Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale)

Die meisten Libellen leben an Teichen, Seen oder Flüssen – Gewässer, die man fast nicht übersehen kann. Ein paar Libellen bevorzugen aber ein Leben ohne Konkurenz, an Habitaten, die man suchen muss, weil sie so unscheinbar sind. Spontan fallen mir da 4 Arten ein, die kein für Libellen typisches Habitat bewohnen.
Bei den Großlibellen fällt mir da die Arktische Smaragdlibelle (Somatochlora arctica) ein, über die ich auch schon hier im Blog berichtet habe. Sie lebt an winzig kleinen Wasserlöchern auf Schwingrasen.
Bei den Kleinlibellen sind es die Zwerglibelle,die an kleinen Moorgräben lebt und die Vogel- und Helm-Azurjungfer, die an fast zugewachsenen Gräben leben. Diese Gräben dienen den Landwirten der Entwässerung ihrer Felder. Bei dem starken Bewuchs sieht man auf den ersten Blick kein Wasser im Graben, aber es ist Wasser vorhanden.

In diesem Blog-Artikel will ich die Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale) vorstellen, sie gehört zu den Libellen in Europa, mit dem höchsten Schutzstatus – sie ist eine FFh-Art (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie).

Männchen der Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale)
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Männchen der Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale)

So unscheinbar wie ihr Habitat ist, so unauffällig ist die Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale). Ende Juni waren wir mit Herrn Dietrich Kern in Niedersachsen unterwegs. Er ist der Autor des Libellen-Buches “Fliegende Edelsteine” (ISBN 978-3-9812556-3-8) – das schönste Libellenbuch was ich kenne. Herr Kern hat uns einen tiefen zugewachsenen Graben gezeigt, an dem wir schon nach kurzer Suche fündig wurden.

Männchen der Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale)
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Männchen der Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale)

Der Himmel war fast komplett bedeckt, es war sehr windig und mit 15°C war es viel zu kalt für ende Juni. Im Gras saßen die Männchen und klammerten sich fest an ihren Grashalm. Zuerst sahen wir nur zwei Männchen, aber ab Mittag wurden es mehr. Da die Helm-Azurjungfer-Männchen bei starken Wind nicht gut fliegen können, nutzte ich die Gelegenheit und machte ein paar Bilder. Dabei fiel mir auf, wie variabel die Zeichnung auf dem zweiten Hinterleibssegment ist. Ich habe bestimmt vier verschiedene Zeichnungen an diesem Tag dokumentiert.

Weibchen der Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale)
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Weibchen der Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale)

Die Weibchen der Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale) lassen sich erst am frühen Nachmittag blicken. Dann entstehen recht schnell Paarungsräder, die Paarung findet an der Böschung des Grabens statt. Bei der Eiablage bleiben beide zusammen, oft taucht das Weibchen unter Wasser um ihre Eier in den Wasserpflanzen ab zu legen. Die Männchen tauchen dabei nicht komplett unter Wasser.
Leider konnten wir, bedingt durch das schlechte Wetter, keine Paarung oder Eiablagen beobachten. Dennoch war es für uns eine sehr interessante Erfahrung, Libellen in dieser Umgebung zu sehen.

Herr Kern vielen Dank für ihre Hilfe.

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