Arktische Smaragdlibelle (Somatochlora arctica)

Mit dem Team Waldschrat (Dipl. – Ing. Heide Gospodinova und H. – Willi Wünsch) haben wir am 13. Juni 2012 eine Exkursion im Raum Köln gemacht. Das Team Waldschrat hat uns eine Woche lang interessante Habitate gezeigt, an denen wir Libellen gesucht haben.
Bei einer Exkursion fand Heide Gospodinova zwei Smaragdlibellen tief im Gras sitzend. Ich war ganz in der Nähe und auf der Suche nach der Glänzenden Smaragdlibelle (Somatochlora metallica) als sie mich zu sich rief.

Arktische Smaragdlibelle (somatochlora-arctica)

Arktische Smaragdlibelle (Somatochlora arctica)

Man sieht immer das, was man sehen will. Ich sah zuerst nur eine Smaragdlibelle die mitten auf ihrem Hinterleib eine keulenförmige Verdickung hatte – das Erkennungsmerkmal für die Glänzenden Smaragdlibelle (Somatochlora metallica). Seit fast 2 Jahren suche ich diese Libelle und sah mich nun am Ziel, vorsichtig machte ich die ersten Bilder…

Arktische Smaragdlibelle (Somatochlora arctica)

Arktische Smaragdlibelle (Somatochlora arctica) Männchen

Sekunden später sah ich die Anhänge der Smaragdlibelle und ihre dunkle Farbe in meinem Sucher und wußte, daß ich nicht die Glänzenden Smaragdlibelle vor mir hatte. Während ich beim Fotografieren überlegte, was das für eine Art ist, stand Willi Wünsch schon hinter mir und schrie vor Glück: “Somatochlora arctica”
Wir konnten es kaum fassen, aber Willi Wünsch hatte recht. Vor uns, an einem Grashalm, saß oben ein Männchen der Arktischen Smaragdlibelle und unter ihm saß sein Weibchen.

Arktische Smaragdlibelle (Somatochlora arctica) Weibchen

Arktische Smaragdlibelle (Somatochlora arctica) Weibchen

Mit keinen 15°C und immer mal wieder kurzen Nieselregen hatten wir in diesem Moment, das optimale Wetter. Die beiden Libellen waren kurz nach der Paarung so ausgekühlt, das wir knapp 2 Minuten hatten um unsere Fotos zu machen.

Arktische Smaragdlibelle (Somatochlora arctica) Männchen

Arktische Smaragdlibelle (Somatochlora arctica) Männchen

Heide und Willi, vielen Dank für die tolle Woche und besonders für diesen unglaublichen Fund  :-)

Kleine Blaupfeil und Scharlachlibelle in der Wahner Heide

Das Team Waldschrat-online.de (Dipl. – Ing. Heide Gospodinova und H. – Willi Wünsch) hat uns Anfang 2012 zu einer Exkursion in die Kölner Umgebung eingeladen. Am 14. Juni ging es in die Wahner Heide.

Wahner Heide

Wiese in der Wahner Heide

Östlich von Köln liegt das Naturschutzgebiet Wahner Heide. Auf einer Fläche von 177 km² findet man die unterschiedlichsten Lebensräume, mit sehr seltenen Libellenarten. An einer Stelle fanden wir den Kleinen Blaupfeil (Orthetrum coerulescens) und die Scharlachlibelle (Ceriagrion tenellum). Beide Arten benötigen das gleiche Habitat und leben deshalb öfter zusammen.

Kleiner Blaupfeil (Orthetrum coerulescens) Weibchen

Kleiner Blaupfeil (Orthetrum coerulescens) Weibchen

Die ersten kleinen Blaupfeile waren wahrscheinlich vor ein paar Tagen geschlüpft. Über 10 Exuvien konnte ich schon von weiten sehen, aber die kleinen Blaupfeile selbst waren nicht da, kurz nach dem Schlupf fliegen sie in ihr Reifehabitat und bleiben dort ca. 2 Wochen bis zu ihrer Geschlechtsreife.

Kleiner Blaupfeil (Orthetrum coerulescens) Weibchen

Kleiner Blaupfeil (Orthetrum coerulescens) Weibchen

Von der Scharlachlibelle (Ceriagrion tenellum), ehemals Späte Adinislibelle, fanden wir auf wenigen Metern gut 10 bis 15 Libellen. Sie hatten ihre Reifezeit bereits hinter sich und warteten auf ein wenig mehr Sonne. Es gab deutlich mehr Männchen als Weibchen.

