Erkennungsmerkmale von A. juncea und A. subarctica

Die Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea) ist eine Libelle, die man an Mooren finden kann. Sie ist eine seltene Edellibelle, die sich aber deutlich durch ihre dunkle Grundfarbe mit den blauen Flecken auf dem Hinterleib von den anderen Mosaikjungfern unterscheidet. Da ihre Fleckung recht variabel ist, entdeckte man ihre “Zwillingslibelle” die Hochmoor-Mosaikjungfer (Aeshna subarctica), erst 1927. Beide Arten sehen sich so ähnlich, das man lange Zeit glaubte, das es sich nur um eine Art handelt.
Ich kenne einige Libellenkundler, die sich bei diesen beiden Arten schwer tun. Auch ich hatte immer mal wieder Probleme, die Torf Mosaikjungfer (A. juncea) und die Hochmoor-Mosaikjungfer (A. subarctica) auf meinen Fotos auseinander zu halten. In zahlreichen Büchern werden verschiedene Unterscheidungsmerkmale genannt, davon möchte ich ihnen hier ein paar Erkennungsmerkmale zeigen, die man in der Aufsicht der Libelle gut erkennen kann.

Am häufigsten findet man die Männchen am Gewässer, daher fange ich mit ihnen an:

Unten sehen sie links das Männchen der Torf-Mosaikjungfer (A. juncea) und rechts das Männchen der Hochmoor-Mosaikjungfer (A. subarctica). Insgesamt wirkt die A. subarctica etwas dunkler, da die blaue Fleckung auf ihrem Hinterleib nicht so groß ist wie bei A. juncea. Die Nasen unterscheiden sich meist in der Aufsicht. Der Antehumeralstreifen (oben auf dem Thorax) ist bei der juncea mehr gelb, dagegen geht er bei der subarctica ein wenig ins hellblau/grünliche und er wird deutlich breiter. Herr Klaus Hoffmann war so freundlich mir ein für mich neues Erkennungsmerkmal zu zeigen. Es ist ein Dreieck mit einem Strich auf beiden Seiten, ganz oben auf dem 2ten Segment. Bei der juncea sieht man immer nur ein blaues Dreieck und bei der subarctica ist meistens (aber leider nicht immer) auf beiden Seiten neben dem blauen Dreieck noch ein blauer Strich zu sehen.

A. juncea - A. subarctica
image-1

Männchen der A. juncea und A. subarctica

Herr Andreas Hein hat mir ein Foto von einem Männchen der A. subarctica aus Brandenburg geschickt. Das Männchen hat Merkmale von der A. subarctica (A+B) und von der A. juncea (C-E). Dieses Foto zeigt wie schwer es ist, die beiden Moorlibellen auseinander zu halten.

Hochmoor-Mosaikjungfer
image-2

Hochmoor-Mosaikjungfer

Bei den Weibchen finden wir die gleichen Erkennungsmerkmale, bis auf die Antehumeralstreifen. Die gelbe Fleckung auf dem Hinterleib habe ich auf dem Foto unten bewußt nicht markiert, weil es im Gelände schwer ist diese Fleckung ohne ein Vergleich sicher zu bestimmen.

Weibchen der A. juncea und A. subarctica
image-3

Weibchen der A. juncea und A. subarctica

Wie man auf dem Bild von Herrn Hein sehen kann, gibt es offenbar Moorlibellen, die etwas aus dem Rahmen fallen und damit nur schwer bestimmbar sind. Das sicherste Merkmal bei den Männchen ist deshalb das Verhältnis der blauen Fleckung zu gelben Fleckung auf dem dritten und vierten Hinterleibssegment (Bilek 1960).

Fleckung von A. juncea und A. subarctica
image-4

Fleckung von A. juncea und A. subarctica

Bei den Weibchen sind es die Hinterleibsanhänge, sie sind bei der Torf-Mosaikjungfer (A. juncea) im Winkel von 90° nach innen geneigt und beim Weibchen der Hochmoor-Mosaikjungfer (A. subarctica) stehen sie parallel zueinander.

Auch wenn die genannten Merkmale nicht bei allen Moorlibellen zutreffen, so sind sie doch eine kleine Hilfe, da man wahrscheinlich nur wenige Tiere nicht mit diesen Merkmalen zuordnen kann. Das Dreieck bleibt für mich sehr interessant, weil es bei beiden Geschlechtern vorhanden ist, sich aber bei den beiden Arten so stark unterscheidet.

Unten sehen ein Männchen der A. Subarctica.

