die Alpen-Mosaikjungfer ist die am höchsten lebende Libelle der Welt. Durch den Klimawandel wird sie leider duch die Torf- und die Hochmoor-Mosaikjungfer auf immer höhere Ebenen verdrängt. In den von uns besuchten Lebensraum ist nun das letzte Habitat erreicht. Höher geht es dort leider nicht mehr, weil dort kein Wasser mehr vorhanden ist.

Alpen-Mosaikjungfer auf einem Stein
image-5

Alpen-Mosaikjungfer auf einem Stein

Nur knapp 100m – 150m tiefer leben die Alpen-Smaragdlibellen und die Torf- und Hochmoor-Mosaikjungfern. Und die Überraschung war für mich eine Vierflecklibelle und eine Becherjungfer (Enallagma cyathigerum) in gut 2000m Höhe.

Alpen-Smaragdlibelle
image-6

Alpen-Smaragdlibelle am Baum

Das sind die letzten Bäume auf der Höhe, die Alpen-Smaragdlibelle flog den ganzen Tag ohne Pause – Wahnsinn !
Erst gegen 18.00 Uhr machte eine Alpen-Smaragdlibelle Pause uns setzte sich kurz an den Baum, das war meine einzige Chance. Nächstes Jahr werde ich wieder dort sein und hoffen, das ich mehr Glück habe.
Tolle Tiere !!!

Das ist ihr Lebensraum, wie gesagt, das ist in 2000 m Höhe – ein echtes Erlebnis.

image-7

Im Tal hatten wir eine sehr neugierige gefleckte Smaragdlibelle (Somatochlora flavomaculata). Echt schöne Tiere 🙂

image-8

Leider war das Wetter sehr schlecht, so konnte ich diese Libelle nur im Flug fotografieren.