Scharlachlibelle (Ceriagrion tenellum) Männchen

Scharlachlibelle (Ceriagrion tenellum) Männchen

Die Weibchen kamen in verschiedenen Färbungen vor:

Scharlachlibelle (Ceriagrion tenellum) Weibchen

Scharlachlibelle (Ceriagrion tenellum) Weibchen

Scharlachlibelle (Ceriagrion tenellum) Weibchen

Scharlachlibelle (Ceriagrion tenellum) Weibchen

Bitte schauen sie sich auch den Bericht um die Arktische Smaragdlibelle (Somatochlora arctica) an.

Biosphärenreservat Schaalsee

Das Biosphärenreservat Schaalsee in Mecklenburg-Vorpommern wurde im Jahr 2000 von der UNESCO in die internationale Liste der Biosphärenreservate aufgenommen. Uns interessierten die 54 Libellenarten die man in diesem Reservat findet, speziell die Zierliche Moosjungfer. Zusammen mit Herrn Mathias Hippke vom Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee in Zarrentin machten wir am 7.Juni 2012 unsere erste Exkursion.
Das Wetter war kühl, aber nach kurzer Zeit brach die Sonne durch die fast geschlossene Wolkendecke. Die Hoffnung die Zierliche Moosjungfer zu sehen waren recht klein, denn sie fliegt meist nur bei guten Wetter in der Mitte ihres Sees. Dennoch flogen 2 Männchen der Zierlichen Moosjungfer an dem Gewässer – Fotos konnte ich leider nicht von ihnen machen.

Durch die vielen Habitate dicht am Schaalsee sieht man dort die verschiedensten Libellenarten an einem Gewässer, die sonst nur sehr selten zusammen zu sehen sind.

Grosses Granatauge

Großes Granatauge (Männchen)

Während das Große Granatauge dicht neben der Frühen Adonislibelle am Ufer für seine Arterhaltung sorgte, streiteten sich Vierfleck, Gemeine Falkenlibelle, Früher Schilfjäger und Keilfleck um das beste Revier. Im difusen Licht kamen die Farben besonders gut zur Geltung.

Paarung vom Großen Granatauge

Paarung vom Großen Granatauge

Für das Paarungsrad vom Schilfjäger schien die Sonne mal richtig und durch den aufkommenden Wind flogen die Beiden nicht gleich hoch in die Bäume, sondern hielten sich dicht über dem Boden auf.

Früher Schilfjäger (brachytron pratense)

Früher Schilfjäger (Brachytron pratense)

An einem anderen Gewässer fanden wir viele Plattbauch-Libellen beim Schlüpften. Viele von ihnen waren kurz vor dem Jungfernflug.

Plattbauch kurz nach dem Schlupf

Plattbauch kurz nach dem Schlupf

Oben sehen sie die Plattbauch (Libellula depressa) Weibchen kurz vor ihrem Jungfernflug. Unten ist ein junges Männchen in der Reifephase.

Plattbauch (Libellula depressa)

Plattbauch (Libellula depressa)

Aber der größte Teil flog gegen den Spitzenfleck (Libellula fulva) um ihr Revier zu verteidigen.

Spitzenfleck (Libellula fulva)

Paarung vom Spitzenfleck (Libellula fulva)

Das Wetter war leider sehr durchwachsen, deshalb mußte ich das untere Paarungsrad vom Spitzenfleck (Libellula fulva) mit Blitzlicht machen.

Paarungsrad vom Spitzenfleck (Libellula fulva)

Paarungsrad vom Spitzenfleck (Libellula fulva)

Auch wenn wir leider keine Fotos von der Zierlichen Moosjungfer machen konnten, so war dieser Ausflug doch eine sehr interessante Erfahrung.

Mathias vielen Dank für die Einladung!

Die Mond-Azurjungfer in Niedersachsen

An unseren Gewässern fliegen fast überall Azurjungfern, aber die Mond-Azurjungfer ist inzwischen sehr selten bei uns. Im Mai und im Juni fliegen sie an Moorseen mit einem Wollgras Bestand. Pfingsten 2012 haben wir eine Exkursion mit Elisabeth und Wolfgang Postler und dem Team Waldschrat gemacht, um diese wunderschöne Libelle an ihrem Habitat zu besuchen.