Ausgefärbtes Männchen der Hochmoor-Mosaikjungfer
image-5

Ausgefärbtes Männchen der Hochmoor-Mosaikjungfer

Im Vergleich dazu ein Foto von einem Weibchen der A. subarctica:

Weibchen der Hochmoor-Mosaikjungfer
image-6

Weibchen der Hochmoor-Mosaikjungfer

Bei der Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea) ist an dieser Stelle nur ein kleines Dreieck zu sehen. Die Seitenstriche fehlen komplett:

Männchen der Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea)
image-7

Männchen der Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea)

auch beim Weibchen der Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea) sind die Seitenstriche nicht zu sehen:

Weibchen der Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea)
image-8

Weibchen der Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea)

Von allen Fotos die ich bis jetzt gesehen habe, hatte jede Torf-Mosaikjungfer (A. juncea) nur das Dreieck. Die Hochmoor-Mosaikjungfer (A. subarctica) hatte als Imago bis auf eine Ausnahme immer das Dreieck mit den Seitenstrichen. Falls sie Fotos haben die von diesem Merkmal abweichen, würde ich mich freuen, wenn sie mir schreiben.

4 Gedanken zu “Erkennungsmerkmale von A. juncea und A. subarctica

  1. Lieber Dirk,
    die Sache ist interessant! Ich kann dazu im Moment konkret wenig Eigenes beitragen, ich habe zu wenig eigene Fotos von der Art.

    Du solltest aber einen Artikel kennen, der dicht daneben liegt (auf die Zeichnung auf S3 und S4 zielt):

    Bilek, A, (1960); Die Bestimmung “auf Anhieb” von Aeschna subarctica Walk. (Odonata). Nachrichtenblatt der bayerischen Entomologen 9: 67-68

    Beste Grüße
    Andreas

    • Hallo Andreas,

      den Artikel kannte ich noch nicht, ist natürlich interessant von Herrn Bilek sowas zu lesen. Das Dreieck hat er leider nicht beschrieben, aber dann wäre es ja auch nicht neu :-)
      Ich habe schon ein paar interessante Mails zu diesem Artikel bekommen, ein Bild fand ich besonders interessant. Herr Andreas Thomas Hein hat mir ein Foto von einem A. subarctica Männchen gemailt, auf diesem Foto sind die Antehumeralstreifen unten deutlich breiter und die blaue Fleckung ist ganz klar die von einer A. subarctica, aber die Flügeläderung von Flügelansatz bis zum Nodus ist hellgelb, die Nase ist wie bei einer A. juncea. Statt einem Dreieck, sieht man einen runden Punkt mit einem Strich nach unten, was auch eher nach A. juncea aussieht.
      Andreas vielleicht hatte Herr Bilek recht, indem er für die Männchen nur die blaue Fleckung als Unterscheidungsmerkmal und bei den Weibchen die Anhänge anführte.
      Die beiden Arten sind halt wie Zwillinge, die kann man oft auch nur schwer auseinander halten.
      Ich warte nochmal ein paar Tage ab, was da noch alles kommt und gebe dann eine Zusammenfassung bekannt, was bei dieser Diskussion rausgekommen ist.

      Viele Grüße

      Dirk

  2. Hallo zusammen,
    ich kann zwar leider nicht bei der Bestimmung helfen (bin noch nicht so fit)
    wäre aber an einem Kontakt mit euch interessiert. Ich kann, falls gewünscht
    Foto’s diverser Libellen zur Verfügung stellen. Schlupfserie Libellula quadrimaculata, Eiablageserie Calopteryx Virgo. Mein Einzugsgebiet liegt
    ganz im Westen von NRW Kreis Düren. Habe in 2010 Ophiogomphus cecilia an der Wurm wiederentdeckt. Vielleicht hören wir voneinander.
    Bis dahin einen Gruß nach Schwarmstedt. Joachim

    • Hallo Joachim,
      Kontakte sind immer gut :-)
      Dieses Jahr waren Barbara und ich ganz in deiner Nähe. Wir haben uns mit Heide und Willi (Team Waldschrat-online.de) in Köln getroffen. Nächstes Jahr werden wir das sicher wiederholen, wenn du Lust hast können wir uns dann gerne treffen. Die Wahner Heide ist für uns sehr interessant, weil es dort ein paar Arten gibt, die es bei uns nicht gibt. Wenn du was seltenes in Düren hast, kommen wir auch gerne zu dir.
      Die Libellensaison geht ja leider langsam zuende, jetzt hat man aber eine gute Chance Aeshna cyanea zu kriegen. Mal sehen was noch geht :-)

      Wenn du deine Fotos auf dieser Homepage zeigen möchtest, kannst du sie mir gerne schicken. Interessante Fotos baue ich gerne mit ein.

      Viele Grüße zurück nach Düren

      Barbara & Dirk

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>