Moorsee im Gildehauser Venn

In Niedersachsen, dicht an der holländischen Grenze, begrüßten uns 3 von 5 Moosjungfern. Zuerst sahen wir die Nordische-Moosjungfer in relativ großer Anzahl am Moorsee fliegen, alle paar Minuten bildete sich ein neues Paarungsrad. Einige davon flogen direkt zu uns und setzten sich manchmal kurz auf unsere Ausrüstung oder auf unsere Schultern.

Paarungsrad der Nordischen Moosjungfer (Leucorrhinia rubicunda)

Der Gildehauser Venn ist ein Naturschutzgebiet mit sehr vielen kleinen Moorseen, einige davon liegen unmittelbar am Weg, so dass man dort die Libellen sehr gut beobachten kann.

Habitat der Mond-Azurjungfer

An dem zweiten See und auf dem Weg dorthin, fanden wir die Kleine Moosjungfer. Auch sie war mitten in der Paarungszeit und mit etwas Gedult konnte man sehr schöne Fotos von ihr machen.

Männchen der Kleinen Moosjungfer (Leucorrhinia dubia)

An allen Seen flog die Gemeine Becherjungfer in großer Zahl und in allen Entwicklungsstufen. Männchen, Weibchen und Paarungsräder kann man dort sehr gut beobachten.

Männchen der Gemeinen Becherjungfer (Enallagma cyathigerum)

Man muß schon sehr genau hinsehen, wenn man die Mond-Azurjungfer zwischen all den Becherjungfern finden will. Zumal die Becherjungfer die Mond-Azurjungfer gerne verdrängt. Wir waren drei Tage dort, konnten aber leider kein Mond-Azurjungfer Weibchen ausmachen.

Männchen der Mond-Azurjungfer (Coenagrion lunulatum)

Sehr selten flog uns eine Große Moosjungfer über den Weg – leider konnte ich sie nicht zu einer kurzen Pause überreden.
Insgesamt war es für uns ein sehr interessanter Ausflug, die Moosjungfern und die Mond-Azurjungfer so nah zu sehen und zu beobachten war ein echtes Erlebnis.

Nordische Moosjungfern & Co

Der Mai geht langsam zuende und die Tage werden wärmer. Immer mehr Libellenarten sind nun zum Schlupf bereit. Im letzten Blog hatte ich schon die Nordische Moosjungfer (Leucorrhinia rubicunda) vorgestellt. Am Wochenende waren wir wieder dort um die Moosjungfern nach ihrer Reifezeit zu besuchen.
Überall an den Gewässern sah man Paarungsräder und viele Männchen die ihr Revier verteidigten – herrlich anzuschauen :-)

Paarungsrad der Nordischen Moosjungfer (Leucorrhinia rubicunda)

Oft sitzen die Männchen auf dem Weg, dort lassen sie einen bis auf 2 Meter rankommen um dann drei Meter weiter zu fliegen, dass Spielchen scheinen sie zu lieben.
Es geht aber auch anders, man schaut sich ihr Treiben eine Zeit lang an und stellt sich dann dort hin, wo die meisten Moosjungfern waren. Dann wartet man…
Da alle Moosjungfern Ansitzjäger sind, kommt man so recht einfach zu guten Fotos  :-)

Männchen der Nordische Moosjungfer

Männchen der Nordische Moosjungfer

Zusammen mit den Nordischen Moosjungfer flogen sehr viele Frühe Adonislibellen und einige Vierfleck. Eine Adonislibelle setzte sich direkt auf den Stammplatz einer Nordischen Moosjungfer, das hat die Moosjungfer offensichtlich nicht gestört, als sie sich auf die Adonislibelle gesetzt hat. Wahrscheinlich hat sie die Adonislibelle gar nicht gesehen, denn nur wenige Sekunden später, flog die Nordische Moosjungfer wieder weg.

Nordische Moosjungfer auf einer Frühen Adonislibelle

Nordische Moosjungfer auf einer Frühen Adonislibelle

Die Adonislibellen waren fast überall, aber diese Beiden sahen einfach zu schön aus, das Bild muß ich hier zeigen…

Paarungsrad der Frühen Adonislibelle

Paarungsrad der Frühen Adonislibelle

Ich persönlich finde die Vierfleck nur in den ersten 2 bis 3 Wochen wirklich schön, wenn ihre Farben noch hell leuchten. Die Zeichnungen auf ihrem Körper sind dann noch Schwarz, die Augen sind wie Bernstein und der Rest leuchtet in einem tollen Gelb. Das Weibchen unten, hat sich nur für sie schön gemacht  :-)

Vierfleck-Weibchen

Vierfleck-Weibchen